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Bezirksgericht Winterthur«Ich finde, ich habe richtig gehandelt»

Eine Pflegerin hat einer erstickenden Altersheimbewohnerin nicht geholfen, weil diese bereits tot wirkte. Laut Urteil des Bezirksgerichts ist das keine Unterlassung der Nothilfe.

Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen eine Pflegerin, weil sie einer erstickenden Altersheimbewohnerin keine Nothilfe geleistet hatte.
Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen eine Pflegerin, weil sie einer erstickenden Altersheimbewohnerin keine Nothilfe geleistet hatte.
Foto: Thomas Egli

Ende Januar 2019 ist in einem privaten Winterthurer Altersheim eine Bewohnerin an ihrem Mittagessen erstickt. Die Tischnachbarn und das Gastropersonal versuchten noch, ihr mit Schlägen auf den Rücken zu helfen. Kurz darauf kam die Tagesleiterin des Pflegeteams dazu. Für die langjährige Pflegerin war klar: Die Frau ist tot. Sie transportierte sie in einem Rollstuhl in ihre Wohnung und kontaktierte einen Arzt. Weitere Rettungsversuche hielt sie nicht für nötig.

Genau das wurde ihr zum Verhängnis. Die kantonale Staatsanwaltschaft klagte sie wegen unterlassener Nothilfe an. Wer einem Menschen in Lebensgefahr nicht hilft, obwohl es ihm zugemutet werden kann, kann in der Schweiz mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden.

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