Zum Hauptinhalt springen

Winterthur und CoronaJugendliche: «Wir fühlen uns vom Staat bei den Ohren genommen»

Weder mit der Klasse nach Ungarn reisen noch an der Karate-Weltmeisterschaft teilnehmen – wegen Corona mussten und müssen auch viele Jugendliche ihre Pläne verwerfen. Vier von ihnen erzählen, wie es ihnen damit geht.

Sarina Krampf, Schülerin in der dritten Klasse an der Kantonsschule Büelrain, hat den Lockdown im Frühling erst einmal genossen. Jetzt wünscht sie sich aber keinen zweiten.
Sarina Krampf, Schülerin in der dritten Klasse an der Kantonsschule Büelrain, hat den Lockdown im Frühling erst einmal genossen. Jetzt wünscht sie sich aber keinen zweiten.
Foto: Marc Dahinden

«Im Frühling freute ich mich zuerst noch über den Lockdown. Ich war im März gerade in einer Stressphase, und das war wie eine Erleichterung. Aber meine Schule hatte sehr schnell den Onlineunterricht aufgegleist. Trotzdem hatte ich viel mehr Zeit, weil wir keine Prüfungen hatten. Ich merkte, wie viel Zeit ich fürs Lernen brauche, auch am Wochenende. Bald fehlten mir die Kollegen, die Pausen mit ihnen, dass man sich kurz über den Lehrer beklagen konnte. Ich arbeitete dann mit meiner Mutter im Büro und sprach mit ihr, wenn ein Lehrer mich nervte. Und ich verbrachte viel Zeit mit meiner kleinen Schwester. Als wir wieder in die Schule durften, gingen wir nur alle zwei Tage hin – das war eine sehr schöne Zeit. Für die Lehrer war es natürlich schwierig, den Unterricht so zu koordinieren, darum hatten wir auch weniger zu tun. Ich bin eine relativ gute Schülerin und deshalb trotz allem recht gut mitgekommen. Aber in den Fächern, die mir nicht so liegen, musste ich mehr selber nachschauen oder den Lehrer anrufen, um nachzufragen – da ist die Hürde natürlich höher, als wenn man direkt in der Klasse fragen kann. Oft habe ich mir auch mit Youtube-Erklärvideos weitergeholfen. Es kam sehr auf das Fach an und wie schwierig die Themen waren, wie viel Zeit das brauchte zu Hause.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.