Elgg

Wer will, kann mitreden

Wie sollen Elgg und seine umliegenden Dörfer künftig aussehen? Wie viel Wachstum ist erwünscht? Und wo wird verdichtet? Die Gemeinde lädt die Bevölkerung ein, all das an einem Workshop zu diskutieren.

Gemeindepräsident Christoph Ziegler hat keine Angst, dass Elgg seinen Dorfcharakter verliert.

Gemeindepräsident Christoph Ziegler hat keine Angst, dass Elgg seinen Dorfcharakter verliert. Bild: Madeleine Schoder

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Herr Ziegler, in der Einladung zum Workshop ist auch von Befürchtungen die Rede. Wovor fürchten sich die Elgger, wenn es um die Entwicklung des Dorfes geht?
Es kommt vor, dass wir zum Beispiel ein Gewerbegebiet einzonen, und wenn dann die Baugespanne stehen, erschrecken sich die Leute über die Dimensionen. Aber am meisten befürchten die Einwohner wohl, dass Elgg seinen Dorfcharakter verlieren könnte. Doch diese Angst teile ich nicht.

Warum nicht?
Es wird keine Neueinzonungen mehr geben. Das hat der Kanton geregelt. Er macht zwar Vorgaben zur inneren Verdichtung und zum Wachstum, aber wir können das Ausmass immer noch steuern. Elgg wird nicht grundsätzlich einen anderen Charakter erhalten.

Das Entwicklungskonzept ist nun die Vorstufe für eine umfassende Revision der Bau- und Zonenordnung. Wo sehen Sie die Knackpunkte?
Auf unserem Gemeindegebiet haben wir sehr unterschiedliche Siedlungsstrukturen. Elgg ist ein Landstädtchen, dagegen sind die Dörfer und Weiler der ehemaligen Gemeinde Hofstetten sehr ländlich. Es gibt kaum Bauland, und es wird dort auch in Zukunft nicht mehr Land geben. Dort stellt sich sicher auch die Frage, was mit ehema­ligen Ställen und Scheunen passiert.

Und im Städtchen?
Da sehe ich den Knackpunkt vor allem in Alt-Elgg. Hier sind wir immer mit dem Thema Heimatschutz und baulicher Freiheit konfrontiert. Zudem gibt es Ladenlokale und Gewerbler, die andere Interessen haben als zum Beispiel die Wohnbevölkerung. Da prallen verschiedenste Ansprüche aufeinander.

Bund und Kanton geben in Sachen Raumplanung schon viel vor. Kann die Bevölkerung überhaupt noch Einfluss nehmen?
Ja sicher! Wir haben schon einen gewissen Spielraum, zum Beispiel beim Wachstum, beim Thema Verkehrsführung, bei der Parkplatzbewirtschaftung oder den Ortsdurchfahrten. Wir können etwas gestalten. Darum wollen wir die Bevölkerung mit dem Workshop auch in die weitere Planung einbeziehen.

Laufen Sie mit einer solchen Mitmachveranstaltung nicht Gefahr, dass am Ende nur Eigeninteressen Einzelner angemeldet werden.
Das ist bei der ganzen Bauthematik immer auch ein bisschen der Fall. Jeder möchte für sich etwas rausholen. Aber der Gemeinderat wertet die Ergebnisse der Diskussionen am Schluss ja aus und entscheidet, welche Anliegen in das Entwicklungskonzept einfliessen werden.

Die Frage, wie das eigene Dorf in Zukunft aussehen soll, ist durchaus auch mit Emotionen verbunden. Wie viele Teilnehmende erwarten Sie an dem Workshop?
Oh, das ist schwer zu sagen. Wenn wir fünfzig Leute sind, ist das gut. Wenn es mehr sind, ist es sehr gut. Ich hoffe, dass sich möglichst viele beteiligen, damit wir die Vorstellungen der Bevölkerung auch wirklich abholen können.

Mit der Fusion von Elgg und Hofstetten müssen auch die Bau- und Zonenordnungen vereint werden. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Um das Regelwerk entsprechend bearbeiten zu können, möchte der Gemeinderat zunächst ein räumliches Entwicklungskonzept (REK) erstellen. Dabei darf die Bevölkerung mitreden, wenn sie denn will: Am 6. Juli findet im Werkgebäude ein Workshop statt. Gemeindepräsident Christoph Ziegler (GLP) hofft auf rege Teilnahme.

Erstellt: 04.05.2019, 11:33 Uhr

Fünf Themen an fünf Tischen

Der Gemeinderat sowie die Planungsgruppe REK (räumliches Entwicklungskozept) haben für die Diskussion am 6. Juli fünf Themen definiert: Wachstum, innere Verdichtung zusammen mit der Frage, wie man mit grösseren Überbauungen und dem Dorfkern Elgg umgehen soll, Mobilität und Verkehr, Arbeitsplatzgebiet und Gewerbe sowie Erholung, Landschaft und Sport. Ziel sei es, dass sich jeder der Teilnehmenden zu mehreren Themen äussern kann. Das REK ist kein behördenverbindliches Regelwerk. Deshalb wird darüber nicht abgestimmt. Das fertige Konzept wird der Bevölkerung am 29. August lediglich präsentiert. Es dient als strategischer Leitfaden für die anschliessende Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO), die laut Bauvorständin Nicole Klein im nächsten Jahr angepackt wird. Über die BZO wird am Ende die Gemeindeversammlung befinden. Bis zum 28. Juni können sich Interessierte für den Workshop anmelden. Alle Unterlagen dazu sind auf der Gemeindewebsite www.elgg.ch aufgeschaltet. (rut)

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