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Das Comeback der BeizenIm Restaurant ohne Masken, dafür mit Beistelltisch

Die Gastronomen haben beim Bund ein Konzept eingereicht, dank dem auch in der Corona-Zeit Gäste bedient werden sollen. Und so sieht der Plan aus.

Der Restaurantbesuch soll bald wieder möglich werden, aber er wird ziemlich anders.
Der Restaurantbesuch soll bald wieder möglich werden, aber er wird ziemlich anders.
Foto: Keystone

Wann darf in Restaurants wieder gegessen und in Bars wieder getrunken werden? Der Bundesrat dürfte voraussichtlich am Donnerstagnachmittag Klarheit schaffen. Gemäss unseren Recherchen ist es unwahrscheinlich, dass die Gastrobetriebe vor Juni wieder aufsperren dürfen.

Allerdings arbeitet die Branche bereits unter Hochdruck an einem Konzept, das es erlauben soll, Gäste möglichst früh wieder zu bewirten – unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln.

Casimir Platzer, der Präsident von Gastrosuisse, bestätigt auf Anfrage, dem Bundesrat ein entsprechendes Konzept unterbreitet zu haben. Damit soll die vom Virus brutal getroffene Gastronomie wenigstens einen Teil jener Umsätze bald wieder einfahren können, die zu normalen Zeiten erzielt würden.

Keine Schutzmasken

Für Platzer ist klar: Weder Gäste noch Servicepersonal können oder sollen im Restaurant medizinische Schutzmasken tragen. Somit bleibt nur eines: Zwischen Gast und Servicepersonal muss der notwendige Abstand hergestellt werden, so, wie ihn das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt.

«Wir können das mit einer reduzierten Anzahl Gäste in den Lokalen gewährleisten und Tischen, die weiter auseinander stehen als sonst», so Platzer. Auch beim Bedienen am Tisch soll der Abstand gewahrt werden, indem Serviceangestellte Teller und volle Gläser auf Beistelltische stellen, freundlich lächeln und dem Gast guten Appetit wünschen. Die Gäste nehmen dann den Teller und das volle Glas vom Beistelltischchen und lassen es sich gut gehen.

«Das sollte möglich sein, mit gegenseitigem Respekt und Verständnis für die ausserordentliche Lage», findet Platzer. Anders sähe es gemäss Konzept in den teils engen Küchen aus: Dort sollen Angestellte von Gastrosuisse Schutzmasken, Handschuhe und – wo nötig – Schutzkleidung tragen.

Für viele der Verbandsmitglieder Platzers geht es dieser Tage ums nackte Überleben. Zu hohen Fixkosten und Einnahmenausfällen kommt die Ungewissheit, wann die Wirtschaften wieder öffnen dürfen. Mit Bangen schaut das Gastgewerbe deshalb auf die Resultate der Bundesratssitzung von heute Donnerstag.

89 Kommentare
    Valeska

    "der Beistelltisch" ist Artikel füllend, die Probleme liegen bei Nähe Gast:Mitarbeiter und Schnittstelle Schmutzbereich:Hygienebereich. Vermutlich ist das größte Problem aber min. 50% Umsatzrückgang wg. erhöhtem Platzbedarf und ängstlichen Gästen.

    Leider scheuten viele Gastrobetriebe die Investition in eine veränderte Infrastruktur für delivery oder to go, in der Annahme, das Phänomen geht bald vorbei (auch Kommunikationsfehler der Regierenden).

    Ich denke, dass wir aktuell völlig neu denken müssen. Standup-Kantinen, Liefer- oder to go-service für kleinere Firmen und Senioren oder Homeoffice-Familien, Lieferkontrakte mit Hotels, Außerhausverkauf von Lebensmitteln mit Rezepturen (unsere Lieferanten leiden auch), online Kochkurse mit geladenen Gästen ...aber auch Umstellung der Gastrokonzepte mit Ziel erhöhter Belegungsfrequenz oder geänderter Küchenzeiten.

    Letztlich wird bei Öffnung von allen Seiten auch akzeptiert, dass es zu einem Anstieg der Infektionen (im Rahmen) kommt. Was die Gäste und Gastronomen daraus machen ist doch auch eigenes Ermessen.

    Und niemand kann sicher sein, dass der Lockdown nicht wieder kommt.