Zum Hauptinhalt springen

Vandalen versuchten, einen 20 Meter hohen Kran zu entsichern

Zwei vermummte Männer machten sich mitten in der Nacht an einem Kran zu schaffen, bis ein Anwohner dies bemerkte und die beiden vertrieb. Noch viel stärker malträtierte Tage später die Natur den Kran.

An diesen Kran an der Bollstrasse machten sich die Vandalen zu schaffen.
An diesen Kran an der Bollstrasse machten sich die Vandalen zu schaffen.
Marc Dahinden

Plötzlich riss ihn am vorletzten Wochenende etwas aus dem Schlaf, mitten in der Nacht, kurz vor 4 Uhr früh. Kein Knall, kein Schrei, sondern ein merkwürdiges kratzig-metalliges Geräusch war es, das von draussen her kam.

Yosry Badawy, der mit seiner Frau an der Bollstrasse in Seen in einem alten Bauernhaus wohnt, beschloss aufzustehen und nachzusehen. Als er vor die Tür trat und sah, was sich auf der Baustelle nebenan zutrug, erstarrte er kurz vor Schreck: «Zwei schwarz gekleidete vermummte Männer schraubten tatsächlich am Kran herum»

Badawy, der bekannte ägyptische Falafel-Verkäufer vom Merkurplatz, war völlig ausser sich. Was, wenn sie den gut 20 Meter hohen Kran damit entsicherten und dieser auf sein Haus krachen würde, oder die Strasse? «Ich schrie ‹Stopp, aufhören›!», erzählt er. Die beiden hätten sich dann mit Motoradhelm auf ihre Mountain Bikes geschwungen und seien geflüchtet, Badawy zu Fuss und bewaffnet mit einem Besen hinterher. Nach einigen hundert Metern aber verlor er sie aus den Augen.

Um 4.10 Uhr ging bei der Stadtpolizei die Meldung des Vorfalles ein. Die Streife habe vor Ort keine Unregelmässigkeiten festgestellt, heisst es auf Nachfrage, und eine Anzeige sei bislang auch nicht eingegangen. Dass die zwei Geflüchteten sich jedoch tatsächlich vor Ort am Kran zu schaffen gemacht haben, ist sehr wahrscheinlich.

«Unser Polier hat sich das angeschaut. Zwei Sicherungssplinte haben am Kran gefehlt», sagt Hansueli Weilenmann, der Geschäftsführer des gleichnamigen Effretiker Bauunternehmens. Mit solchen Splinten, die aussehen wie Spangen, sichert man die Schlagbolzen, die wiederum die Mastelemente zusammenhalten. Schrauben hätten keine gefehlt. Trotzdem sei der Eingriff nicht unproblematisch: «Für irgendetwas sind die Sicherungen ja da», sagt Weilenmann trocken.

Einen Verdacht, wer hinter dem Vandalen-Akt stecken könnte, hat der Bauunternehmer nicht. «Ich kann es mir nicht erklären», sagt er. Gegen das Bauprojekt – ein Neubau eines 3-Familien-Hauses, sowie der Umbau eines Bauernhauses – seien die üblichen Einsprachen eingegangen.

Wie üblich hätten die Anrainer versucht, sich ein paar Vorteile zu sichern. Man habe mit jedem eine Lösung gefunden. Anzeige gegen Unbekannt werde er jedenfalls nicht erstatten. Die Baustelle sei standardmässig mit Brettern und Gittern abgesperrt. «Aber wer Zutritt will, der verschafft ihn sich auch.» Vandalismus und Diebstahl seien aber seit etwa zehn Jahren kein gravierendes Problem mehr.

Blitz erledigte den Rest

Anwohner Badawy und seine Nachbarn halten seit dem Vorfall ein Auge auf die Baustelle. Wenn die Natur zuschlägt, sind aber auch sie machtlos, so geschehen am letzten Donnerstag. Dann schlug nämlich ein Blitz in den besagten Kran ein. Über dessen Stromleitung verteilte sich die Spannung über den ganzen Stromkreis der Baustelle – und die daran angeschlossenen Geräte. Das Resultat: Tischkreissägen und auch der Stromverteiler am Kran wurden verschmort.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch