Flaachtal

«Unsere Musik darf nicht nur Lärm sein»

Gestern Abend hat die Guggenmusik Spectaculus in Dorf ein Platzkonzert gegeben. Es sollte vor allem jene begeistern, die mit Fasnacht sonst nicht viel anfangen können.

An ihrem Platzkonzert auf dem Gemeindehausplatz in Dorf hat die Guggenmusik Spectaculus Flaachtal erstmals ihre neuen Gwändli gezeigt. Auch neue Stücke haben sie gespielt.

An ihrem Platzkonzert auf dem Gemeindehausplatz in Dorf hat die Guggenmusik Spectaculus Flaachtal erstmals ihre neuen Gwändli gezeigt. Auch neue Stücke haben sie gespielt. Bild: Madeleine Schoder

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Klamme Finger, durchnässte Kleider und eingefrorene Ventile: Es gibt Schöneres, als bei nasskaltem Wetter draussen zu stehen und ein Instrument zu spielen. Zumindest in der Vorstellung jener, die mit Guggen oder der Fasnacht wenig bis gar nichts anfangen können.

Nicht so für Roman Frei. Er ist Präsident der Guggenmusik Spectaculus Flaachtal. Der gute Zusammenhalt innerhalb der Gugge und die Freude an der Sache treibe ihn und die anderen Mitglieder immer wieder dazu an, Stunden in ihr Hobby zu investieren. Und eben weiterzuspielen, auch wenn es schneit. Oder auch wenn vor lauter Schnee auf dem Schlagzeug gar kein Ton mehr herauskommt. «Es gibt keine Alternative», sagt Frei. Denn eine Fasnacht finde bei jedem Wetter statt. «Sie wird nicht abgesagt.»

«Die Fasnacht wird nicht abgesagt.»Roman Frei, Präsident der Guggenmusik Spectaculus Flaachtal

Wie wohl demnächst viele andere standen sie gestern Abend im Einsatz, die Guggenmusiker aus Flaach, und zwar auf dem Gemeindehausplatz in Dorf. Mit dem traditionellen rund einstündigen Platzkonzert möchten sie vor allem jenen etwas bieten, «die Fasnacht nicht so lässig finden», wie Frei sagt.

Petrolgrün und Pink

In ihren neuen Gwändli in Petrolgrün und Pink, «eine eigenwillige Farbkombination», und mit geschminkten Gesichtern interpretierten sie neu einstudierte Songs von Trauffer, Lady Gaga und One Direction. Die Musik müsse gut sein, sagt Frei. «Und nicht einfach nur Lärm.» Diesen Anspruch hätten sie schon immer gehabt.

Und jenen, die etwas von Musik verstünden, gefalle ihre Darbietung darum auch. Im Publikum standen wie jedes Jahr viele Ehemalige. Es hat solche, «die immer kommen, und zwar bei jedem Wetter». Manchmal sind über 100 Zuschauer da. Feuerschalen sorgten gestern wenigstens in der Vorstellung für etwas Wärme.

Viele Ehemalige kommen bei jedem Wetter.

Welche Musikstücke die Guggenmusiker spielen, entscheiden sie jeweils an ihrer Generalversammlung Ende April. Es seien meist Gassenhauer oder aktuelle Songs. Entscheidend sei auch die Spielbarkeit, sagt Frei. Hip-Hop oder Rap sei für die Guggenmusik mit ihren Schlagzeugen, Pauken, Xylofonen, Trompeten, Hörnern, Posaunen und Sousafonen kaum zu interpretieren.

Im Mai beginnen die Spectaculus-Gugger mit Proben. Jedes Mitglied setzt in dieser Zeit etwa einen Abend pro Monat ein. Ab Oktober sind es dann deutlich mehr. Die Proben finden dann nämlich wöchentlich statt. Musikleiterin Jasmin Schurter passt die Stücke der instrumentalen Besetzung an und schreibt die Noten um. Und zwar so, dass auch noch etwas ungeübte Musiker wissen, welche Ventile sie an den Blasinstrumenten bedienen müssen. Die Gugge nimmt nämlich auch solche auf, die noch gar kein Instrument spielen können. «Das lernen sie dann bei uns», sagt Frei.

Drei eigene Anlässe

In einer Woche findet für die Flaachtaler der nächste Höhepunkt statt: der Maskenball in der Worbighalle in Flaach. Es ist der zweite von drei Anlässen, welche die Guggenmusiker in der Fasnachtszeit selbst organisieren. Dieser verlangt von den 27 Mitgliedern einiges ab. Zuerst bauen sie die Infrastruktur in der Halle auf, geben kurz nach Mitternacht ein Konzert, stehen dann in der Küche und an der Bar im Einsatz und räumen anschliessend noch auf.

Der dritte Anlass ist einer für die Kleinen: der Kinderumzug am Fasnachtsmontag, 19. Februar, in Flaach. Danach gebe es bewusst auch Wochenenden, «an denen wir gar nichts geplant haben», sagt Frei. Denn für viele der Anlässe würden die Mitglieder, darunter etwa Banker, Bäcker, Winzer und Polizisten, an ihrem Arbeitsort Freitage beziehen.

(Der Landbote)

Erstellt: 20.01.2018, 09:44 Uhr

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