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Die Geschichte einer SelbstverbrennungGabi und Kurt

Sie glaubte, sie tue ihrer Familie Gutes – und tat das Gegenteil.

Die
«Bitte ja keine Beerdigung, da ich sowieso schon zur Asche geworden bin» (Aus dem Abschiedsbrief von Gabi)
Die
Foto: Leonardo Scotti

Und wieder das Gefühl, du lägst neben mir, es ist zwei Uhr nachts, ich höre dich atmen im Bett neben meinem, aber du bist tot, Gabi ist tot, und jetzt höre ich sie atmen, vielleicht deshalb, weil heute einer hier war, tausend Fragen im Gepäck, Herr M., sind Sie wütend auf Ihre Frau?, Herr M., was war das Beste an ihr?

Ich bin nicht wütend auf dich, sagte ich, aber auf das, was du getan hast.

Manchmal, noch nach zwei Jahren, höre ich Gabi atmen im Bett nebenan.

Gabi war sechzehn, als wir uns trafen, ich zwei Jahre älter, sie in der Ausbildung zur Kauffrau, ich Autoservicemann, meine Lehre hatte bloss zwei Jahre gedauert. Vater fuhr Lastwagen, Heizöl, Benzin, die Mutter war Hausfrau, wir waren drei Brüder, lebten in einem kleinen Dorf in einem kleinen Haus. Ich war ein schlechter Schüler, Legastheniker, der Lehrer sagte: Unserem Kurt ist es schon wieder gelungen, in einem Wort mehr Fehler zu machen als andere im ganzen Aufsatz.

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