Immobilien

«Winterthur ist ein typischer KMU-Markt»

Dieses Wochenende zieht der «Landbote» aus dem traditionellen Redaktionsgebäude in der Altstadt in neue Büros beim Technopark. Was mit der Liegenschaft am Garnmarkt passiert ist noch offen - ein typisches Beispiel für den Winterthurer Immobilienmarkt.

Flavio Lucido ist Immobilienvermarkter der Firma H&B Real Estate, die das «Landbote»-Gebäude im Auftrag der Besitzer vermietet. Das Haus gehört bereits seit 2014 der HIG Immobilien Anlage Stiftung, die es damals von der Tamedia gekauft hat. Davor gehörte die Liegenschaft seit Jahrzehnten der Ziegler Druck- und Verlags AG.

Flavio Lucido ist Immobilienvermarkter der Firma H&B Real Estate, die das «Landbote»-Gebäude im Auftrag der Besitzer vermietet. Das Haus gehört bereits seit 2014 der HIG Immobilien Anlage Stiftung, die es damals von der Tamedia gekauft hat. Davor gehörte die Liegenschaft seit Jahrzehnten der Ziegler Druck- und Verlags AG.

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Herr Lucido, Ihre Firma vermietet das «Landbote»-Haus an bester Lage mitten in der Altstadt, aus dem die Redaktion dieses Wochenende auszieht. Warum ist noch nicht klar, wie es mit dem Gebäude weitergeht?
Flavio Lucido: Der Winterthurer Büroimmobilienmarkt ist anspruchsvoll. Es gibt nach wie vor viele freie Flächen. Auch, dass die Preise und das Angebot sehr heterogen sind, ist ein Zeichen dafür, dass der Markt herausfordernd ist. Da dauert es seine Zeit, den oder die passenden Mieter zu finden. Aber die derzeitige Interessentenlage stimmt uns in diesem Zusammenhang zuversichtlich. Aktuell laufen diverse Gespräche mit Interessenten für Teilflächen sowie für die ganze Liegenschaft.

Stimmt es, dass Sie am Anfang Mühe hatten, Interessenten zu finden?
Nachdem der «Landbote» bereits im letzten Sommer seinen Auszug angekündigt hatte, suchten wir zunächst analog der heutigen Nutzung einen einzelnen Mieter für das ganze Gebäude. Für dieses Angebot war jedoch besonders am Anfang das Interesse eher verhalten. Da begannen wir mehrere Mieter für einzelne Stockwerke oder Teilflächen zu suchen. Dieses Angebot entspricht offensichtlich eher den Flächenbedürfnissen in Winterthur. Im Moment fahren wir jetzt parallel auf beiden Schienen. In der ersten Phase wurde die Liegenschaft auch noch auf die Notwendigkeit von baulichen Massnahmen überprüft, um den heutigen Standards gerecht zu werden. Hierfür sind wir in der Planung nun bereits schon sehr weit, optimale Flächen in dieser schönen Altstadtliegenschaft anbieten zu können.

««..und dann entscheiden sie sich doch für Zürich»»

Das «Landbote»-Haus liegt mitten in der Altstadt, eigentlich ein ausgezeichneter Standort. Warum gelingt es nicht einmal hier, eine grosse Firma anzulocken?
Winterthur ist ein typischer KMU-Markt. Wenn wir Flächen zwischen 200 und 300 Quadratmeter ausschreiben, dann erhalten wir ein gutes Echo. Bei grösseren Flächen wird es schwierig. Über die Gründe dafür rätselt man auch in der Immobilienbranche. Ich denke, dass die Nähe zu Zürich für Winterthur in diesem Zusammenhang eher ein Nachteil ist.

Gerade die könnte ja auch ein Vorteil sein.
Unternehmen, die ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gutes Umfeld bieten wollen, wie zum Beispiel IT-Firmen, entscheiden sich dann eben doch für Zürich, weil es noch attraktiver ist. Und diese sind auch bereit, die Zürcher Preise zu bezahlen. Die Winterthurer Grossfirmen wie die Axa oder die Swica, langansässige Firmen mit starker historischer Verbundenheit zu Winterthur, haben wiederum eigene Immobilienprojekte. Sie suchen nicht auf dem Mietmarkt nach Objekten.

Es heisst, es gebe in der Immobilienbranche einen Trend zurück in die Altstadt. Kann Winterthur davon profitieren?
Ja, diesen Trend gibt es. Für Unternehmen mit Publikumsverkehr wie etwa Arztpraxen oder Personalbüros ist ein in sich funktionierendes Stadtzentrum besonders attraktiv. Die Winterthurer Altstadt ist diesbezüglich ideal. Die Erschliessung mit Bahn und Bus ist hervorragend und auch mit diversen Parkplätzen in Fussdistanz ist man im Vergleich zu anderen Städten in einer komfortablen Situation.

Was geschieht denn nun mit dem «Landbote»-Gebäude?
Das kann ich noch nicht abschliessend sagen. Die Gespräche mit Interessenten sind im Gange und die Eigentümerschaft plant gezielte nutzergerechte bauliche Eingriffe, um die Liegenschaft für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Gibt es keinen Laden? Das wäre mitten in der Fussgängerzone ja gut denkbar.
Nein, zum aktuellen Zeitpunkt ist das nicht geplant. Auch wäre der dazu notwendige bauliche Eingriff in die Fassade sehr einschneidend. Im Weiteren stehen aus unserer Sicht die Retailflächen in der Winterthurer Altstadt sehr stark unter Druck.

Wann fällt ein Entscheid über die Zukunft des Gebäudes?
Wir hoffen, dass bis Ende März die Nutzung definiert ist, und Klarheit besteht, ob die Liegenschaft auch künftig von einem Nutzer gemietet wird, oder mehrere Mieter dieses Gebäude beziehen werden.

Erstellt: 26.02.2019, 15:45 Uhr

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