Eishockey

Wieder kein Glück für den EHCW

Im Shootout unterliegt der EHC Winterthur dem EHC Visp 1:2. Die Leistung hätte einen besseren Lohn verdient als nur einen Punkt.

Anthony Nigro erzielte das 1:1 für den EHCW und er traf auch im Penaltyschiessen.

Anthony Nigro erzielte das 1:1 für den EHCW und er traf auch im Penaltyschiessen. Bild: Madeleine Schoder

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Vom Glück ist der EHCW in dieser Saison nicht gerade begünstigt. So auch nicht gegen Visp. Beispiel Penaltyschiessen: Nachdem mit dem Walliser Dan Kissel und dem Winterthurer Anthony Nigro je ein Spieler verwertet hatte, traf EHCW-Stürmer Jared Gomes den Pfosten. Gleich danach erging es dem Visper Mark Van Guilder nicht besser. Auch er schoss an den Pfosten, doch von da prallte der Puck via EHCW-Goalie Tim Guggisberg ins Tor. Das war die Entscheidung in einem Match zwischen einem krassen Aussenseiter und einem Spitzenteam, in dem der David dem Sieg immer näher kam, je länger das Spiel dauerte, ihn aber letztlich doch nicht realisierte.Mit dem EHC Visp kam am Stephanstag nicht irgendeine Mannschaft in die Zielbau-Arena, sondern diejenige, die nebst Kloten als Team der Stunde in der Swiss League gelten darf. Das von Matti Alatalo trainierte Team hat jüngst in La Chaux-de-Fonds gewonnen, in Olten ebenso und Langenthal zu Hause geradezu zerzaust. Das 2:1 in Winterthur war der vierte Sieg in fünf Spielen. Gegen Ajoie resultierte die einzige Niederlage.

Kaum Fehler gemacht

In Winterthur traten die Walliser auf wie eine Mannschaft, die weiss, was zu tun ist, um zu gewinnen. Sie legten ein hohes Tempo vor, spielten gradlinig und machten Druck aufs EHCW-Tor, sie waren auch präsent vor Guggisberg. Nur selten konnte sich das Heimteam zunächst aus der Umklammerung lösen. Aber es hielt stand. «Wir machten kaum Fehler», lobte Trainer Michel Zeiter nach dem Match. Es war ein nächster Nachweis dafür, dass der EHCW in den letzten Wochen defensiv enorm stabil geworden ist, so stark, dass auch Teams der oberen Tabellenhälfte einiges richtig machen müssen, wenn sie zu Torchancen kommen wollen. EHCW-Goalie Guggisberg musste selten Glanztaten zeigen. Aber von ihm war saubere Arbeit gefordert, weil die Walliser vor ihm viel Verkehr erzeugten und so immer wieder heikle Situationen heraufbeschworen.

Aber selbst ein Topteam der Swiss League kann nicht 60 Minuten auf demselben Level spielen. Das gelang auch den Vispern nicht. Im Mitteldrittel liessen sie etwas nach, begingen das eine oder andere kleine Fehlerchen, und sofort war der EHCW besser im Spiel. Ja, im Nachgang muss man sagen: Es war die Phase, in der die Winterthurer Visp hätten ins Wanken bringen können. Dazu hätte es ein Tor gebraucht. Doch Silvan Hess, Kevin Bozon oder auch Anton Ranov vergaben sehr gute Chancen zum 1:0.

Zeiter findet die Lösung

So wars dann eben Visp, das zuerst einen Fehler des Gegners ausnutzte: In der 46. Minute hatte Tomas Dolana etwas zu viel Raum und brachte sein Team mit einem präzisen Hocheckschuss 1:0 in Führung. Der EHCW hatte zunächst Mühe zu reagieren, doch dann fand Trainer Zeiter eine Lösung: Er bildete mit Nigro, Gomes und Luca Homberger eine neue Sturmformation, und die war schon im ersten Einsatz erfolgreich: In der 55. Minute glich Nigro zum 1:1 aus. Mit diesem Trio verfügte der EHCW über eine schnittige Waffe in der Offensive, und beinahe hätte sie dem Heimteam noch den Sieg eingebracht. Nigro kam in der letzten Minute noch zweimal gefährlich vors Visper Tor, beim zweiten Mal konnte er nur mit einem Foul am erfolgreichen Schuss gehindert werden. Das brachte dem EHCW ein Powerplay ein, das bis in die Verlängerung dauerte. Auch da hätte es noch Möglichkeiten gegeben, den Sieg zu erzwingen. Doch im Penaltyschiessen lief es anders.

Gegen GC brauchts einen Sieg

«Die Niederlage ist bitter, weil wir in einem guten Match mitgehalten haben», fasste Zeiter zusammen. «Wir haben strukturiert agiert. Man merkt, dass die Mannschaft nun eine Zeit lang zusammenspielen kann. So hätte ich es gerne zu Beginn der Saison gehabt.» Der Rückstand auf den Playoff-Strich ist gross. Aber offensichtlich ist, dass beim EHCW deswegen niemand den Kopf hängen lässt. Das ist ein gutes Zeichen. 17 Partien sind noch zu absolvieren, 51 Punkte werden da verteilt. Wer die Winterthurer in den letzten Wochen hat spielen sehen, wird nicht ausschliessen, dass sie eine Aufholjagd starten können. Klar ist aber: Sie muss mit dem nächsten Heimspiel am Sonntag gegen die GCK Lions beginnen.

Erstellt: 26.12.2018, 20:27 Uhr

Swiss League

EHCW – EHC Visp 1:2 n. P. (0:0, 0:0, 1:1, 0:1)
Zielbau-Arena. – 850 Zuschauer. – SR Müller/Hendry; Dreyfus/Ambrosetti. – Tore: 46. Dolana (Heynen) 0:1. 55. Nigro (Gomes) 1:1. – Penaltyschiessen: Guerra -. Kissel 0:1. Nigro 1:1. Altorfer -. Gomes -. Van Guilder 1:2. Homberger -. Sturny -. Staiger -. - Strafen: 4x2 gegen den EHCW. - EHCW: Guggisberg; Guerra, Küng; Molina, Kobach; Pozzorini; Blaser, Schmutz; Staiger, Keller, Bozon; Ranov, Nigro, Wieser; Hess, Homberger, Gomes; Martikainen, Alihodzic, Roos; Allevi. - Visp: Rochov; Nater, Camperchioli; Heynen, Steiner; Lindemann, Wiedmer; Haueter, Brantschen; Sturny, Van Guilder, Kissel; Furrer, Ritz, Burgener; Zwissler, Brügger, Altorfer; Fogstad, Achermann, Dolana. - Bemerkungen: EHCW ohne Schmidli (verletzt), Scherz (krank) und Jonski (überzählig). Visp ohne Lory und Hofstetter (verletzt) sowie Fellay und Valenza (überzählig). 17. Lattenschuss Lindemann. 43. Pfostenschuss Blaser. 57. Pfostenschuss Van Guilder. Visp von 19:59 bis 20:00 ohne Torhüter. 59:28 Time-out EHCW.

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