Eishockey

«Wir wollen ein hart arbeitendes Team sein»

Zack Torquato bildet mit Riley Brace das Ausländerduo in Winterthur. Der EHCW ist seine dritte Station in Europa. Am Dienstag bestreitet er sein erstes Derby gegen Thurgau.

Ein verantwortungsbewusster Leader: Zack Torquato im Spiel gegen Olten.

Ein verantwortungsbewusster Leader: Zack Torquato im Spiel gegen Olten. Bild: Madeleine Schoder

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Zack Torquato ist keiner, der viel spricht. Aber wenn der 30-jährige Center des EHCW etwas sagt, dann hat es Gewicht. Etwa den Satz: «Wir müssen unsere Identität als hart arbeitendes Team zeigen.» In den ersten beiden Spielen des EHCW war das nur einmal der Fall. Prompt resultierte gegen Olten ein 2:1-Sieg, den nicht viele erwarteten. Einen Tag später aber wurde, zumindest zu Beginn, zu wenig gearbeitet. Also resultierte gegen die GCK Lions eine 4:7-Niederlage. «In der Liga sind alle eng zusammen. Wer nicht auf seinem Level spielt, der verliert», meint der Kanadier.

«Zack verkörpert alles, was wir gesucht haben: Er ist ein Supertyp, zeigt Leadership und ist verantwortungsbewusst. Ein richtiger Vollprofi.»EHCW-Trainer Michel Zeiter

Torquato ist eine der wichtigsten Figuren auf dem Schachbrett von Michel Zeiter. Zack verkörpert alles, was wir gesucht haben: Er ist ein Supertyp, zeigt Leadership und ist verantwortungsbewusst. Ein richtiger Vollprofi», lobt der Trainer seinen Spieler. Der Center sieht sich selber nicht in erster Linie als Skorer: «Ich versuche ein Spielmacher zu sein und den anderen zu helfen besser zu werden, jeden Tag», lautet sein Credo.

Sieben Autostunden nach Toronto

Aufgewachsen ist Torquato in Sault Ste. Marie, ganz im Norden von Ontario. Das heisst: Sieben Autostunden nördlich von Toronto. «Im Sommer habe ich auch Baseball gespielt. Aber das ging nur etwa zwei Monate im Jahr. Bei uns ist es so kalt und es hat so viel Schnee, dass man froh ist, gibt es die Eisrinks.» Da lernten er und seine Freunde schlittschuhlaufen und schiessen. Und es war gut, gab es im Ort mit Sault Ste. Marie North Stars ein Juniorenteam. Aber um weiterzukommen, musste er von zuhause ausziehen. Fünf Jahre lang spielte Torquato im Süden Ontarios für die Erie Otters in der Ontario Hockey League, einer der besten Junioren-Ligen in Nordamerika.

2007 wurde der 1,83 grosse und 88 kg schwere Stürmer in Runde 6 von den Detroit Red Wings gedraftet. «Das war eine gute Sache, denn die Red Wings sind eine gute Organisation», erinnert er sich. Er durfte in die Trainingscamps des NHL Teams, «Die Gelegenheit war da, aber ich schaffte es nicht ins Team». So spielte er nochmals für die Erie Otters, in der AHL für die Grand Rapids Griffins und die Rockford IceHogs und vor allem in der East Coast Hockey League für die Wheeling Nailers. Dort traf er auch auf Riley Brace, mit dem er auch beim EHCW ein Duo bildet.

«Ich habe lange von der NHL geträumt und bin deshalb vielleicht eher ein, zwei Jahre zu spät nach Europa gekommen.»Zack Torquato

«Ich habe von der NHL geträumt und bin deshalb vielleicht eher ein, zwei Jahre zu spät nach Europa gekommen», denkt er. «Aber nichts geschieht ohne Grund. Ich bin zufrieden so, wie es ist.» Mit Brace zusammen spielte Torquato ab 2016 zwei Jahre in Cortina, danach, ohne Brace, ein Jahr in Dänemark bei den Herning Blue Fox. Cortina habe ihn ein wenig an die Schweiz erinnert, in Dänemark seien Fussball und Handball natürlich wichtiger gewesen als Eishockey. «Aber in Herning hatten wir eine gute Fanbasis.» Auch seien die Eisfelder kleiner gewesen als sonst in Europa. «Fast wie in Nordamerika, deshalb war das Spiel sehr physisch.»

Bisher habe er mit seinen Engagements in Europa Glück gehabt, findet Torquato. Auch in Winterthur, seiner ersten Station in der Schweiz, hat es ihm auf Anhieb gefallen: «Ein schönes Land, sehr nette Leute. Bisher ist alles erste Klasse, auch die Organisation und der Coaching-Staff.» Er wohnt im Eichliacker-Quartier, oft benutzt er das Fahrrad.

Offensiv produzieren

Aber er weiss, was auf dem Eis gefragt ist: Tore. Er ist überzeugt, sie zusammen mit Brace liefern zu können. «Wir spielen schon ein paar Jahre zusammen und sind auch neben dem Eis gute Freunde. Die Chemie stimmt und ich hoffe, wir können dem Team helfen, ins Playoff zu kommen», sagt er. Zwar ist die Saison noch jung und eine Einschätzung fällt noch schwer. Aber Torquato ist überzeugt: «Riley und ich können offensiv produzieren, aber wir sind auch defensiv stabil und verlässlich.»

Heute Abend wird das Kanadier-Duo des EHCW sein erstes Derby gegen Thurgau erleben. Torquatos Rezept: «Es ist offenslichtlich, dass wir weniger Tore und weniger Strafen kassieren dürfen als am Samstag. Wir haben mit Tim Guggisberg einen guten Torhüter. Aber wir müssen ihm helfen.»

Erstellt: 16.09.2019, 18:23 Uhr

Von Anfang an Feuer reinbringen

Für das erste von nur noch vier Derbys gegen Thurgau kann EHCW-Trainer Michel Zeiter am Dienstag (20 Uhr, Zielbau-Arena) mit Ausnahme des langzeitverletzten Luca Homberger sein ganzes Kader aufbieten. Zeiters Analyse der 4:7-Niederlage gegen die GCK Lions hat Folgendes ergeben: «Dafür, dass wir im ersten Drittel so schlecht spielten, war das Resultat mit 4:5 bis kurz vor Schluss verdammt gut.» Gefallen hat ihm auch, dass sein Team vier Tore mit fünf gegen fünf Feldspieler erzielt hat. Im Video hat er seinen Spielern aber vorgeführt, wie nachlässig sie das Spiel begonnen haben, vor allem punkto Laufarbeit und Biss in den Zweikämpfen. «Gegen Thurgau müssen wir das Feuer wieder von Anfang an reinbringen», fordert Zeiter. Das dürfte in einem Derby kein Problem sein.

Der HC Thurgau steht nach zwei Spielen wie der EHCW mit drei Punkten da und hat gegen vergleichbare Gegner gespielt. Gegen Kloten verlor das Team von Stephan Mair in der Verlängerung, bei Neuling Sierre gewann es nach einem frühe 0:2-Rückstand 4:3 im Penaltyschiessen. (uk)

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!