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Corona-InfektionJoe Biden hat bei Donald Trump auf Einsicht gehofft

Der US-Präsident verbreite mehr Falschinformationen über das Coronavirus als noch vor seiner Infektion, stellt sein Herausforderer bei einem Wahlkampfauftritt in Florida fest.

«Ich hatte gehofft, dass er etwas geläutert daraus hervorgehen würde»: Joe Biden. (13. Oktober 2020)
«Ich hatte gehofft, dass er etwas geläutert daraus hervorgehen würde»: Joe Biden. (13. Oktober 2020)
Keystone/Carolyn Kaster
Glaubt, er sei jetzt lebenslang gegen das Coronavirus immun: US-Präsident Donald Trump in Pennsylvania.
Glaubt, er sei jetzt lebenslang gegen das Coronavirus immun: US-Präsident Donald Trump in Pennsylvania.
Reuters/Jonathan Ernst
Trump vor dicht gedrängten Anhängern, von denen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie viele keine Maske tragen.
Trump vor dicht gedrängten Anhängern, von denen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie viele keine Maske tragen.
Reuters/Jonathan Ernst
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Nach seiner Corona-Infektion verbreitet US-Präsident Donald Trump in den Augen seines Herausforderers Joe Biden mehr Falschinformationen über das Virus als zuvor. «Ich habe für seine Genesung gebetet, als er Covid bekommen hat, und ich hatte gehofft, dass er wenigstens etwas geläutert daraus hervorgehen würde», sagte Biden am Dienstag bei einem Auftritt in Pembroke Pines im US-Bundesstaat Florida. «Aber was hat er getan? Er hat die Fehlinformationen nur intensiviert, die er zuvor gemacht hat, und macht es damit noch schlimmer.»

Trump hatte Anfang Oktober seine Corona-Infektion bekanntgegeben. Keine zwei Wochen später steht er wieder auf der Wahlkampfbühne. «An jeden, der kämpft, um sich von dem Virus zu erholen: Ich fühle euren Schmerz, weil ich euren Schmerz gefühlt habe. Und wir werden das Virus gemeinsam schlagen», sagte Trump bei einem Auftritt in Johnstown im Bundesstaat Pennsylvania vor dicht gedrängten Anhängern, von denen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie viele keine Maske trugen.

«Ihr seid jetzt immun»

Der 74-Jährige fragte in die Menge, wer bereits Corona hatte, und sagte anschliessend: «Ihr seid jetzt immun.» Trump beklagte, dass ihm nicht zugestanden werde, dass er nun lebenslang immun sei. «Sie hassen es, es zuzugeben, weil ich es hatte.» Früher habe es stets geheissen, dass nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung lebenslange Immunität bestehe, behauptete Trump.

Experten gehen davon aus, dass Menschen nach einer Corona-Infektion vermutlich immun sind. Für wie lange und wie absolut ein Schutz existiert, ist aber noch unklar. Das Robert Koch-Institut etwa schreibt dazu: «Unklar ist zum jetzigen Zeitpunkt noch, wie regelhaft, robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird.»

Trump hatte die Amerikaner nach der Entlassung aus der Klinik aufgerufen, keine Angst vor dem Coronavirus zu haben. Er war unter anderem mit einem Antikörper-Mittel behandelt worden, das für gewöhnliche Patienten noch lange nicht verfügbar sein dürfte. Die aggressive Behandlung liess vielen Experten zufolge – entgegen der Darstellung des Weissen Hauses – auf eine ernstere Erkrankung schliessen.

Trump habe sich wieder «Superman» gefühlt

«Eine grossartige Sache am Präsident-Dasein ist, wenn man sich nicht hundertprozentig fühlt, hat man mehr Ärzte, als man dachte, dass es auf der Welt gibt», sagte Trump am Dienstag. Mit Blick auf das Antikörper-Mittel sagte er, er habe sich wie «Superman» gefühlt, als er es bekommen habe.

Trump und Biden treten bei der Wahl am 3. November gegeneinander an. In landesweiten Umfragen, die wegen des komplizierten Wahlsystems mit Vorsicht zu geniessen sind, liegt Biden vor Trump. Der Amtsinhaber, der sich nach seiner Covid-19-Erkrankung vor seinen Anhängern vitaler denn je präsentiert, ging seinen Herausforderer wie gewohnt persönlich an und stellte Biden (77) als vergesslich und orientierungslos dar. «Wisst ihr, was das bewirkt? Es setzt mich noch mehr unter Druck. Könnt ihr euch vorstellen, gegen so einen Typen zu verlieren?»

In mehreren US-Bundesstaaten können Wähler ihre Stimme bereits jetzt abgeben – per Post oder persönlich. Der Bezirk Harris County in Texas, wo die frühe persönliche Stimmabgabe am Dienstag erstmals möglich war, verzeichnete einen Rekordandrang. Noch nie hätten mehr als 128’000 Menschen an einem einzigen Tag vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgegeben, hiess es in einem Tweet der zuständigen Verwaltung.

SDA/chk

50 Kommentare
    Miguel Caravatti

    @ Martin Schwizer

    Beim Lesen der Kommentare, beschleicht much immer wieder der Eindruck, dass der „Tagi“ unter Verwendung eines Pseudonyms die politische Auseinandersetzung und den Disput auf dieser Plattform anheizen möchte. Wie sonst wäre diese abstruse Haltung des Herrn Schwizer sonst nachvollziehbar?

    DT gehört abgewählt! Betrachten wir bloss die vier Jahre seiner Amtszeit: Er hat die Börsen überhitzt und die Steuern für jeden amerikanischen Bürger um angeblich ca. 2000 Dollar herabgesetzt. Bravo! Ich unterstelle diesem Egomanen, dass er dies nicht aus altruistischen Gründen getan hat sondern aus purem Selbstnutz. DT geht es nicht darum sein Land vorwärts zu bringen, sondern um seine und die seines Sippe persönliche Bereicherung.

    Dass er sich als gerne als erfolgreichen Geschäftsmann sieht, der seine marodes Geschäftsmodell auf das ganze Land überstülpen möchte, grenzt an blanken Hohn.

    Was ich dabei schlicht nicht begreife, ist die Tatsache, dass sich das Amerikanische Volk sich dies unumwunden gefallen lässt und eine geradezu masochistische Haltung an den Tag legt, die ich bis vor wenigen Monaten nicht nachvollziehen konnte.

    Zum Glück regt sich gegen diese moderne Form der Hegemonie nun ENDLICH Widerstand. Ich bedaure in diesem Zusammenhang, den Fact, dass bei der Rückeroberung ihrer Freiheit (zu) viele Amerikaner ihr Leben lassen mussten, bezeichnenderweise und typisch für den rassistischen Führungsstil von DT waren dies mehrheitlich Afroamerikaner.