Winterthur

SVP stellt keinen Stadtratskandidaten – es kommt zum Duell GLP gegen SP

Die SVP bewirbt sich überraschend doch nicht um den frei werdenden Sitz von SP-Stadträtin Yvonne Beutler. Es fehlten interne Kandidaturen. Profiteure sind die Grünliberalen.

«Wir treten nicht an, sind aber auch nicht politikmüde», sagt der lokale SVP-Präsident Simon Büchi.

«Wir treten nicht an, sind aber auch nicht politikmüde», sagt der lokale SVP-Präsident Simon Büchi.

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Deus ex Machina, eine Stadtratskandidatur aus dem Nichts, sie wäre am Mittwochabend noch möglich gewesen. Die Winterthurer SVP ging ohne offiziellen Vorschlag der Parteileitung in die Mitgliederversammlung. Verschiedene Exponenten in den eigenen Reihen hatten zuvor abgesagt. Eine Spontan-Nomination aber wollte die SVP-Spitze nicht ausschliessen. Immerhin hatte sie nach der Rücktrittserklärung von Finanzvorsteherin Yvonne Beutler eine SVP-Kandidatur angesagt und sich eine Teilnahme an der Ersatzwahl gewünscht.

Die Hoffnung auf eine Lösung des Personalproblems in letzter Minute, sie erfüllte sich allerdings nicht. «Die SVP tritt nicht an», sagte der Präsident der lokalen SVP Simon Büchi kurz nach der Mitgliederversammlung. Die SVP sei nach der kürzlichen Wahlniederlage nicht politikmüde geworden. Die internen Absagen hätten berufliche oder private Gründe. Die Partei wolle sich jetzt auf ihre Kernthemen konzentrieren, etwa ihre Initiative zur Asylfürsorge.

Steiners Chancen steigen

Damit wird die Ersatzwahl um den siebten Stadtratssitz schon im ersten Umgang zu einem Zweikampf zwischen SP und GLP, und mit dem Rückzug der SVP sind die Karten neu gemischt. Die Grünliberalen haben nach zahllosen Misserfolgen in lokalen Exekutivwahlen plötzlich realistische Chancen, der SP ihren Sitz abzujagen. Die designierte GLP-Kandidatin Annetta Steiner gilt als Sparpolitikerin, mit ihr würden die Mehrheiten im Stadtrat in sozial- und finanzpolitischen Fragen neu justiert, selbst wenn mit Beutler eine Sozialdemokratin aus dem liberalen Flügel der SP zurücktritt.

Unterstützen die CVP und die FDP Steiner, könnte es eng werden für den am Montagabend offiziell bestätigten SP-Kandidaten Kaspar Bopp. Die SVP indes hat sich gestern Abend nicht zu einer offiziellen Unterstützung Steiners durchgerungen, sondern Stimmfreigabe beschlossen. (Landbote)

Erstellt: 08.05.2019, 22:04 Uhr

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