Eishockey

Wenn die Widerstandskraft nachlässt

Der EHCW zieht gegen ein starkes Ajoie einen mässigen Abend ein. Deshalb verliert er mit 1:6 hoch.

EHCW-Goalie Tim Guggisberg kassierte trotz vieler starker Paraden sechs Gegentore.

EHCW-Goalie Tim Guggisberg kassierte trotz vieler starker Paraden sechs Gegentore. Bild: Madeleine Schoder

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Wenn eine Mannschaft ständig verliert wie der EHC Winterthur, dann muss zwangsläufig mal ein Match so laufen wie der am Sonntagabend gegen Ajoie. Der endet dann halt 1:6. Die Kraft, sich gegen die Negativserie zu stemmen, kann nicht immer gleich gut mobilisiert werden wie ein paar Tage vorher noch in La Chaux-de-Fonds. Schon am Freitag in Langenthal war der EHCW nicht mehr an jene Leistung herangekommen. Dass die nicht zuletzt auch mentale Widerstandskraft im vierten Match innert acht Tagen nachliess, war fatal gegen einen Gegner wie Ajoie, der den EHCW nach der Niederlage beim ersten Auftritt der Saison in der Zielbau-Arena nicht (mehr) unterschätzte. «Ajoie hat heute seine ganze Klasse ausgespielt», anerkannte auch EHCW-Trainer Michel Zeiter. «Und wir sind an unser Limit gekommen.»

Zuvieles passte nicht

Weil zuvieles nicht passte, lag der EHCW nach dem ersten Drittel bereits 0:3 im Rückstand. Das 0:1 war ein an sich harmloser Weitschuss Thibault Frossards, den Goalie Tim Guggisberg aber nicht kommen sah und keiner seiner Vorderleute blockte. Am Ursprung des 0:2 stand ein Beinstellen von Jared Gomes hinter dem gegnerischen Tor. Ajoies Topskorer Philip-Michael Devos nutzte das erste Powerplay seines Teams mit einem präzisen Hocheckschuss. Beim 0:3 liess die Hintermannschaft des EHCW Reto Schmutz von hinten vors Tor ziehen und der bedankte sich. Ein paar Sekunden vorher hatten die Winterthurer noch viel schlechter ausgesehen, als sich alle fünf Feldspieler an der selben Bande der Längsseite verteidigten. Schmutz war dann alleine, scheiterte aber noch an Guggisberg. Ajoie nutzte nicht mal alle Konzentrationsfehler der Winterthurer aus, die wohl die Folge der hohen Dichte an Spielen in den letzten Wochen sind.

«Im Mitteldrittel dachte ich, dass wir nochmals ins Spiel zurückkommen könnten.»EHCW-Trainer Michel Zeiter

Es war nicht so, dass sich der EHCW nicht gegen sein Schicksal aufgelehnt hätte. Im Mitteldrittel spielte er zwölf Minuten lang recht gut. Das heisst, er liess hinten wenig zu und kam vorne auch zu Chancen. Die besten aber vergaben Kevin Bozon und Anton Ranov alleine vor Dominic Nyffeler. Es ist nicht auszuschliessen, dass ein Tor dem Spiel zu diesem Zeitpunkt eine Wende hätte geben können. «Auch ich dachte da, dass wir nochmals ins Spiel zurückkommen könnten», sagte Zeiter.

Doch das Tor fiel auf der Gegenseite, weil Jonathan Hazen auch das zweite Powerplay Ajoies nutzte, es war das 0:4 und die Entscheidung. Auch diesem Treffer ging eine wenig zwingende Strafe voraus. Der EHCW hätte wegen eins Crosschecks von Reto Schmutz Powerplay spielen können, doch Mike Küng wurde ebenfalls wegen Crosschecks auf die Strafbankgeschickt und bei vier gegen vier Feldspieler handelte sich Michael Roos dann die Strafe ein, die zum 0:4 führte. Giacomo Casserini nützte die Winterthurer Depression noch im Mitteldrittel gar noch zum 0:5.

Es war aus Winterthurer Sicht also ein höchst unerfreulicher Abend, auch wenn sich die Mannschaft nie hängen liess und im letzten Abschnitt wenigstens noch zu einem Tor durch Jared Gomes kam. Gut war eigentlich nur ein EHCW-Spieler, und das war trotz sechs Gegentreffern Torhüter Guggisberg, der eine noch höhere Niederlage mit vielen starken Paraden verhinderte. Es war aber auch ein Abend, wie er einem Team vom Format des EHCW gegen eines von der Klasse Ajoies passieren kann. Man kennt das von den vorangeganenen Spielzeiten her. Diese Spiele sind nicht das Problem des EHCW. Sondern diejenigen, die er verliert, obwohl er gut spielt. Deshalb hat er nach 31 Runden erst fünf Siege auf dem Konto.

Am Mittwoch gegen Thurgau

Also muss der EHCW bis am Mittwoch, wenn er in Weinfelden gegen Thurgau antritt, den Tritt wieder finden, wieder näher ans Leistungsoptimum herankommen. Irgendwann müsste das dann wieder mal zu einem Sieg reichen. Druck haben die Winterthurer keinen mehr, jedenfalls nicht aufgrund der Tabelle. Weil die EVZ Academy und die GCK Lions in letzter Zeit immer wieder mal gewonnen haben, ist der Playoff-Zug für den EHCW abgefahren. Der Rückstand auf das achtplatzierte Zug beträgt mittlerweile 22 Punkte.

(Der Landbote)

Erstellt: 06.01.2019, 22:53 Uhr

Swiss League

EHCW – HC Ajoie 1:6 (0:3, 0:2, 1:1)
Zielbau-Arena. - 600 Zuschauer. - SR Hungerbühler/Weber, Kehrli/Betschart. - Tore: 4. Frossard (Petrig, Weisskopf) 0:1. 14. Devos (Hauert, Joggi/Ausschluss Gomes) 0:2. 19. Reto Schmutz (Privet) 0:3. 34. Hazen (Hauert, Devos/Ausschlüsse Küng, Roos; Reto Schmutz) 0:4. 36. Casserini (Forrer, Hazen) 0:5. 44. Gomes (Schmidli) 1:5. 57. Montandon (Birbaum, Wüst/Ausschluss Schmidli) 1:6. - Strafen: 6x2 gegen den EHCW, 4x2 gegen Ajoie. - EHCW: Guggisberg; Blaser, Kobach; Molina, Küng; Roos, Silvio Schmutz; Guerra, Pozzorini; Schmidli, Homberger, Gomes; Ranov, Nigro, Wieser; Staiger, Keller, Bozon; Martikainen, Alihodzic, Hess. - Ajoie: Dominic Nyffeler; Pouilly, Hauert; Ryser, Birbaum; Casserini, Zaccheo Dotti; Weisskopf, Suleski; Hazen, Devos, Forrer; Macquat, Arnaud Montandon, Joggi; Wüst, Privet, Reto Schmutz; Petrig, Frossard, Arnold. - Bemerkungen: EHCW ohne Scherz, Allevi und Jonski (überzählig), Ajoie ohne Schmidt, Thibaudeau und Aebi (verletzt). 26. Pfostenschuss Dotti. 45. Pfostenschuss Ranov.

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