Adlikon

Wie Roger Köppel im Weinland um ­Wählerstimmen buhlt

Der Ständeratskandidat und «Weltwoche»-Journalist will bis zu den Wahlen in jeder Zürcher Gemeinde reden. In Adlikon setzte er am Freitag den Standard.

Roger Köppel redete in Adlikon über die Themen Klimawandel, Einwanderung und Rahmenvertrag.

Roger Köppel redete in Adlikon über die Themen Klimawandel, Einwanderung und Rahmenvertrag. Bild: Marc Dahinden

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Zehn Minuten vor acht kommt Roger Köppel in den Saal des Restaurants Post in Adlikon. Es ist der erste von wohl 162 solchen Abenden. Köppel will jede Zürcher Gemeinde besuchen, seine Ideen präsentieren – und im Herbst Ständerat von Zürich werden.

Eine Stunde zuvor: Es gibt nur einen Saal in Adlikon. 130 Stühle stehen im Saal des Restaurants Post bereit. Um acht Uhr werden nur wenige unbesetzt bleiben. Manche haben mehr Leute erwartet. Kantonsrat Paul Mayer sagt, er selbst habe erst vor wenigen Tagen über Mundpropaganda vom Anlass erfahren. Sonst hätten sie vielleicht noch ein paar Leute mobilisieren können. «Es war eher kurzfristig.»

Vierzig Minuten vor dem Vortrag rechnet man noch mit allem. Die Feuerwehr wird die Parkplatzsituation organisieren, die Polizei wird vor Ort sein und für Ruhe sorgen, sagt der Geschäftsführer des Restaurants. Und auch der Feuerwehrmann, der die Autos einweist: «Wenn Köppel kommt, kommen die Leute, hiess es», sagt er achselzuckend.

«Einer, der Klartext redet»

In Adlikon hat die SVP bei den letzten Wahlen Stimmen eingebüsst. Ganze sechs Prozent hat die Partei verloren, wobei noch immer über die Hälfte der 569 Einwohner, nämlich 55 Prozent, für die SVP gestimmt hat. Im Restaurant Post bestellt sich ein Stammkunde einen sauren Most ohne Alkohol. «Was? Köppel hält heute hier einen Vortrag?» Er finde ihn schon gut. Er rede Klartext. «Wenn man heute Dinge sagt, die man vor vierzig Jahren noch sagen konnte, wird man gleich in die rechte Ecke gedrängt.» Er als Hobbyschütze sei froh, dass sich jemand gegen die EU stelle mit den Waffengesetzen. «Man muss sich bald schuldig fühlen, wenn man das Sturmgewehr noch zu Hause hat.»

«Zu Zeiten der Saurier war es tropisch in unserer Gegend.»Roger Köppel

Köppel rede Klartext, das rechnen ihm viele an im Saal. Die Tische füllen sich mit Gästen. Ein Schweizer Kreuz und Luftaufnahmen vom Weinland hängen hinter einer kleinen Bühne mit Notenständer. Köppel tritt dahinter, schaut in den Saal und beginnt. Drei Punkte will er abarbeiten. Den Klimawandel, die Einwanderung und den Rahmenvertrag.

Die «Weltwoche» liegt auf und auf jedem Tisch prangt das Cover des Magazins mit einem seitengrossen Auto-Inserat für den «meistverkauften Hybrid der Schweiz». Köppel beginnt mit dem Thema Klimawandel. «Wir sind gegen die rot-grüne Klimadiktatur.» Nicken im Saal. «Der menschengemachte Anteil des CO2 ist nicht matchentscheidend.» Nicken im Saal. «Ich bestreite den Klimawandel gar nicht, aber was hier passiert, ist ein politischer Missbrauch des Klimawandels.» Dann redet Köppel über die Einwanderung. «Der Migrationspakt ist etwas Gefährliches.» Zum Schluss der EU-Rahmenvertrag: «Das Rahmenabkommen will einen fremden Gesetzgeber in der Schweiz installieren.» Am Ende schliesst sich der Kreis. «Die Grünen und die Grünliberalen wollen ihre CO2-Politik über die EU einfliegen», sagt er und eröffnet die Fragerunde.

«Personal auswechseln»

Ein Landwirt meldet sich. Er fahre Elektroauto, habe Sonnenkollektoren und fliege nie. «Wann waren denn die Gletscher kleiner als heute?» – «Zu Zeiten der Saurier war es tropisch in unserer Gegend. Aber schon vor 150 Jahren waren die Gletscher am grössten.» Es gebe verschiedene Sichtweisen. Eine Frau, die auf dem RAV arbeitet, fragt, ob es sich denn überhaupt lohnt abzustimmen, wenn Vorlagen wie die Masseneinwanderung nicht umgesetzt werden. Sie sehe auf dem RAV, dass dieser Inländervorrang nicht helfe. «Man muss das Personal auswechseln», sagt Köppel. Nach etwas mehr als einer Stunde kommen keine Fragen mehr. Köppel bedankt sich, erinnert daran, wählen zu gehen, und der Saal leert sich langsam. Das war die erste Station. Noch weitere 161 Gemeinden warten auf ihn.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.04.2019, 08:36 Uhr

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