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Fünf Türen und nie mehr schwitzen im Bus

Ein Gelenkbus mit fünf Türen, das ist Schweizer Premiere. Gestern wurden die ersten Fahrzeugeder neuen MAN-Flotte feierlich dem Betrieb übergeben.

Fünf Türen für ein fast 19 Meter langes Fahrzeug sind in der Schweiz Premiere. Der Fahrgastwechsel wird beschleunigt, die Stoppzeiten an Haltestellen verkürzt.
Fünf Türen für ein fast 19 Meter langes Fahrzeug sind in der Schweiz Premiere. Der Fahrgastwechsel wird beschleunigt, die Stoppzeiten an Haltestellen verkürzt.
Johanna Bossart

Fast wie ein Bus-Ballett wirkt es, als die blumengeschmückten Fahrzeuge um die Kurve in die leere Halle des Depots steuern und gut choreografiert vor der Festgesellschaft zum Stehen kommen. Die beiden Chauffeure Beat Dönni und Dragan Stevic sind schon auf den neuen Bussen geschult worden, deshalb wurden sie für diese Aufgabe ausgewählt.

Es sei ein tolles Gefühl, in einem nagelneuen Fahrzeug zu sitzen. Das Cockpit sei sehr komfortabel und die neue Rückfahrkamera eine gute Erfindung. Das Fahren selber sei aber gleich. «Ein paar Knöpfe sind an einem anderen Ort», und man müsse halt eine Tür mehr im Auge behalten. Aber das sei eine gute Sache, so würde der «Durchfluss» der Fahrgäste verbessert.

Das heisst, die Leute verteilen sich besser im Bus und stehen einander nicht im Weg. «Die fünf Türen sollen den Fahrgastwechsel beschleunigen», sagt Thomas Nideröst, Direktor Stadtbus. Wenn viele Personen zu- und aussteigen wollen, kann der 18,75 Meter lange Bus schneller wieder losfahren, als wenn sich die Leute wie bislang nur auf vier Türen verteilen.

Ausserdem würden die Leute schneller einen Platz finden. Beim dreiachsigen Gelenkbus wurden die Sitze so angeordnet, dass möglichst grosse Stehflächen verfügbar sind. «Damit wollen wir der wachsenden Zahl von Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen gerecht werden», so Nideröst. Die Rollstuhlrampe befindet sich vor der Achse bei der Tür Nummer 3.

Sicherheit beim Aussteigen

Für zusätzliche Sitzmöglichkeiten sorgen acht Klappsitze. Sechs davon werden zu den Hauptverkehrszeiten (6–8 und 16–19 Uhr) gesperrt. Dafür kann man sich dann – wie in manchen Kirchenbänken – auf die (gepolsterte) Kante hocken. Eine weitere Neuerung, die Ältere und Sehbehinderte besonders schätzen werden, ist die Lampe am Trittbrett, die das Trottoir vor der Stufe beleuchtet und so das Ein- und Aussteigen bei Dunkelheit erleichtert.

Insgesamt hat Stadtbus bei MAN neun Gelenkbusse und zwei Autobusse gekauft, die ab nächstem Montag normal eingesetzt werden. Alle Fahrzeuge haben eine Klimaanlage, damit ist jetzt die ganze Fahrzeugflotte von Stadtbus klimatisiert. Die 360 PS starken und 10,5 Liter grossen Dieselmotoren sind nach Euro-6-Norm ausgerüstet.

Beim Festakt übergab Stefan Würm vom Fahrzeughersteller MAN den symbolischen Schlüssel an ThomasNideröst. Bevor die beiden Busse aus der Halle gesteuert wurden, taufte sie Werkvorsteher Mat­thias Gfeller (Grüne), indem er den beiden Chauffeuren zwei rotweisse Hufeisen übergab, die der ganzen Stadtbus-Flotte Glück bringen sollen.

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