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Hotels in der KriseGraubünden und Tessin verzeichnen mehr Gäste als 2019

Wegen der Corona-Krise sind die Übernachtungen in Schweizer Hotels um einen Viertel eingebrochen – trotz mehr Gästen aus dem Inland. Aber nicht überall.

Im Zug der Krise können Hotels in Flims, Arosa, Lenzerheide (Bild), Locarno und Ascona auf Schweizer Touristen zählen. (Archivbild)
Im Zug der Krise können Hotels in Flims, Arosa, Lenzerheide (Bild), Locarno und Ascona auf Schweizer Touristen zählen. (Archivbild)
Foto: Theo Gstoehl (Keystone)

Im Juli wurden in Schweizer Hotels 26,4 Prozent weniger Übernachtungen verzeichnet als letztes Jahr. Düster ist die Lage vorab in den städtischen Zentren, die stark von Geschäftsreisenden, Kongressteilnehmern und internationalen Touristen abhängig sind. In Zürich ist die Zahl der Hotelübernachtungen im Juni und Juli zusammengezählt um 81 Prozent zurückgegangen.

Gerade noch knapp 138’000 so genannte Logiernächte weist das Bundesamt für Statistik für die Stadt Zürich für die beiden Monate in den am Freitag veröffentlichten Zahlen aus. Die Zahlen des Monats August liegen noch nicht vor, sie dürften in der Tendenz aber kaum anders sein.

Auch in den anderen Städten ist die Lage für die Hotels äusserst düster: In Genf betrug der Rückgang 79 Prozent, in Basel 70 Prozent, in Bern 64 Prozent und in Lausanne 59 Prozent.

Nachfrage im Berner Oberland eingebrochen

Sehr stark eingebrochen ist die Nachfrage auch in Destinationen, die sich bei der Gestaltung ihrer Angebote und im Marketing stark auf ausländische Touristen ausgerichtet haben. Im Berner Oberland, wo sonst viele Inder und Chinesen die Bergwelt bestaunen, bleiben viele Hotelbetten leer.

In Interlaken und den umliegenden Ortschaften betrug das Minus im Juni und Juli zwischen 50 und 65 Prozent. In Luzern, das traditionellerweise viele asiatische Touristen anzieht, wurden 71 Prozent – oder in absoluten Zahlen ausgedrückt 220’000 – weniger Hotelübernachtungen verzeichnet. In Engelberg am Fusse des bei Touristen beliebten Ausflugziels Titlis weist das BFS ein Minus von 71 Prozent aus.

Unbenutzt blieben viele Hotelbetten aber auch in Zermatt und St. Moritz. Auch dort konnten Gäste aus der Schweiz den Wegfall der ausländischen Touristen nicht kompensieren. Die Übernachtungszahlen liegen diesen Sommer 42 respektive 25 Prozent unter den Werten von 2019.

Schweizer Gäste retten Hotels im Bündnerland und im Tessin

Einzelne Destinationen konnten im Sommer dagegen davon profitieren, dass Schweizerinnen und Schweizer heuer weniger ins Ausland reisen und ihre Ferien in der Schweiz verbringen. So verzeichneten insbesondere auch sonst stark auf den inländischen Tourismus ausgerichtete Destinationen im Kanton Graubünden im Juni und Juli mehr Hotelübernachtungen als letztes Jahr.

Konkret gab es in Flims und Lenzerheide (Vaz/Obervaz) ein Plus von rund 50 Prozent, in Arosa eines von 27 Prozent. Gut lief es aber auch vielen Ferienorten am Lago Maggiore im Tessin: Locarno und Ascona verzeichnen im Juni und Juli zusammengezählt in etwa gleich viele Touristen wie 2019, im Juli alleine betrachtet sogar mehr.

SDA/oli

16 Kommentare
    Tim Meister

    Tja, wer die (potentiellen) Kunden aus der Region nicht beachtet hat, hat jetzt eben Pech.

    Kostenstruktur, Servicelevel usw. müssen halt passen, damit wir "verwöhnten" Schweizer in der Schweiz Urlaub machen.

    Ein halbes Monatsgehalt für 1 Woche mit der Familie in der Schweiz ist "äbä scho cheibe viu". Grad wenn man zum gleichen Preis etwas weiter weg 2, 3 oder 4 Wochen auf vergleichbarem Niveau Urlaub machen kann.

    Wenn mir CH Tourismus für 2 Nächte als Familie in einer nicht grad hippen Region nichts unter knapp 600.- (ohne Mittag/Abendessen) anbieten kann, sollten die Marketingverantwortlichen hier mit ihren "Partnern" verhandeln.

    Wie die Jungfraubahnen auch grad lernen - Blöd, wenn die Touris nicht mehr da sind und die Einheimischen nicht um jeden Preis zu habein sind ...

    Hoffen wir, dass hier möglichst viele "den Rank finden".