Wallisellen

Glatt-Tower soll mit gläserner Fassade mehr Käufer anlocken

Nach der anstehenden Sanierung wird sich der Glatt-Tower transparent und gläsern präsentieren. Mit einem neuen Mietermix will man mehr Kunden ins Einkaufszentrum bringen.

Gläsern statt rot-braun wird sich der Glatt-Tower nach der Fassadensanierung präsentieren.

Gläsern statt rot-braun wird sich der Glatt-Tower nach der Fassadensanierung präsentieren. Bild: Madeleine Schoder

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Das markante rot-braune Gebäude an der A1 steht zurzeit grösstenteils leer. Anfang 2018 sollen im Bürogebäude über dem Einkaufszentrum Glatt die Bauarbeiten losgehen. Die gesamte Gebäudehülle des über 40-jährigen Glatt-Towers wird umfassend saniert. In drei bis vier Jahren werde die Fassade des 71 Meter hohen Gebäudes mit Glas ­gestaltet sein und dadurch transparenter wirken, sagt Zentrumsleiter Rageth Clavadetscher. Gemäss Annahmen der SRF-Wirtschaftssendung «Eco» wird der Migros-Konzern, welchem der gesamte Glatt-Komplex gehört, rund 200 Millionen Franken investieren.

Einkaufen nach dem Sprachkurs

Über dem Walliseller Shopping-Center waren vormals Dienstleistungsunternehmen eingemietet: IT-Firmen, Banken, Ärzte und internationaler Handel. ­Einige davon sind unterdessen in den letztes Jahr fertig gewordenen Anbau namens Office umgezogen, andere haben ihren Standort weiter weg verlegt.

Nach der Sanierung will man im Glatt-Tower bewusst Unternehmen ansiedeln, die dem serbelnden Einkaufsgeschäft Auftrieb verschaffen. Seit 2011 gehen die Verkäufe auch im Glatt, dem umsatzstärksten Shopping-Center der Schweiz, stetig zurück – trotz steigender Besucherzahlen. Das nahe Ausland mit tieferen Preisen sowie der Onlinehandel machen dem Detailgeschäft schwer zu schaffen. «Um die Frequenzen stabil zu erhalten, braucht es eine geschickte strategische Vermietung», stellt Clavadetscher fest.

Am liebsten sähe er im um­gebauten Glatt-Tower deshalb dereinst ein Bildungsinstitut für Erwachsene, wie etwa eine ­Migros-Klubschule. «Viele Kursteilnehmende würden wohl gleichzeitig etwas essen und unsere Läden aufsuchen», wünscht sich der Anfang Jahr angetretene Zentrumsleiter.

Seine Vorstellungen entsprechen dem sogenannten Third-Place-Konzept: Orte, an denen Menschen künftig einkaufen, Dienstleistungen wie Coiffeur oder Nagelpflege in Anspruch nehmen sowie therapeutische und medizinische Angebote. Clavadetscher schwebt vor, dass den Kunden künftig am Empfang der Mantel abgenommen wird wie in einem Theater. «Persönliche Beratung, ein Espresso oder ein Glas prickelnder Sekt – das alles wird der Onlinehandel nie bieten können.»

Gesundheitszentrum in den Anbauten

Bereits klar ist, dass die bestehende Augen Glattzentrum AG ihre Räumlichkeiten erweitern wird. Sie befindet sich im sogenannten Puls-Gebäude, in einem zweistöckigen Anbau bei der Haltestelle der Glattalbahn. Statt fünf Konsultationszimmer werden künftig acht zur Verfügung stehen. ­Zudem wird der Operationssaal vergrössert, und die Klinik wird Schönheitsoperationen im Augenbereich anbieten. «Unsere Klinik läuft bestens», sagt Empfangsleiterin Sabrina Boner. Denn viele Augenärzte hätten lange Wartelisten. Die ideale ­Lage in Flughafennähe erlaubt es zudem, nach Bedarf Spezialisten einzufliegen. Im gleichen Gebäude praktiziert ein Zahnarzt.

Im Office-Gebäude wird sich in naher Zukunft auch eine Tagesklinik einmieten. Die Zusage ist bereits erfolgt. Genaueres zu Betreiber und Art des therapeutischen Angebots durfte Clavadetscher gestern jedoch noch nicht bekannt geben. «Hier ist ein richtiges Gesundheitszentrum am Entstehen», freut sich der durchwegs zuversichtliche Zentrumsleiter. ()

Erstellt: 07.06.2016, 20:19 Uhr

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