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Pandemie hat positive AuswirkungHomeoffice schützt vor Einbrechern

Diesen Herbst werden weniger Einbrüche verübt. Trotzdem hat die Polizei nicht weniger zu tun.

Dämmerungseinbrüche kommen momentan zwar vor, aber weniger als in Zeiten ohne Pandemie.
Dämmerungseinbrüche kommen momentan zwar vor, aber weniger als in Zeiten ohne Pandemie.
Foto: Rudolf Brandstätter (Keystone)

Jetzt wäre eigentlich Hochsaison. Zwischen Oktober und Februar, wenn die Tage kurz sind, finden normalerweise besonders viele Einbrüche statt. Doch heuer ist alles anders. Die Zahl der Dämmerungseinbrüche ist «spürbar zurückgegangen», sagt Mark Burkhard, der neue Präsident der kantonalen Polizeikommandanten-Konferenz. «Aufgrund der Corona-Massnahmen bleiben die Menschen mehr zu Hause. Auf Einbrecher hat dies eine abschreckende Wirkung.»

Zahlen aus dem Kanton Thurgau bestätigen dies. Dort muss die Polizei nach eigenen Angaben noch halb so oft ausrücken. Seit Anfang Oktober wurden 34 Einbrüche verzeichnet, letztes Jahr waren es in der gleichen Zeit 69 gewesen.

Bereits im Lockdown weniger Einbrüche

Bei der Aargauer Kantonspolizei heisst es, dass der sprunghafte Anstieg, wie man ihn jeweils Anfang November verzeichne, bislang ausgeblieben sei. Die Kantonspolizei Bern vermeldet eine «leicht abnehmende Tendenz» bei den Einbrüchen, ohne konkrete Zahlen nennen zu können. Ähnlich tönt es im Kanton Zürich.

Mehr Homeoffice, weniger Ausgang, weniger Ferienreisen: All das hilft offensichtlich gegen Einbrecher. Für sie ist es in diesen Tagen viel schwieriger, geeignete Objekte zu finden. Bereits im Lockdown im Frühjahr war die Zahl der Einbrüche zurückgegangen.

«Einbrecherinnen und Einbrecher kommen in der Regel dann, wenn niemand da ist», teilt die Zürcher Stadtpolizei mit. Die Ganoven dringen meist tagsüber oder in den Abendstunden in Wohnungen und Einfamilienhäuser ein, wenn die Leute arbeiten und unterwegs sind. In Geschäftsräumen, Büros und Lagerhallen finden Einbrüche eher nachts statt, wenn sich niemand in den Räumlichkeiten oder auf dem Gelände befindet. «Wenn Einbrecher während ihrer Tat hören oder sehen, dass jemand die Wohnung oder die Geschäftsräume betritt, ergreifen sie meist die Flucht.»

Kampagnen kaum sichtbar

Dass derzeit kein Einbruchsproblem herrscht, ist auch an den Präventionsmassnahmen zu erkennen. Plakate und Inserate, die im November üblicherweise vor Dämmerungseinbrüchen warnen und dazu aufrufen, verdächtige Gestalten der Polizei zu melden, sind momentan praktisch nirgends zu sehen. Die Kantonspolizeien haben die Kampagnen jedoch nicht eingestellt, wie sie betonen.

Der Rückgang bei den Einbrüchen bedeutet nicht, dass die Polizei jetzt weniger zu tun hat. Vielmehr hat sich die Arbeit verändert. «Die Durchsetzung der Corona-Massnahmen hat gegenüber anderen Delikten an Bedeutung gewonnen», sagt Mark Burkhard.