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WWF kürt Töss-Unterlauf zur Gewässerperle

Das Mündungsgebiet der Töss ist besonders artenreich. Der WWF hat den Bereich als Gewässerperle definiert. Die Thurauen gelten hingegen nicht als «Perle».

Kurz bevor die Töss in den Rhein mündet fliesst sie durch weitgehend unberührte Naturlandschaften.
Kurz bevor die Töss in den Rhein mündet fliesst sie durch weitgehend unberührte Naturlandschaften.
Johanna Bossart

Schweizweit hat der WWF 64 Gewässerabschnitte als besonders schutzwürdig eingestuft und in einer Broschüre als «Gewässerperlen» aufgeführt. Mit dabei sind nationale Grössen wie der wilde Oberlauf der Verzasca im Tessin oder die tosende Kander oberhalb von Kandersteg. Als besonders artenreich und wertvoll erachtet der WWF aber auch zwei Flüsse, die durch die Region Winterthur fliessen: Die Töss und die Thur. Allerdings erfüllen nur einzelne Abschnitte der Flüsse die strengen Kriterien für diese Bezeichnung.

Der WWF will sich in den definierten Gebieten für griffige Schutzmassnahmen einsetzen, wie es in einer Mitteilung heisst. Denn es handle sich um die letzten natürlichen Fliessgewässer der Schweiz.

Fadenmolch und Biber

Als solches Naturparadies hervorgehoben wird der Unterlauf der Töss. Vor allem für die sogenannten «Kieslaicher» sei der Mündungsbereich in den Rhein bei Teufen ein wichtiger Lebensraum. Arten wie Äsche, Barbe oder auch die seltene Nase fänden dort lockeren Kies, um zu laichen. Auch Fadenmolch, Feuersalamander, Ringelnatter oder Biber seien heimisch.

Als «sehr wertvoll» definiert der WWF auch das Mündungsgebiet der Thur in den Rhein. Seit 2008 wird der Flusslauf dort aufwendig renaturiert und steht unter strengem Naturschutz. Dennoch führt der WWF den Abschnitt nicht als Gewässerperle auf, sondern lediglich als Gewässerperlen-Kandidat. «Wir haben länger diskutiert, ob wir die Thurauen als Gewässerperle einstufen sollen», sagt Projektleiterin Lene Petersen. Eines der Kriterien sei allerdings auch die natürliche Struktur des Gewässers gewesen und damit auch die Frage, wie ursprünglich der Flusslauf ist. Im Gebiet der Thurauen sei dieser bei der Begradigung stark verändert worden. Das Gebiet sei aber zweifellos von hohem ökologischem Wert.

Als Gewässerperle definiert ist hingegen der Oberlauf der Thur im Toggenburg. Trotz Wasserkraftnutzung weiter flussabwärts sei die Thur dort weitgehend unberührt und die Artenvielalt überdurchschnittlich hoch. Bedrohte Arten wie der «Glögglifrosch», die Gelbbauchunke oder der Feuersalamander leben laut WWF dort.

Verbauungen an der Töss

Nicht hervorgehoben wird in der Broschüre die Töss oberhalb von Winterthur. «Einige kürzere relativ natürliche Abschnitte gibt es dort zwar schon noch», sagt Petersen weiter. Allerdings sei ein weiteres Kriterium auch die Länge von natürlichen und möglichst unberührten Flussabschnitten. In der Töss oberhalb von Winterthur gäbe es viele Verbauungen und Hindernisse, die für Fische nicht zu überwinden seien.

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