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Mobbing & Rechtsextremismus auf dem Land«Judensau!» riefen die Klassenkollegen

In Wiesendangen beschimpfen Jugendliche eine Schülerin antisemitisch und heben den Arm zum «Hitlergruss». Sie will sich das Leben nehmen und kommt in eine psychiatrische Klinik. Warum schweigen alle im Dorf?

«Ich wollte mich zu Tode hungern», sagt Hanna. Heute ist sie 18 und lebt in den USA.
«Ich wollte mich zu Tode hungern», sagt Hanna. Heute ist sie 18 und lebt in den USA.
Illustration: Tina Berning

An einem Morgen im Frühsommer 2018 lag Hanna* im Bett, die Nacht hatte ihre grünen Haare zerzaust. Sie hätte gern darüber gelacht, über ihren Urwald auf dem Kopf, denn sie hatte ihre Haare pink und violett färben wollen, was in einem furchtbaren Grün endete. Aber Hanna mochte nicht lachen. Sie schaffte es kaum, aufzustehen und mit dem Velo in die Schule nach Wiesendangen zu fahren.

So ging es ihr jeden Morgen, erinnert sie sich. Tagsüber wünschte sie sich, einfach zu verschwinden. Und abends vor dem Einschlafen hoffte sie, nie mehr aufzuwachen.

Hanna war damals 16 Jahre alt, 1 Meter 55 gross und 37 Kilogramm schwer.

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