Glattfelden / Zürich

Grenzwächter für Schüsse auf Fluchtauto bestraft

Er schoss auf ein Fluchtauto und verletzte den Fahrer am Arm. Dafür wurde ein Grenzwächter nun verurteilt. Ein Fehlurteil, sagt sein Verteidiger.

Ein Grenzwächter erhielt wegen versuchter Tötung eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten.

Ein Grenzwächter erhielt wegen versuchter Tötung eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Bild: Keystone

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Ein Grenzwächter ist wegen Schüssen auf ein Fluchtauto vom Militärgericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Am 19. November 2012 um 9.30 Uhr wollte der inzwischen 40-jährige Grenzwächter im Zuge einer Routine-Kontrolle in Zurzach zusammen mit einem Kollegen ein Fahrzeug stoppen. Als der Fahrer des VWs die Aufforderung zum Anhalten bemerkte, gab er jedoch Vollgas und flüchtete Richtung Glattfelden. Die Beamten verfolgten den Flüchtigen, der gemäss dem Anwalt des Grenzwächters, Nathan Landshut, mit bis zu 160 Kilometer pro Stunde innerorts unterwegs war.

Tötung in Kauf genommen

Rund zehn Minuten später gelang es ihnen schliesslich, das Fahrzeug mit deutschem Kennzeichen auf einer für Baustellenfahrzeuge reservierten Fahrbahn der A50 anzuhalten. Als sie den Lenker kontrollieren wollten, gab dieser allerdings wieder Gas und fuhr rückwärts in verbotener Fahrtrichtung davon.

Beim Versuch den Wagen zu stoppen, gab der Angeklagte fünf Schüsse auf das Wageninnere ab. Einer davon traf den Flüchtenden im Oberarm. Laut Anklageschrift habe der Beamte damit die Tötung des Fahrers zumindest in Kauf genommen, weil er Schüsse auf die unmittelbare Nähe zu Kopf und Oberkörper abgab, schreibt «20 Minuten».

«Die Anklage behauptet, mein Mandant hätte nicht schiessen dürfen. Denn er hätte angeblich wissen müssen, dass er die Situation nicht meistern könne, da er für solche Extremsituationen nicht ausgebildet worden sei», sagt Landshut.

Der Angeklagte und Landshut haben inzwischen Berufung eingelegt. Nun wird sich die nächst höhere Instanz, das militärische Appellationsgericht mit dem Fall beschäftigen.

Flucht zu Fuss

Trotz der Verletzung am Oberarm setzte der Fahrer seine Flucht auf der Autobahn in Richtung Weiach fort. Dabei gefährdete er Baustellenarbeiter und entgegenkommende Fahrzeuge. Mithilfe eines Dienstwagens der Kantonspolizei wurde in Rorbas eine Sperre errichtet. Doch diese umfuhr der Fluchtfahrer. Dabei gaben auch Polizisten Schüsse auf den Wagen ab. Ob diese ebenfalls verurteilt wurden, weiss man beim Amt für Militärjustiz nicht, da sie dem Privatrecht unterstehen.

Auch die Schüsse der Polizisten hielten den Fahrer vorerst nicht auf. Als er bei seiner Flucht in einer Kurve auf einer Nebenstrasse zwischen Pfungen und Embrach von der Strasse abkam, versuchte er zu Fuss zu flüchten. Ein weiterer Warnschuss eines Polizisten konnte ihn schliesslich stoppen.

(Stefan Bill)

Erstellt: 23.04.2019, 14:25 Uhr

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