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«Equal Pension Day»Gewerkschaftsbund fordert mehr Rente für Frauen

Mit dem «Equal Pension Day» will der SGB auf die Diskriminierung hinweisen und fordert einen dringenden Handlungsbedarf.

Ungleiche Verteilung: Frauen aus drei Generationen sitzen nebeneinander auf einer Bank.
Ungleiche Verteilung: Frauen aus drei Generationen sitzen nebeneinander auf einer Bank.
Foto: Steffen Schmidt (Keystone/Symbolbild)

Frauen bekommen in der Schweiz mindestens einen Drittel weniger Rente als Männer. So haben Männer am Montag bereits so viel Rente erhalten wie die Frauen im ganzen laufenden Jahr, wie der Gewerkschaftsbund schreibt. Mit der «Equal Pension Day» will er auf diese Diskriminierung aufmerksam machen.

Der Tag wurde vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) ins Leben gerufen, wie dieser am Montag mitteilte. Er soll den dringenden Handlungsbedarf aufzeigen. Der Gender-Pension-Gap zeige die ungleiche Verteilung der Erwerbschancen.

Laut SGB unterbrechen Frauen häufiger ihre Erwerbstätigkeit und arbeiten mehr Teilzeit, beides in erster Linie aus familiären Gründen. Dies sei der Grund für die «unwürdig tiefen Renten» vieler Frauen.

Die berufliche Vorsorge diene vielen Frauen nur als magere Ergänzung. Noch immer erhalte ein Drittel der Frauen keine Rente aus der zweiten Säule. Sofern eine Pensionskassenrente ausbezahlt werde, sei die mittlere Rente von Frauen nur etwa halb so hoch wie diejenige der Männer.

So erhielt die Hälfte der Frauen, die 2018 pensioniert wurde, laut SGB eine Pensionskassen-Rente unter 1165 Franken pro Monat. In «typischen Frauenbranchen» seien Pensionskassenrenten zwischen 500 und 800 Franken pro Monat üblich. Das reiche nicht zum Leben.

Meyers heftige Kritik

Die AHV verringert laut SGB immerhin den Lohn- und Rentenrückstand. Doch diese betrage maximal 2370 Franken pro Monat – zu wenig. Dass das Parlament eine Renten-Abbauvorlage zu Lasten der Frauen plane, sei eine Frechheit, wird die Zürcher SP-Nationalrätin Mattea Meyer in der Mitteilung zitiert.

Fast 11 Prozent aller Frauen müssten direkt beim Renteneintritt Ergänzungsleistungen beantragen, um über die Runden zu kommen, hiess es weiter. Über 140‘000 Frauen hätten 2019 Ergänzungsleistungen bezogen, bei den Männern seien es halb so viele. Besonders betroffen seien geschiedene und verwitwete Frauen.

SDA/fal

86 Kommentare
    Frank Zuffnik

    Ewiges Wachstum funktioniert eben nur, wenn bei anderen ewig geschrumpft wird. Dass der keiner sein will ist ja soweit noch verstaendlich, aber da gleichzeitig von Ausgleich und Gerechtigkeit zu schwafeln, das wirft ja nun ein bezeichnendes Licht auf alle beteiligten Sanierungsumbauer. Seit 50 Jahren wird reformiert und revisioniert und irgendwie klappts einfach mit keiner Idee, woran das nur liegen koennte? Doch nicht etwa weil immer nur Symptomschraeubchen gedreht werden und die Ursache keiner sehen will?