Fussball-Cup

«Wir wollen ein Fussballfest feiern»

Der kleine Zürcher Quartierklub FC Seefeld trifft am Samstag im Cup auf die einst grossen Grasshoppers.

35 000 Franken kostet den FC Seefeld das Spiel gegen GC. Präsident Marc Caprez hofft auf Gewinn.

35 000 Franken kostet den FC Seefeld das Spiel gegen GC. Präsident Marc Caprez hofft auf Gewinn. Bild: Matthias Scharrer

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Das grosse Los für den FC Seefeld wurde kurz vor den Sommerferien gezogen. Nun ist es soweit: Der Quartierklub spielt am Samstag gegen den Grasshopper Club Zürich. Seefeld gegen GC, das ist ein Derby der besonderen Art: Amateure gegen Profis, Zweitligist gegen Rekordmeister und Rekordcupsieger – auch wenn der Rekordehalter diese Saison nur noch in der Challenge League spielt.

In der Woche vor dem grossen Ereignis üben auf der Sportanlage Lengg, wo der FC Seefeld zu Hause ist, die Nachwuchsspieler. Es läuft die Junioren-Trainingswoche kurz vor dem Saisonstart. Die Gespräche der Eltern, Funktionäre und Helfer am Spielfeldrand kreisen alle um ein Thema: das Spiel gegen GC.

Vor dem Klubhaus erzählt Pascale Fischer von den Vorbereitungen. Sie ist Vorstandsmitglied des FC Seefeld und so etwas wie der gute Geist im Verein. «Mädchen für alles», nennt sie es. «Wir haben hier auf der Terrasse die Cup-Auslosung live auf unseren Handys verfolgt», sagt Fischer. Als klar war, dass der FC Seefeld auf GC trifft, habe zuerst grosse Freude geherrscht. Doch schon bald seien warnende Stimmen laut geworden: «Ihr müsst aufpassen, die GC-Fans sind nicht ohne», habe es geheissen. Ein Sicherheitskonzept musste her.

«Das Spiel gegen GC macht uns keine Angst»

Für Marc Caprez, Präsident des FC Seefeld, sind sportliche Grossanlässe nichts allzu Aussergewöhnliches: Er ist Kommunikationsleiter des Stadtzürcher Schul- und Sportdepartements, ausserdem war er zeitweise Direktor des Fifa-Museums. «Das Spiel gegen GC macht uns keine Angst», sagt er. «Bei uns herrscht eine Willkommenskultur. Wir wollen alle ein grosses Fussballfest feiern.» Schon bald nach der Auslosung habe der FC Seefeld Kontakt mit GC aufgenommen. Der Fanbeauftragte des Grossklubs habe zugesichert, dass alles in Minne verlaufen werde. Auch mit der Stadtpolizei gab es Gespräche.

Rund um das Spielfeld kümmern sich nun Seefeld-Klubmitglieder darum, dass alles in geordneten Bahnen abläuft. Ausserhalb der Sportanlage schaut die Stadtpolizei zum Rechten. Lediglich zum Schutz der Spieler und Schiedsrichter hat der FC Seefeld laut Caprez einige Security-Leute angeheuert.

Um Auseinandersetzungen zu vermeiden, werden die Fansektoren voneinander abgegrenzt: Die 550 Tribünenplätze in der noch aufzubauenden GC-Fankurve sind durch einen hohen Zaun vom Spielfeld und der angrenzenden Tribüne abgesondert. Insgesamt werden Stehplatz-Tribünen für rund 1500 Leute rund ums Spielfeld montiert – von Klubmitgliedern, unter Anleitung von Fachleuten. Die Tische und Stühle vor dem Klubhaus mutieren zu VIP-Plätzen, wie Fischer erzählt, die den Gastro-Bereich organisiert. Die Gäste-Tickets sind bereits ausverkauft; für den Fansektor der Heimmannschaft sind heute Donnerstag beim Klubhaus noch wenige Tickets erhältlich.

Caprez hofft, dass ein kleiner Gewinn für den FC Seefeld herausspringt. 35 000 Franken und die Gratisarbeit von 170 freiwilligen Helfern investiere der Klub in das grosse Spiel. Bei 1500 Tickets für jeweils 15, 35 oder 100 Franken könnte die Rechnung aufgehen, rein finanziell.

Und sportlich? «GC bleibt GC», sagt Caprez. «Pro Liga rechnet man mit zwei Toren Unterschied.» Demnach müsste GC mit rund sechs Toren Vorsprung gegen das grossteils aus Studenten bestehende Team des FC Seefeld gewinnen. Aber natürlich gibt es da noch die Hoffnung auf eine Überraschung: «Es würde uns mega freuen, wenn es uns gelänge, den Gegner zu kitzeln», sagt Caprez.

Erstellt: 14.08.2019, 20:14 Uhr

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