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Frappé fédéralImagepolitur mit Andreas Glarner

Glossierendes zum Schweizer Politbetrieb.

Aargauische Armut

Der Aargau sei «vom Industriekanton zum Armenhaus» geworden. So klagt der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner in der aktuellen «Weltwoche» – und fordert Steuersenkungen, um «attraktive Firmen und gute Steuerzahler» anzulocken. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob Glarner das Konzept der Standortförderung, zu der auch ein poliertes Image und sympathische Aushängeschilder gehören, wirklich verstanden hat. Die Aargauer Steuern müssten jedenfalls ins Bodenlose sinken, um den Imageschaden auszugleichen, den Glarner seinem Kanton diese Woche mit seinen Ausfälligkeiten auf dem Bundesplatz («Frau Arschlan») beschert hat.

Rasender Roland

Die Klimademo auf dem Bundesplatz brachte nicht nur Glarner, sondern auch seinen Parteikollegen Roland Rino Büchel aus der Fasson. Die Videoaufnahme, in der Büchel Klimademonstranten wild beschimpft («Heb de Rüssel!» «Abfahre!»), hat echte Operndrama-Qualität. Unterlegt mit Vivaldi-Musik, liesse sich der Clip denn auch treffend als «Orlando furioso» betiteln. In der literarischen Vorlage wird der verlorene Verstand des «rasenden Roland» übrigens später auf dem Mond wiedergefunden.

Tr(i)umpfierende Badran

Bleibt als Dritte im Bunde noch SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, die sich in den Demowirren zu einem Fluch über «huere fucking Glarner» hat hinreissen lassen. Dafür musste sie Kritik einstecken – im Jassturnier des Parlaments vermochte sie als Siegerin diese Woche hingegen buchstäblich aufzutrumpfen. Was CVP-Präsident Gerhard Pfister auf Twitter zum trockenen Kommentar veranlasste: «Zeigt ja nur, dass Kenntnisse von Jass- und Anstandsregeln nicht zwingend zusammengehören müssen.»

14 Kommentare
    Michael Kaufmann

    Ich bin mir nicht ganz sicher, ob Renz das Konzept der Standortförderung wirklich verstanden hat. Dazu gehört, entgegen der offensichtlichen Meinung von Renz, dass Firmen, die sich ansiedeln wollen, nicht mit Steuern erdrückt werden.