Weisslingen

Wasserpflanze vertreibt Badende aus dem Weiher

Der Weiher bei Weisslingen wird in den nächsten Jahren überwuchern. Gemeinde und Kanton haben beschlossen, den Untergrund nicht mehr zu mähen.

In einigen Jahren wird der Brauiweiher wohl zuwachsen. Badende müssen eine Alternative suchen.

In einigen Jahren wird der Brauiweiher wohl zuwachsen. Badende müssen eine Alternative suchen. Bild: J. Bossart

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Der Brauiweiher in Weisslingen gilt als idyllische Alternative zu überfüllten Freibädern und Seeufern. Doch mit dem Baden wird dort bald Schluss sein. Denn Gemeinde und Kanton wollen das Gewässer, das seinen Namen von der einstigen Brauerei Wagner erhielt, sich selbst überlassen.

Seit Jahren breitet sich im Gewässer das Quirlige Tausendblatt aus. Das ist eine Wasserpflanze, die bis zu drei Meter lang werden kann und sich schnell ausbreitet. Zwar hat die Gemeinde das krautartige Gewächs seit 2012 einmal im Jahr gemäht. Geholfen hat es vor allem in den letzten zwei ­Jahren aber nicht mehr viel, wie die Gemeinde in einer Mitteilung schreibt.

Vier mögliche Massnahmen

Das Zuger Umweltbüro Aqua Plus AG hatte in ihrem Auftrag noch Massnahmen erarbeitet, die es erlaubt hätten, weiterhin im Weiher zu baden. Die Gemeinde hätte die Algen weiterhin mähen, den Weihergrund abtiefen, einen Badesteg bauen oder den Grund des Weihers mit einem Netz abdecken können. Der Badesteg hätte rund fünf Meter vom Ufer weg ins Wasser hinausgeführt, sodass die Pflanze dort die Badenden nicht mehr so sehr gestört hätte.

«Naturschutzziele sind heute höher zu gewichten.»Marcel Marfurt, Gemeinderat

Da jedoch alle Varianten mit Kosten von über 100 000 Franken verbunden gewesen wären, hat die Gemeinde davon abgesehen, etwas zu unternehmen. Hinzu kommt, dass der Brauiweiher in einer Naturschutzzone liegt. Grosse Eingriffe sind praktisch nicht möglich. «Der Kanton ­würde sie uns nicht bewilligen», sagt der zuständige Gemeinderat Marcel Marfurt (SVP). Schon für das Mähen der Wasserpflanze musste die Gemeinde jeweils eine Sonderbewilligung einholen. Mähen und Entsorgen der rund zehn Tonnen Wasserpflanzen kamen jeweils auf rund 10 000 Franken im Jahr zu stehen.

Man wisse ausserdem nicht, wie es sich auf die Natur auswirken würde, wenn man etwa den Weiher vertiefe, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Kanton sei der Meinung, «dass es zum Lebenszyklus solcher Gewässer gehört, dass sie entstehen und wieder verschwinden». Und künst­liche Lebenserhaltungsmassnahmen seien gegen die Natur.

Naturschutzziele wichtiger

«Im Brauiweiher wird zwar seit Ewigkeiten gebadet», sagt Marfurt. «Doch heute sind die Naturschutzziele höher zu gewichten.» Ganz verzichten auf ihren Weiher müssen Erholungssuchende ­zunächst aber nicht. Denn die Liegewiese, die an der Illnauerstrasse etwas östlich des Wirtshauses Brauerei liegt, kann weiterhin genutzt werden. Auch das WC-Häuschen, das die Gemeinde während der Badesaison dort hinstellt, wird es weiterhin geben. Und die Fussballer dürfen auf dem Sportplatz westlich des Weihers auch weiterhin trainieren. «Heute wäre dieser Platz aller­dings nicht mehr bewilligungsfähig», sagt Marfurt.

In die Schlagzeilen geraten ist der Brauiweiher in der Vergangenheit nicht nur wegen der ­wuchernden Wasserpflanze. Am südlichen Ufer hatte sich vor ­Jahren eine FKK-Szene etabliert. Mit Verbotsschildern und regelmässigen Kontrollgängen durch die Kantonspolizei und einen privaten Sicherheitsdienst hat der Gemeinderat das Problem in den Griff bekommen. «Seither haben wir keine Reklamationen mehr erhalten», sagt Marfurt. ()

Erstellt: 01.05.2018, 17:28 Uhr

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