Wädenswil

Stadtpräsident setzt sich für Erhalt von Agroscope ein

Aus Spargründen will der Bund die sieben Standorte von Agroscope zentralisieren. Das hat Auswirkungen auf den Standort Wädenswil. Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) ist Mitunterzeichner eines dringlichen Postulats, das verlangt, die Standorte im Kanton zu erhalten.

Dem Agroscope-Standort Wädenswil droht die Schliessung. Politiker aus der Region wollen das nicht einfach so hinnehmen.

Dem Agroscope-Standort Wädenswil droht die Schliessung. Politiker aus der Region wollen das nicht einfach so hinnehmen. Bild: Archiv Manuela Matt

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Der Regierungsrat soll sich umgehend beim Bund dafür einsetzen, dass die landwirtschaftlichen Forschungsanlagen von Agroscope und deren Arbeitsplätze in Wädenswil und Zürich Reckenholz erhalten bleiben. Dies fordern die Kantonsräte Philipp Kutter (CVP, Wädenswiler Stadtpräsident), Robert Brunner (Grüne, Steinmaur) und Martin Hübscher (SVP, Wiesendangen) in ihrem dringlichen Postulat, das sie am Montag einge­reicht haben.

Hintergrund des dringlichen Postulats ist die Ankündigung von Bundesrat Johann Schneider-Ammann (FDP), dass die sieben Forschungsstandorte von Agroscope, die dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) angegliedert sind, innerhalb der nächsten zehn Jahre am freiburgischen Standort Posieux zentralisiert werden sollen. Insgesamt beschäftigt Agroscope rund tausend Personen, davon entfallen auf den Kanton Zürich vierhundert.

Zürcher Netzwerk erhalten

Am Standort Wädenswil sind derzeit rund 140 Personen beschäftigt, die Forschungsschwerpunkte liegen beim Obst- und Gemüsebau. Dieser Standort ist wichtig für Kutter: «Wir wollen, dass der Standort Wädenswil erhalten bleibt. Ebenso das Forschungs-Know-How im Kanton.»

Die drei Kantonsräte schreiben im Postulat, dass Landwirtschaft eine standortgebundene Branche, eine dezentrale Infrastruktur daher unerlässlich sei. So seien Böden, Klima, Siedlungsraum, die Bevölkerungsdichte und die Bedürfnisse der Konsumenten je nach Region unterschiedlich.

Philipp Kutter betont die Bedeutung der regionalen Netzwerke: «Heute arbeiten die Zürcher Standorte von Agroscope bereits mit verschiedenen Institutionen zusammen. Dazu gehören die Universität und die ETH Zürich, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sowie der Strickhof, dem Zürcher Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in der Land- und Ernährungswirtschaft. Würden die Standorte Wädenswil und Zürich Reckenholz geschlossen, ginge dieses Netzwerk verloren.»

Die Verfasser des dringlichen Postulats fordern vom Regierungsrat weiter, dass er neue Kooperationen oder die Übernahme der Infrastrukturen prüft. «Wir denken in erster Linie an die ETH Zürich, die Universität Zürich oder aber an die ZHAW», sagt Kutter.

Alle sind davon betroffen

Die Möglichkeit, dass die heutigen Standorte durch Dritte weitergeführt werden, schliesst das BLW nicht aus: «Ja, es ist denkbar, dass wir Kooperationen eingehen werden», sagt Jürg Jordi, Leiter Kommunikation und Mediensprecher des BLW. Derzeit werde geprüft, welche Leistungen künftig von Dritten erbracht werden können und welche zu den Prioritäten von Agroscope gehören sollen.

Die geplante Umstrukturierung hat schweizweite Auswirkungen: «Im Prinzip sind alle Mitarbeitenden davon betroffen», sagt Jordi. Denn langfristig gebe es mit Posieux nur noch einen Forschungsstandort. Diese Umstrukturierung werde durch den Abbau von Arbeitsplätzen, den Umzug oder das Pendeln der Forschenden in den Kanton Freiburg sowie durch natürliche Fluktuationen beim Personal erreicht.

«Einige Satelliten wie die Aprikosenbaumanlage im Wallis oder Apfelbäume in Wädenswil dürften weiterhin bestehen bleiben.» Ob der Forschungsstandort Wädenswil direkt nach Posieux verlegt oder aber vorübergehend in Zürich Reckenholz untergebracht werde, sei noch nicht klar.

Zwanzig Prozent einsparen

Das Zusammenlegen der sieben Forschungsstandorte erfolgt im Rahmen eines Bundesratsbeschlusses zu strukturellen Reformen vom November vergangenen Jahres. Vom derzeitigen Budget von Agroscope in der Höhe von 182 Millionen Franken sollen zwanzig Prozent eingespart werden. Dies wird über das Senken der Betriebskosten angestrebt, wozu unter anderem Miete und Unterhalt der Immobilien, Laboreinrichtungen und Personalkosten gehören. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.03.2018, 16:24 Uhr

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