Winterthur

Der Swica-Neubau wird nicht verkleinert

Von den drei Wünschen des Quartiervereins berücksichtigt die Swica bei ihrem geplanten neuen Hauptsitz nur einen. Der Gemeinderat muss nun über den Gestaltungsplan entscheiden.

Der private, überarbeitete Gestaltungsplan der SWICA zum neuen Hauptsitz an der Römerstrasse wurde vom Stadtrat angenommen.

Der private, überarbeitete Gestaltungsplan der SWICA zum neuen Hauptsitz an der Römerstrasse wurde vom Stadtrat angenommen. Bild: Heinz Diener

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Der Krankenversicherer Swica plant in Winterthur derzeit in ganz grossem Stil. Einen neuen Hauptsitz will man bauen und dafür zwei bestehende Gebäude an der Römerstrasse abreissen. Im neuen Stadtteil Lokstadt im Tössfeld will man zudem etwa 400 Arbeitsplätze ansiedeln. Rund 700 Mitarbeitende zählt die Swica gesamthaft in Winterthur.

Diese Pläne wurden im Frühling bekannt, im Frühsommer dann meldete sich der Bewohnerinnen- und Bewohnerverein Inneres Lind zu Wort, weil der grosse Neubau in der dortigen Quartiererhaltungszone stehen wird. Der Vereinspräsident kündigte an, ein paar Einwände habe man schon. Und genau diese Einwendungen machte man auch im öffentlichen Verfahren geltend. Es braucht nämlich einen Gestaltungsplan, um in dieser Quartiererhaltungszone den neuen Hauptssitz bauen zu dürfen.

Ist das Gebäude zu hoch?

Gestern teilte die Stadt mit, von den drei Einwendungen (den einzigen, die überhaupt eingingen) berücksichtige man lediglich eine: Es wird einen Fussweg geben quer durchs Swica-Gelände, damit Leute aus dem Quartier möglichst direkt zur Bushaltestelle gelangen können, die den Namen der Firma trägt.

Der Hauptkritikpunkt aus dem Quartier war die Geschosszahl: Gemäss den geltenden Bestimmungen sind maximal drei Vollgeschosse zulässig, der geplante Neubau aber hat vier und fünf Geschosse. Zudem seien das überhohe Geschosse, sagt Peter Lehmann, Präsident des Bewohnervereins: «Das Gebäude würde jedes andere im Quartier überragen, das wollen wir nicht.» Der Stadtrat aber ist anderer Ansicht und hat die Einwendung nicht berücksichtigt. Die Gebäudehöhe sei vom Begleitgremium «als verträglich beurteilt» worden, schreibt er; zudem liege die Gesamthöhe mit 18.70 Meter «nur unwesentlich».über dem, was das Gesetz zulässt: 18.40 Meter. Sinn eines Gestaltungsplanes ist es unter anderem, die normalerweise geltende Ausnützung auszuweiten.

Auch die dritte Einwendung des Vereins wurde nicht berücksichtigt: Die Quartierbewohner hätten die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage gerne so gelegt, dass gar kein Verkehr ins Wohnquartier fliesst. Der Stadtrat aber lehnte auch das ab mit dem Hinweis, eine Ausfahrt nahe der Römerstrasse wäre zu gefährlich.

Stadträtin Christa Meier (SP) verteidigt die Position des Stadtrats: «Unsere Verkehrsplanung warnt vor einer Verlegung der Parkhausrampe. Und das ganze Gebäude passt sich meiner Meinung nach hervorragend ins Quartier ein. Der Gartenstadtcharakter bleibt gut erhalten.»

Referendum ist eine Option

Auch Peter Lehmann hält an seiner Sichtweise fest: «Wir versuchen, unsere Position im Gemeinderat einzubringen. Sonst steht uns noch die Möglichkeit eines Referendums offen.» Als Drohung will er das nicht verstanden wissen, eher als Option.

Eine Computer-Visualisierung des neuen Swica-Hauptsitzes ist noch nicht verfügbar. Laut den vorliegenden Plänen wird ein Gebäude entstehen mit drei sich aneinander schmiegenden Trakten mit zwölfeckigem Grundriss. Die heutigen Rechteckbauten, von denen eine noch im Schutzinventar ist, werden abgerissen.Auf der anderen Seite der Römerstrasse soll im Gegenzug ein weiteres Swica-Gebäude den Schutzstatus erhalten. (mgm)

Erstellt: 01.02.2019, 09:24 Uhr

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