Winterthur

Winterthurer CVP verweigert eigenem Fraktionspartner die Unterstützung

Bemerkenswerter Entscheid der Partei: Die CVP will den EDU-Politiker Zeno Dähler nicht im Stadtrat sehen und beschliesst stattdessen Stimmfreigabe.

Muss die Last des Wahlkampfs alleine tragen: EDU-Mann Zeno Dähler, hier mit seinem Montagelift «Pit». Bild: Marc Dahinden

Muss die Last des Wahlkampfs alleine tragen: EDU-Mann Zeno Dähler, hier mit seinem Montagelift «Pit». Bild: Marc Dahinden

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Für die Stadtrats-Ersatzwahl vom 7. Juli kandidiert neben Annetta Steiner (GLP) und Kaspar Bopp (SP) auch der EDU-Politiker Zeno Dähler. Letzterer bildet als einziger EDU-Vertreter im Winterthurer Stadtparlament zusammen mit den drei CVP-Vertretern eine Fraktion. Nun hat die CVP beschlossen, ihrem Fraktionskollegen die Unterstützung zu verweigern. Für die Ersatzwahl gilt offiziell Stimmfreigabe, Zeno Dähler muss alleine durch die kommenden Wochen.

Eigentlich hatte die CVP die Stimmfreigabe schon Mitte Mai beschlossen, damals war aber die Kandidatur Dählers noch nicht bekannt. Nun ging die Parteiführung übers Wochenende nochmals über die Bücher, wie Präsident André Zuraikat auf Anfrage sagt. Der neue Beschluss sei definitiv.

Zu den Gründen will sich Zuraikat trotz mehrmaliger Nachfrage nicht äussern. «Es gibt verschiedene Gründe, aber keiner davon ist persönlich», sagt er einzig. Auf die Frage, ob es denn konsequent sei, jahrelang mit jemandem eng in der Fraktion zu politisieren und ihn dann bei einem Exekutiv-Wahlkampf fallen zu lassen sagt Zuraikat: «Der Gemeinderat und der Stadtrat sind zwei verschiedene Sachen.»

«Bin nicht enttäuscht»

Zeno Dähler selber sagt auf Anfrage, die Stimmfreigabe der CVP sei ihm schon bewusst gewesen, als er sich entschlossen habe, zu kandidieren: «Ich bin ein Aussenseiter-Kandidat von einer Aussenseiter-Partei.» In diesem Sinne sei er auch nicht enttäuscht über den Entscheid der CVP noch wolle er irgendjemandem etwas nachtragen. Er werde in der gemeinsamen Fraktion mit der CVP bleiben.

Dähler steht laut eigener Aussage noch völlig am Anfang seines Wahlkampfs für den 7. Juli. «In den nächsten Tagen setze ich mich intensiv mit der Frage auseinander, wie ich den Wahlkampf führen will», sagt er.

Erstellt: 29.05.2019, 12:15 Uhr

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