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Tierarzt provoziert Tierschützer mit Buch über seine Verurteilung

Pferdespezialist Jörg Bodenmüller hat seine Verurteilung wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz in einem Buch verarbeitet. Er fühlt sich ungerecht behandelt. Kritiker halten seine Schilderungen für wenig glaubwürdig.

Jörg Bodenmüller spricht in seinem Wohnzimmer über seine Verurteilung.
Jörg Bodenmüller spricht in seinem Wohnzimmer über seine Verurteilung.
Heinz Diener

Der Vorfall liegt schon Jahre zurück: 2007 stürzte ein Polopony unter der Aufsicht von Jörg Bodenmüller so schwer, dass es später eingeschläfert werden musste. Das Bezirksgericht Winterthur sprach den bekannten Tierarzt und Reitlehrer drei Jahre später wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz schuldig.In einem gestern präsentierten Buch hat Jörg Bodenmüller die Ereignisse aufgearbeitet. Er beschreibt darin die Vorfälle aus Sicht des Poloponys. Im Interview mit dem «Landboten» kritisiert er das Veterinäramt. Die eigentliche Tierquälerei habe stattgefunden, als gegen seinen Willen das verletzte Pony in ein Spital abtransportiert wurde. Er habe deshalb eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch und Tierquälerei gegen den damals verantwortlichen Kreistierarzt eingereicht.

Dieser sieht der Anzeige gelassen entgegen. «Das Gericht hat damals entschieden, dass ich richtig gehandelt habe», sagt er. Er hält Bodenmüller für wenig glaubwürdig. «Als ich damals notfallmässig auf den Platz gerufen wurde, spielte Bodenmüller alles herunter.» Dieser habe angegeben, das Pferd liege wegen eines Bienenstichs am Boden.

Tieranwalt wehrt sich

Mit der Veröffentlichung des Buchs will Jörg Bodenmüller eine Reform des Tierschutzes anstossen. Im Kanton Zürich sei dieser «extrem», sagt er. Ganz anders beurteilt Antoine Goetschel die Situation. Er war als Tieranwalt in den Fall involviert und hält das rechtskräftige Urteil für richtig und wertvoll. Es habe in positivem Sinne Staub aufgewirbelt, die Ausbildung von Pferden sei seither mancherorts besser geworden. Bodenmüllers Buch dagegen hält er für schönfärberisch. «Es hat mich nicht überzeugt», sagt Goetschel. Die Kritik an den Behörden kann er nicht nachvollziehen. Das Veterinäramt sei hochkompetent und setze demokratisch legitimierte Gesetze um. «Den Vollzug dieser Gesetze zu torpedieren ist unanständig.»

Das kritisierte Veterinäramt beruft sich ebenfalls auf gesetzliche Grundlagen. «Wenn bei einer Tierhaltung oder im Umgang mit Tieren ein Mangel festgestellt wird, ist es unsere Aufgaben, für die nachhaltige Behebung dieser Mängel zu sorgen», teilt das Amt mit.

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