Zum Hauptinhalt springen

There is a House of Winterthur

Mit 56 Prozent sagen die Stimmberechtigten Ja zur Fusion von Standortförderung und Winterthur Tourismus. Am Sonntag fand im neuen House of Winterthur bereits eine erste Freudenfeier statt, der definitive Einzug wird im Herbst sein.

Die Winterthurer Stimmbevölkerung bewilligte die Leistungsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Verein «House of Winterthur» mit 55.9 Prozent.
Die Winterthurer Stimmbevölkerung bewilligte die Leistungsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Verein «House of Winterthur» mit 55.9 Prozent.
Heinz Diener

Nur SP und AL hatten die Vorlage im Vorfeld abgelehnt und die Nein-Parole beschlossen; das hätte im Grunde einen Nein-Anteil von 25 bis 30 Prozent ergeben. Tatsächlich aber lehnten am Wochenende 13 700 oder 44 Prozent der Abstimmenden den Leistungsvertrag mit dem Fusionsverein House of Winterthur ab.Stadtpräsident Michael Künzle (CVP), der künftige Präsident des fusionierten Vereins, sprach gestern gleichwohl von einem klaren Ja, und der designierte Geschäftsführer Michael Domeisen von einem «guten Resultat». Für sie ist einzig und allein wichtig: 17 400 Personen sagten Ja, und damit ist das House of Winterthur sozusagen baureif.

Die beiden Vereine Standortförderung Region Winterthur und Winterthur Tourismus haben die Fusion bereits zuvor beschlossen, das Ja der Stimmenden zur Finanzierung bringt die Sache nun ins Rollen oder (so die Hoffnung) zum Fliegen. Am 6. Juni wird der neue Verein offiziell gegründet, im November zieht man in die neuen Räumlichkeiten an der Technikumstrasse 83, in ein geschichtsträchtiges Gebäude neben den Archhöfen. Die touristische Anlaufstelle im Hauptbahnhof bleibt bestehen und wird aufgefrischt.

Keine Sache von Links/Rechts

Zum Abstimmungsresultat ist noch anzumerken: Alle sieben Stadtkreise sagten Ja, am deutlichsten die Altstadt, die für gewöhnlich links-grün dominiert ist. Andererseits war das Ergebnis in den bürgerlich geltenden Kreisen Seen und Wülflingen eher knapp. Das deutet darauf hin, dass sich die Stimmenden nicht aufgrund der Parteiparolen für ein Ja oder Nein entschieden haben.

Stadtpräsident Künzle sagte dazu: «Ich habe gespürt, dass der Name House of Winterthur bei manchen negative Reaktionen auslöste.» Er habe dann jeweils zu erklären versucht, dass dies ursprünglich ein Arbeitstitel war. «In einem Workshop haben wir viele Varianten diskutiert, blieben aber doch bei House of Winterthur.» Künzle ordnete zudem viele Nein-Stimmen dem SNS-Lager zu: «Das sind die Sowieso-Nein-Sager.» Und manche hätten fälschlicherweise geglaubt, die Stadt zahle in Zukunft mehr.

Was wird nun neu ausser dem Namen und was besser? «Unsere Aufgabe ist es, mit der neuen Organisation zu überzeugen», sagte Künzle. «Wir wollen mehr Gäste in der Stadt, wir wollen das Bildungsangebot weiter stärken, und wir wollen mehr Arbeitsplätze, das heisst neue Unternehmen.» Und worin zeigen sich die viel zitierten Synergien, Herr Domeisen? «Wir werden nur noch eine Administration haben, nicht mehr zwei. Und wir werden beispielsweise den Auftritt der Marke Winterthur zentral führen.»

Eindampfen ist angesagt

Apropos Marke: Bisher versuchte Winterthur, sich mit dreizehn Erfolgsfaktoren zu verkaufen, die etwa lauteten «Pionierleistungen auf vielen Gebieten», «Hohe Qualität zu fairen Preisen», «Eigenständiges Zentrum nahe Zürich» oder auch «Guter Ort für Eigeninitiative und engagierte Förderpersönlichkeiten». Das soll nun besser werden, kündigte Künzle an, kürzer und prägnanter will man werben. Die Einsicht ist gereift: Weniger ist mehr.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch