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Fall Maisano«Ich werde sicher weiteroperieren»

Der umstrittene Herzchirurg Francesco Maisano äussert sich erstmals nach seinem Abgang vom Universitätsspital Zürich.

Denkt über eine Rückkehr nach Italien nach: Francesco Maisano.
Denkt über eine Rückkehr nach Italien nach: Francesco Maisano.
Foto: Urs Jaudas

Gegenüber dem «SonntagsBlick» sagt der ehemalige Leiter der Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich, dass zwar sein Ruf nach den vielen Vorwürfen stark beschädigt worden sei, er aber bestimmt weiteroperieren werde. Er könne sich eine Rückkehr in sein Heimatland Italien vorstellen. Und er wolle ein Buch schreiben – über einen Eingriff, nach dessen tödlichem Ausgang er wegen fahrlässiger Tötung angezeigt wurde.

Am Donnerstag hatten sich Maisano und das Universitätsspital getrennt. Ihm wird vorgeworfen, wissenschaftliche Resultate beschönigt, sich durch unnötige operative Eingriffe bereichert und Patienten irregeführt zu haben. Zu einer Abgangsentschädigung will sich Maisano im Interview nicht im Detail äussern. Nur so viel: «Es ist viel, viel weniger, als wohl alle denken.»

«Falschen Leuten vertraut»

Maisano gesteht, während seiner Karriere Fehler gemacht zu haben. In den letzten Jahren habe er aber nun einen grossen Fehler gemacht: «Den falschen Leuten vertraut.» Damit meint er insbesondere den Whistleblower, der den Fall ins Rollen gebracht hatte. Über ihn sagt Maisano im «SonntagsBlick»: «Ich dachte, ich tue alles, um seine Karriere zu unterstützen, habe ihn zum leitenden Arzt befördert und ihm volle Handlungsfreiheit gegeben. Dann kam irgendwann der Punkt, an dem er glaubte, er sei ein besserer Chirurg, als er tatsächlich ist.»

Seinen Nachfolger, den neuen Klinikdirektor Paul Vogt, sieht Maisano in einer schwierigen Ausgangslage: «Er steht vor einer grossen Aufgabe am Unispital, er muss dort jetzt aufräumen und für Ruhe sorgen.»