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«Vielleicht ist es meine letzte WM»

Paul Pogba hat eine schwierige Saison hinter sich. Am WM-Turnier überrascht der Franzose mit Aussagen über seine Zukunft.

«Wir wissen nicht, was morgen passiert»: Paul Pogba erklärt sich in Russland. (24. Juni 2018)
«Wir wissen nicht, was morgen passiert»: Paul Pogba erklärt sich in Russland. (24. Juni 2018)
David Vincent (AP), Keystone

Die Vorstellungen der Equipe tricolore an dieser Endrunde waren wenig berauschend. Ein dünner 2:1-Sieg gegen Australien, ein knappes 1:0 gegen Peru – das hoch eingeschätzte Frankreich hat sich mit Ach und Krach gegen zwei Aussenseiter durchsetzen können. Aber im Gegensatz zu anderen Turnierfavoriten haben les Bleus schon sechs Punkte auf ihrem Konto und das Ticket für die Achtelfinals bereits in der Tasche.

Das 2:1 gegen die Socceroos: Paul Pogba provoziert den Siegtreffer. (Video: SRF)

Nicht zuletzt in der Heimat wird vom Team bedeutend mehr erwartet, schon am Dienstag gegen Dänemark (ab 16 Uhr im Ticker). Auf jeden Fall will die Equipe von Didier Deschamps Gruppensieger werden, um den starken Kroaten aus dem Weg zu gehen. Mittelfeldspieler Paul Pogba relativierte allerdings: «Ob der nächste Gegner Argentinien, Nigeria oder Island heisst, spielt nicht so eine Rolle. Schwierig wird es ohnehin.»

Die Frisur als Thema

Zusätzliche Motivation könnten die kritischen Bemerkungen sein, die Dänemarks Coach Age Hareide im Vorfeld über die Franzosen gemacht hat. Er glaube nicht an diese Mannschaft, die zwar über gute Individualisten verfüge, aber nicht als Gruppe funktioniere. Selbst über die verschiedenen Frisuren eines Pogba liess er sich aus. Der Franzose reagierte am Sonntag: «Ich sollte mir die Haare wohl einmal rot färben lassen. Aber im Ernst: Wir geben die Antwort auf dem Rasen.» Ob Pogba allerdings auflaufen wird, ist ungewiss. Neben Corentin Tolisso und Blaise Matuidi ist auch er mit einer Gelben Karte vorbelastet.

Pogba blickt auf eine schwierige Saison zurück, sowohl bei seinem Arbeitgeber Manchester United als auch in der Nationalmannschaft. Bei Spielen der Landesauswahl bekam der athletische Mittelfeldspieler mitunter Pfiffe der eigenen Fans zu hören. Das tut der spielenden Fussball-Seele weh. Der neutrale Beobachter muss bisher feststellen: Pogbas Leistungen auf dem Rasen gegen die Socceroos und die Inkas waren, gemessen an seinem Starstatus, bescheiden. Immerhin hatten die Red Devils vor der Saison 2016/17 für den Rückkehrer dem italienischen Serienmeister Juventus Turin 105 Millionen Euro hingeblättert.

Verbitterung? Enttäuschung?

Der 25-Jährige aus Lagny-sur-Marne im Département Seine-et-Marne überraschte im Interview mit dem «Manchester Evening News» mit einer anderen Aussage, die nicht nur in seiner Heimat mit grosser Verwunderung aufgenommen wurde. «Vielleicht ist es meine letzte Weltmeisterschaft. Wir wissen es nicht», erklärte Pogba vor zwei Tagen. Man wisse nie, was morgen passiere. «Vielleicht verletze ich mich oder vielleicht gibt es bessere Spieler als mich in der Zukunft.»

Sind es Worte der Verbitterung oder der Enttäuschung? Pogba fügte an: «Manche Spieler nehmen nie an einer WM teil. Und ich war schon zweimal dabei.» Aber weder an der katastrophalen Endrunde 2010 in Südafrika (Out nach der Vorrunde) noch vier Jahre später in Brasilien (Aus im Viertelfinal) holten Pogba und seine Copains grosse Lorbeeren. La Grande Nation war über ihre Fussballer verärgert oder enttäuscht, um es gelinde auszudrücken. Der zweite Rang an der Heim-EM 2016 konnte die Gemüter zumindest etwas beruhigen.

Vorderhand hat sich Pogba noch nicht aus der Nationalmannschaft verabschiedet. An diesem Turnier soll ohnehin vieles besser werden. «Ich will die WM unbedingt gewinnen», sagte er. Und es folgte die Kampfansage für alle seine Kritiker zu Hause: «Ich gebe mein Bestes für Frankreich.»

SDA/fal

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