Winterthur

Goldschmied Bosshart gewinnt KMU-Max

Die Verleihung des Gewerbe-Oscars wurde wie immer als fröhliche Gala gross inszeniert. Für die Überraschungen des Abends sorgten die Gewinner.

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Bis kurz vor 22 Uhr zog sich gestern Abend die grosse Gala im Casinotheater, bei welcher der KMU-Max verliehen wurde. Dann, nach vielen Show-Einlagen und mehren Gängen vom fliegenden Buffet, standen die Gewinner fest: Der diesjährige Oscar des Winterthurer Gewerbes, sozusagen die Goldmedaille, geht an die Goldschmied-Familie Bosshart, die mit ihrem Geschäft auf eine fast 150-jährige Tradition zurückblicken kann. Auf die Plätze verwiesen wurden der Coiffeur- und Kosmetik-Salon La Linea Blu und die Reinigungsfirma Schiess AG.

Durch den Gala-Abend hatten – launig wie immer – Christian Modl, der Geschäftsführer des KMU-Verbandes, und Karin Leuch geführt, und das ohne grösseren Patzer. Nur die Vergabe eines goldenen Spezial-KMU-Max verlief nicht ganz so wie geplant.

In China oder im Postauto

Den KMU-Max gab es dieses Jahr gleich doppelt: einmal wie gewohnt als Gewerbe-Oscar und einmal als KMU-Gold-Max. Mit dem Anerkennungspreis hatte an der Verleihung niemand gerechnet, und so war die Spannung auf dem Höhepunkt, als Christian Modl, Geschäftsführer des KMU-Verbandes und Moderator des Abends, durch die krawattierte Menschenmenge im vollen Festsaal des Casinotheaters schritt.

Leider hatte auch die Preisträgerin nicht mit der Auszeichnung gerechnet. Denn so musste Modl, auf der anderen Seite des Saals angelangt, feststellen: Monika Stahel war schon weg. «Wenn sie jetzt gegangen ist, ist sie einmal im Leben zu früh gegangen», scherzte Modl über seine langjährige Assistentin, die in den Ruhestand geht. Und auch eine Erklärung für ihr Fehlen hatte er parat: «Morgen fährt sie in ihr geliebtes Ibiza.» Sie habe wohl ihr Postauto erreichen wollen.

Auch einer der Hauptpreisträger des Abends fehlte: Goldschmied Peter Bosshart weilte in China, wurde aber mitten in der Nacht via Video zugeschaltet. Die Übertragung war zwar nicht die beste. Es gefalle ihm sehr in China, sagte Bosshart etwa, auch wenn das nicht die Frage war. Doch die frohe Botschaft hatte ihn erreicht. Den Preis hatte zuvor schon seine Frau Sandra Bosshart entgegengenommen. Die 3000 Franken Preissumme, die gespendet werden müssen, gehen an die Stiftung Wunderlampe in Winterthur.

Applaus für 50 Jahre

Die Zweitplatzierten nahmen das Resultat sportlich: Coiffeur Vincenzo Rindone vom Salon La Linea Blu stand die Freude über die Nomination ins Gesicht geschrieben. Und Jakob Schiess von der gleichnamigen Reinigungsfirma erntete einen kräftigen Szenenapplaus, als er die Moderatoren in einem Punkt korrigierte: Er sei nicht 40, sondern schon 50 Jahre in der Firma. Beständigkeit, Verlässlichkeit, die Anerkennung und der Austausch untereinander sind schliesslich die Werte, denen das Winterthurer Gewerbe mit dem KMU-Max Ausdruck geben will.

Allzu ernst war der Gala-Abend trotz dieses ideologischen Hintergrundes freilich nicht. Im Gegenteil. Moderator Modl und sein Sidekick Karin Leuch führten gewohnt launig durch den Abend, der sich ganz wie eine Oscar-Verleihung etwas in die Länge zog. Höhepunkt der Darbietung war ein satirischer Jahresrückblick, mit den zehn erinnerungswürdigsten Geschichten.

So zeigten sie ein Bild des Stadtpräsidenten in seinem Mini-Büro im Superblock. Und Modl zitierte eine EU-Norm, wonach einem Löwen in Gefangenschaft 40 Quadratmeter zustünden. Dieser Löwe, gemeint war Michael Künzle, komme aber mit 8 Quadratmetern aus. Den grössten Lacher gabs mit der neuen Parkplatzverordnung, die SVP-Bauvorstand Josef Lisibach angeblich einführen wolle. Für 500 Franken könne jeder beim Bauamt eine Spraydose Signalgelb erstehen und sich seinen Parkplatz einzeichnen – wie jüngst im Rathausdurchgang.

Erstellt: 18.05.2016, 23:32 Uhr

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