Wiesendangen

Tempo 30 im Dorf wird konkreter

In fast allen Quartieren von Wiesendangen soll in Zukunft niemand schneller als 30 Stundenkilometer fahren. Und der Gemeinderat plant weitere Temporeduktionen.

In Wiesendangen ist der Unmut über den Schleichverkehr gross.

In Wiesendangen ist der Unmut über den Schleichverkehr gross. Bild: Patrick Gutenberg

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Wiesendangen ist mit seiner Lage zwischen Autobahn und der Stadt Winterthur für Schleichverkehr prädestiniert. Der Unmut darüber ist in der Bevölkerung schon länger gross.

Vor einem Jahr hatte die Gemeindeversammlung den Verkehrsrichtplan angenommen. Darauf basierend gab der Gemeinderat Gutachten für fünf Tempo-30-Zonen im Dorf Wiesendangen in Auftrag. Am 19. August genehmigte er sie (siehe Karte).

Um die Tempo-30-Zonen umzusetzen, sind bauliche Massnahmen nötig. Wo die sogenannten Eingangstore, die den Verkehr verlangsamen sollen, genau stehen werden, ist noch nicht öffentlich. Die Gutachten liegen erst ab dem 21. Oktober während eines Monats auf. Auch online werden sie einsehbar sein.

Infoveranstaltung Ende Oktober

Während dieser Zeit kann die Bevölkerung dann Änderungsbegehren an die Gemeinde einreichen, wie Gemeindeschreiber Martin Schindler sagt. «Eine solche Vernehmlassung ist keine Pflicht. Aber bei einem solch umfassenden Projekt, das fast jede Quartierstrasse betrifft, wollen wir die Bevölkerung zuerst anhören.» Der Gemeinderat wird die Gutachten am 22. Oktober um 19 Uhr im Schulhaus Dorf II vorstellen und Fragen aus dem Publikum beantworten.

Die Chancen, dass am Ende der Vernehmlassung die Pläne für die Tempo-30-Zonen wieder in der Schublade verschwinden, sind gleich null, weil diese Bestandteil des bereits genehmigten Verkehrsrichtplans sind. «Die Leitschnur, an die sich der Gemeinderat in Sachen Verkehr nun zu halten hat», sagt Schindler.

Nach Ablauf der einmonatigen Auflagefrist werden die Gutachten anhand der Einwendungen aus der Bevölkerung noch einmal überarbeitet und anschliessend der Verkehrstechnischen Abteilung der Kantonspolizei zur Genehmigung eingereicht.

Ein Gutachten hat der Gemeinderat bereits ohne Vernehmlassung eingereicht: Jenes für Tempo 40 auf der Dorfstrasse. Sollte die Kantonspolizei dem zustimmen, könnten Gegner innert 30 Tagen gegen den Entscheid rekurrieren.

Lichtblick bei der Attikerstrasse

Wenn morgens die Schule in Wiesendangen ruft, pedalen einige Kinder und Jugendliche mit dem Velo dorthin. Die Einen kommen von Attikon, andere von Gundetswil oder gar Kefikon. Sie alle wählen den Weg über die Attikerstrasse. So wie das auch die Autofahrer tun, die die Attikerstrasse als Schleichweg nutzen, statt an der Frauenfelderstrasse nach Oberwinterthur im Stau zu stehen. Gefährliche Situationen sind da vorprogrammiert.

Über die Überlandstrasse mit Tempo 80, die ausserdem entlang dem Freibad führt, wird in der Gemeinde deshalb schon länger diskutiert. Etwa an der Verkehrskonferenz im März 2017. Eine Temporeduktion auf 50 Stundenkilometer wurde damals gefordert. Der Gemeinderat hatte dies bereits an einer Sitzung vor rund drei Jahren beschlossen und anschliessend bei der Kantonspolizei beantragt. Die heutige Situation sei «kaum zu verantworten», war man sich damals einig.

Die Strasse gehört der Gemeinde, für die Signalisation ist allerdings die Kantonspolizei, genauer: die Verkehrstechnische Abteilung, zuständig. Diese befand die Reduktion als «nicht verhältnismässig» und wies darauf hin, dass ausserorts Tempo 80 gelte. Es gab mehrere Aussprachen und Gutachten zwischen Gemeinde und Polizei. Sehr lange ohne Erfolg.

Nun «signalisiert die Kantonspolizei ein gewisses Entgegenkommen», sagt Schindler. Im Bereich der Badi sowie dem Weiler Hinteregg könnte zukünftig also nur noch mit maximal 60 Stundenkilometern gefahren werden. Ausserdem ist ein Lastwagenverbot auf der gesamten Länge der Attikerstrasse vorgesehen. Auch diese Pläne werden ab Ende Oktober aufliegen, um Änderungen einzubringen. Ob, das Gutachten am Ende von der Kantonspolizei auch wirklich genehmigt wird, ist gemäss Schindler aber noch offen. Auch, weil es dort ebenfalls bauliche Massnahmen brauche, damit die Autofahrer ihr Tempo reduzieren.

Erstellt: 27.09.2019, 11:46 Uhr

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