Elgg

Über die neue Hundepension im Dorf muss jetzt das Bundesgericht entscheiden

Eine Hundepension im Dorf wollte die Gemeinde Elgg vor einem Jahr nicht bewilligen. Zwei Gerichte haben diesen Entscheid bestätigt. Nun kommt der Fall vors Bundesgericht.

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Der 1,80 Meter hohe Zaun steht bereits fest verankert im Garten. Die Bewilligung des kantonalen Veterinäramts ist seit fast einem Jahr gültig. «Ohne jeden Mangel haben wir damals die Kontrolle bestanden», sagt die 43-jährige Enn Botha, seit 2008 Inhaberin der Winterthurer Firma Tierli-Nanny.

20 Hunde und 14 Katzen hätten im Einfamilienhaus an der Elgger Bahnhofstrasse Platz. Laut Betriebskonzept sollen zwischen 10 bis 15 Hunde während 335 Tage im Jahr Unterschlupf finden, auch mal über Nacht. «Vier Jahre lang haben wir ein solches Haus gesucht», sagt Botha. Ihr Schwager und ihre Schwester kauften das Gebäude im März 2017 und sanierten es, Botha hat sich eingemietet. Doch die Pension ist bis heute nicht eröffnet.

Keine reine Wohnzone

Grund ist ein Streit mit der Gemeinde. Die entscheidende Frage: Ist eine Hundepension in dieser Zone des Dorfes überhaupt erlaubt?

Nein, sagt der Gemeinderat. Er hat die Umnutzung des Einfamilienhauses im Oktober 2017 deshalb nicht bewilligt. GLP-Gemeindepräsident Christoph Ziegler sagt: «Wir finden einfach, eine Hundepension gehört nicht in eine Wohnzone.» Die Anwohner scheinen gespalten zu sein. Westlich der geplanten Hundepension, hinter der Eulach, befindet sich eine grössere Wohnüberbauung.

Die Krux ist aber, dass sich das Gebäude gemäss Zonenplan nicht in einer reinen Wohnzone befindet, sondern in einer «Wohnzone mit Gewerbeerleichterung». Handwerksbetriebe, die tagsüber lärmen, wären dort beispielsweise erlaubt. Nördlich des Hauses befindet sich eine Gärtnerei, südlich davon eine Imbissbude und die Postfiliale.

Die kantonale Fachstelle für Lärmschutz nennt auf ihrer Website einen Hundeplauschtreff als weiteres Beispiel für einen sogenannt mässig störenden Betrieb. Der Gemeinderat argumentiert hingegen, dass der Anteil der Wohnungen in dieser Zone trotz Gewerbeerleichterung überwiegt.

Die Gebäudebesitzer zogen den Entscheid der Behörden deshalb vor das Baurekursgericht. Unter anderem mit dem Argument, dass die Lärmwerte eingehalten werden würden. Sie legten ein Lärmgutachten bei, das «höchstens geringfügige Störungen» prognostiziert. Alles andere seien unbelegte Mutmassungen und Befürchtungen.

«Sprengt den Rahmen klar»

Doch das Baurekursgericht lehnte den Rekurs im April ab. Ein Weiterzug ans Verwaltungsgericht blieb ebenfalls ohne Erfolg, wie aus einem Urteil hervorgeht, das am Montag publiziert wurde.

Das Verwaltungsgericht spricht darin davon, dass auch Betriebe zonenwidrig sein können, wenn sie «ihrem Charakter nach nicht in eine Zone passen». Bei einer gewerblichen Hundebetreuung bestehe «kein derart enger Bezug zum Wohnen», dass diese dort zuzulassen wäre.

Dazu wird auch auf ähnliche Urteile verwiesen. So hat das Bundesgericht 2011 entschieden, dass in einer Wohnzone maximal drei Hunde gewerbsmässig gehalten werden dürfen. 2015 wies das Verwaltungsgericht eine Bewilligung für eine Pension mit maximal acht Hunden in einer reinen Wohnzone ab. Bereits das Baurekursgericht hatte in erster Instanz zum Elgger Fall geschrieben: «Das Halten von 20 Hunden sprengt den Rahmen klar.» Das Verwaltungsgericht spricht davon, dass das Konzept der Hundepension nicht mit einem Gewerbebetrieb vergleichbar sei. «Rund um die Uhr» sei mit Hundegebell zu rechnen.

Die Tierpflegerin hofft nun auf das Bundesgericht. Das Urteil des Verwaltungsgerichts haben die Gebäudebesitzer weitergezogen. Von der Gemeinde ist Botha enttäuscht: «Man ist einfach grundsätzlich dagegen, weil es viele schwarze Schafe in der Hundehaltung gibt.» Vor dem Kauf des Gebäudes habe die Gemeinde noch zugesagt, dass eine Hundepension dort grundsätzlich kein Problem sei, sagt Botha.

Das Verwaltungsgericht beendet sein Urteil versöhnlich. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein reduziertes Konzept als zulässig erachtet werden könnte.»

Erstellt: 20.12.2018, 21:02 Uhr

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