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Die Pandemie und ich«Ich hatte mich schon aufgegeben»

Wie beeinflusst Covid-19 unser Leben? Menschen aus Winterthur und Umgebung erzählen in dieser Serie von ihrem Pandemiealltag. Heute: Alexander Eggenberger (35, Name geändert), seit kurzem Mitarbeiter im Läbesruum.

Arbeitslos, lungenkrank, sozial isoliert: Der Lockdown war für Alexander Eggenberger (Name geändert) eine schwere Zeit. Im Läbesruum hat er nun neuen Halt gefunden.
Arbeitslos, lungenkrank, sozial isoliert: Der Lockdown war für Alexander Eggenberger (Name geändert) eine schwere Zeit. Im Läbesruum hat er nun neuen Halt gefunden.
Foto: Enzo Lopardo

«Es ist alles so schnell gegangen, dass ich kaum realisiert habe, was da passiert. Bis vorletzten Sommer arbeitete ich noch als Küchenmonteur. Doch irgendwann konnte ich kein Möbel mehr die Treppe hochtragen, ohne dass es mir den Atem verschlug. Beim Arzt wurde eine chronische Lungenkrankheit diagnostiziert, meine Stelle musste ich deshalb im September letzten Jahres aufgeben. Eine Lehre hatte ich nie gemacht. Und dann kam Corona.

Der Lockdown war die schlimmste Zeit für mich. Arbeit war nirgends zu finden. Meine Ärzte wiesen mich an, wegen meiner Lungenkrankheit zu Hause zu bleiben. Auch meine beiden kleinen Kinder konnte ich deswegen zwei Monate lang nicht mehr persönlich sehen. So war ich fast immer alleine. Anfangs versuchte ich mich noch zu beschäftigen – ich habe die Wohnung geputzt oder sonst ein Projekt zu Hause gesucht. Aber irgendwann sass ich dann nur noch vor dem Fernseher und habe Bier getrunken – bis zu zwölf Liter am Tag. Das habe ich auch gesundheitlich stark gemerkt. Ich hatte mich da praktisch schon aufgegeben.

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