Wildberg

Treffpunkt ja, aber ohne Cheminée

Die Gemeinde darf das ehemalige Schulhaus sanieren. Eine lange Debatte löste an der Versammlung nur die Frage aus, ob auch das Cheminée bleiben soll.

Das ehemalige Gemeindehaus in Wildberg ist heute vor allem ein Treffpunkt. Es bietet etwa Platz für die Chilestube, eine Bibliothke, eine Spielgruppe und für Vereine.

Das ehemalige Gemeindehaus in Wildberg ist heute vor allem ein Treffpunkt. Es bietet etwa Platz für die Chilestube, eine Bibliothke, eine Spielgruppe und für Vereine. Bild: Marc Dahinden

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Das ehemalige Gemeindehaus am Wildberger Ortseingang hat schon bessere Tage gesehen. Die Fassade fault und wenn es regnet, wird es drinnen nass. Nicht einmal ein Feuer im Cheminée lässt richtig gemütliche Stimmung aufkommen. «Es wird dann rasch zu heiss», sagte eine Frau am Mittwoch an der Gemeindeversammlung. Doch damit nicht genug.

Ein Feuer im Cheminée des alten Gemeindehauses kann sogar gefährlich werden. Die Frischluftzufuhr ist ungenügend, da gefährliche Gase nicht richtig abziehen. Zum Glück waren bislang die Fenster nicht ganz dicht.

Begegnungsorte sind rar

Der Gemeinderat will Abhilfe schaffen und hat bei der Gemeindeversammlung einen Sanierungskredit von 436 000 Franken beantragt. Ein Betrag, der für die finanzschwache 1000-Einwohner-Gemeinde ein relativ grosser Brocken ist.

«Was ist überhaupt der Nutzen davon, wofür braucht ihr das Haus?»Ein Votant stellt die Grundsatzfrage

Dennoch war die Sanierung unbestritten. Nur ein Votant stellte während der Debatte die Grundsatzfrage: «Was ist überhaupt der Nutzen davon, wofür braucht ihr das Haus?» Er erhielt rasch eine glasklare Antwort. Kirchenpräsidentin Monique Blattmann lud ihn ein, doch selber mal vorbeizuschauen. Das Gebäude sei ein beliebter Treffpunkt für Vereine und Jugendliche. Auch andere im Publikum machten sich sofort für die Sanierung des im Jahr 1820 erbauten Hauses stark.

Unter ihnen Gemeindepräsident Dölf Conrad. Bald schliesse mit dem Frohsinn das letzte Restaurant im Dorf, sagte er. Nebst der Kirche sei das alte Gemeindehaus dann das einzige Begegnungszentrum. Zudem handle es sich um ein schützenswertes Objekt. Und vielleicht sei darin dereinst ein Restaurant möglich.

Antrag führt in ein Dilemma

Eine längere Debatte löste nur das Cheminée im Gemeindesaal aus. Man soll das Geld statt für eine neue Frischluftzufuhr besser in eine schönere Treppe investieren, forderte eine Votantin. Gemeindepräsident Dölf Conrad sagte, dass dafür ein Antrag aus der Versammlung nötig wäre und gab zu verstehen, dass der Gemeinderat einen solchen begrüssen würde.

Die Feuerstelle muss zugemauert werden, damit niemand auf die Idee kommt, ein Feuer anzuzünden.

Daraufhin stellte ein Mann tatsächlich den Antrag, 16 000 Franken einzusparen, indem man auf das Cheminée verzichtet. Und er kam damit auch durch. Das Problem war nur, dass durch den Verzicht auf das Cheminée gar nicht so viel Geld eingespart werden könnte. Denn auch der Rückbau kostet Geld, wie der als Gast anwesende Architekt sagte.

Dies, weil man die Feuerstelle zumauern müsse, damit niemand auf die Idee komme, ein Feuer anzuzünden. Nach der Sanierung seien die Fenster dicht und der Rauch könne nicht abziehen. Ein weiterer Antrag von Schulpräsident Swen Rüegg löste das Dilemma. Er forderte, dass der Kreditrahmen trotz Verzicht auf Inbetriebnahme des Cheminées bei 436 000 Franken bleibe. So entstünden etwas Reserven.

Sein Antrag wurde von den 52 anwesenden Stimmberechtigten ohne Gegenstimme angenommen. Der Sanierungskredit passierte mit einer Gegenstimme. Ebenfalls unbestritten waren die übrigen Traktanden. Beschlossen wurde etwa ein Kredit von 210 000 Franken für eine Wasserleitung und den Rückbau eines Pumpenhäuschens. Diskussionslos bewilligt wurden auch die Budgets und die Steuerfüsse der Politischen Gemeinde und der Schule.

(Der Landbote)

Erstellt: 14.12.2017, 15:26 Uhr

Kirche Wildberg will eigenständig bleiben

Der Reformierten Kirche Wildberg steht ein entscheidendes Jahr bevor, denn vier Mitglieder der Kirchenpflege haben ihren Rücktritt angekündigt. Bei den Erneuerungswahlen im Frühling geht es deshalb auch darum, ob die Gemeinde weiterhin eigenständig bleiben kann. Für die zurücktretende Präsidentin Monique Blattmann steht fest, dass die Kirche Wildberg unabhängig bleiben sollte, bis klar ist wohin sich Schul- und Politische Gemeinde entwickeln. Sie strich an der Gemeindeversammlung die Bedeutung der Kirche hervor. Sie erfülle nicht nur theologische Aufgaben, sondern sei auch für das Sozialleben wichtig.

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