Neuhegi

Velofahrer unerwünscht in Hegis Parkband

Entgegen dem Gestaltungsplan will die Stadt das geplante Parkband in Neuhegi nur für Fussgänger öffnen. Anwohner und Veloverbände erwägen nun einen Rekurs.

Entgegen des Gestaltungsplans sind Velofahrer in den geplanten Parkbändern in Neuhegi nicht erwünscht.

Entgegen des Gestaltungsplans sind Velofahrer in den geplanten Parkbändern in Neuhegi nicht erwünscht. Bild: Quelle GIS, Grafik ak

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Zwei schmale Parkbänder von 25 Metern Breite und 80 beziehungsweise 150 Metern Länge sollen künftig den Eulachpark, das Schulhaus Neuhegi und das umliegende Wohnquartier mit dem Bahnhof Hegi verbinden. Vor ­wenigen Tagen hat der Stadtrat die Baubewilligung erteilt. Die zwei 1,9 Millionen Franken teuren Pärke sind für die Winterthurer Steuerzahler «gratis», bezahlt werden sie nämlich von den Bauherren der Parzellen nebenan. Mehrwertabschöpfung heisst das.

Seit 2010 fest in der Planung

Doch nicht alle Winterthurer freuen sich über das Geschenk. Im frisch bewilligten Projekt ist nämlich mit keinem Wort von den ­Velofahrern die Rede. Tatsächlich soll auf den geschwungenen, asphaltierten Wegen ein Fahrverbot herrschen. Das ärgert Kurt Egli von Pro Velo. Er ist überzeugt: Das Parkband ist eine wichtige Veloverbindung vom Quartier und Schulhaus Richtung Bahnhof. Ausserdem soll entlang der Gleise bis zum Bahnhof Grüze künftig eine überkommunale ­Veloschnellstrasse bestehen. Die grossräumige Veloplanung der Stadt wird somit auf einem kurzen Abschnitt unterbrochen.

Im Konflikt mit «Flanierweg»

Das Veloverbot kam unerwartet und kurzfristig. In allen früheren Planungen seit 2010 war immer von einer «Langsamverkehrsverbindung» im Parkband die Rede. Um dies sicherzustellen, wollten der VCS und Pro Velo im Jahr 2013 diese Veloverbindung sogar im Richtplan schreiben. Der Stadtrat lehnte einen solchen Eintrag damals ab. Er sei unnötig, weil die Forderung bereits durch den Gestaltungsplan sichergestellt sei. Nun, ganz am Ende des Planungsprozesses, will die Stadt doch auf die Veloverbindung verzichten. Eine solche stehe «nicht mit dem Nutzungskonzept (des Parks) in Einklang». Zudem gebe es im Umfeld des Parkbands «bereits ein dichtes Netz an zweckmässigen und attraktiven Veloverbindungen respektive es sind neue Verbindungen in Planung», argumentierte der Stadtrat in einer Medienmitteilung vom Juli, als die Baueingabe erfolgte.

Auf einen Protestbrief des VCS hin erläuterte der Stadtrat Mitte Juli sein Vorgehen detaillierter. Es sei richtig, dass die Veloverbindung 2013 in Aussicht gestellt worden sei. Während der Planungsphase seien jedoch «Fachleute zum Schluss gekommen, dass auf die Veloverbindung verzichtet werden kann». Sie habe «keine Netzfunktion» und würde nur den Anstössern der Ida-Sträuli-Strasse einen direkten Nutzen bringen. Hingegen stünde sie im Konflikt zum Parkkonzept als «Flanierweg». Das stärkste Argument des Stadtrats: Zwischen Parkband und Solarstrasse, also in der Verlängerung der Ida-Sträuli-Strasse, sei eine öffentliche, durchgehende Langsamverkehrsverbindung «zwingend vorzusehen».

Skepsis bei den Anwohnern

Diverse Anstösser und Verbände erwägen in diesen Tagen trotzdem, Rekurs gegen die Parkband-Pläne einzulegen. «Zusagen des Stadtrats und Gestaltungspläne können sich ändern, wie der ak­tuelle Fall zeigt», sagt Kurt Egli. Denn die vom Stadtrat erwähnte Alternativverbindung ist planungsrechtlich genauso verbindlich oder eben unverbindlich wie die nun kurzfristig abgelehnte ­Veloverbindung im Parkband. Anwohner und Verbände befürchten eine Salamitaktik mit einer Nulllösung, bei der das fehlende Stück der Veloverbindung letztlich an keiner Stelle realisiert wird. In Hegi wünscht man sich Klarheit über die Veloplanung im Quartier. Velofahrer mussten streiten

Denn schon zweimal hatten die Velofahrer in Neuhegi mit der Stadt für ihre Lieblingsrouten streiten müssen. Bei der Eröffnung des Eulachparks verhängte die Stadt, entgegen früherer Zu­sagen, ein Veloverbot auf dem Strässchen zwischen Schulhaus Eulachpark und Halle 710. Im Februar 2011 wurde es nach Protesten aufgehoben.

Auch auf der kurzen Wegverbindung vom Eulachpark zur Rümikerstrasse, welche Anwohnern seit Jahren als Velo-Einkaufsstrecke dient, gilt Fahrverbot. Begründet wurde dies damit, dass die Rümikerstrasse, wo Tempo 50 gilt, für sicheres Linksabbiegen zu gefährlich sei. Auch hier wirkte der Protest der Anwohner: Im Zuge des Schulhausneubaus wird das Weglein nun zur offiziellen Veloverbindung aufgewertet. Nachdem Anwohner einen Rekurs gegen das Schulhaus ergriffen hatten, lenkte die Stadt ein und beschloss Tempo 30 auf der Rümikerstrasse. (Der Landbote)

Erstellt: 22.10.2017, 17:19 Uhr

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