Winterthur

Überraschender Abgang des CEO von Winterthur Gas & Diesel

Seit 2014 ist der Schiffsmotorenhersteller in chinesischer Hand. Nun hat sich WinGD vom langjährigen CEO getrennt. Zu den Gründen herrscht Stillschweigen.

Nach langen Jahren per sofort nicht mehr in Winterthur tätig: Martin Wernli, Ex-CEO von Winterthur Gas & Diesel.

Nach langen Jahren per sofort nicht mehr in Winterthur tätig: Martin Wernli, Ex-CEO von Winterthur Gas & Diesel.

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Martin Wernli ist seit Mitte September nicht mehr für die Winterthur Gas & Diesel AG tätig. Das Unternehmen, das Zweitaktschiffsmotoren für den Weltmarkt entwickelt, hat dies bislang nicht offiziell mitgeteilt. Es bestätigte am Dienstagmittag aber in knapper Form entsprechende Informationen des «Landboten». Wernli war nicht erreichbar.

Zu den Gründen für Martin Wernlis Abgang äussert sich das Unternehmen nicht, betont aber: Auf die «Strategie sowie die Mitarbeitenden» von Win GD habe das Ausscheiden von Wernli keinen Einfluss.

Interimschef aus China

Win GD wurde erst 2014 gegründet und ging aus einem Ableger des finnischen Motorenbauers Wärtsilä hervor. Seit Mai 2016 gehört Win GD zu 100 Prozent der chinesischen Staatswerft Chinese State Shipbuilding Corporation. Martin Wernli war vor seiner Tätigkeit als Win GD-CEO bereits seit 2002 bei Wärtsilä, viele Jahre davon im Firmensitz in Winterthur.

Ein Nachfolger für Wernli ist derzeit noch nicht bestimmt. Seine Aufgaben hat interimistisch Chen Shuofan übernommen, der auch als Chief Financial Officer und als Verwaltungsrat für Win GD tätig ist. Chen Shuofan arbeitete jahrelang bei der Staatswerft in China. Frühere Stationen sind die chinesische Botschaft in Brüssel und das Aussendepartement Chinas.

Verkauf eingebrochen

Im Firmensitz von Win GD an der Schützenstrasse, gleich hinter dem Einkaufszentrum Neuwiesen, existieren laut früheren Angaben circa 260 Vollzeitstellen. Hervorgegangen war die Firma aus der 1898 gegründeten Dieselsparte von Sulzer, die 1997 an Wärtsilä verkauft worden war. Der Winterthurer Standort ist heute vor allem mit der Entwicklung betraut.

Im Jahr 2016 brach der Verkauf von Schiffsmotoren um rund 70 Prozent ein. Auch Win GD verzeichnete damals einen massiven Bestellungsrückgang, baute aber zeitgleich den weltweiten Marktanteil aus.

Win GD entwickelt und produziert vor allem Motoren für kleinere und mittelgrosse Tanker, die beispielsweise Gas oder chemische Güter transportieren. Die Firma wird mittels eines fünfjährigen Förderprogramms direkt vom chinesischen Staat unterstützt. (Der Landbote)

Erstellt: 07.11.2017, 14:13 Uhr

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