Zum Hauptinhalt springen

Dialekt im Hochdeutschen«Nur die Mutter hurte am Boden»

Wenn Schweizerinnen und Schweizer Hochdeutsch sprechen, klingt das in deutschen Ohren manchmal erstaunlich. Eine Liste mit Beispielen für grenzüberschreitende Kommunikation mit Hindernissen.

«Heute stuhlen wir draussen». Darüber staunt der Tourist aus Hamburg.
«Heute stuhlen wir draussen». Darüber staunt der Tourist aus Hamburg.
Getty Images

Ein Artikel mit dem Titel «Wie wir die Deutschen verblüffen» behandelte grammatikalische und lexikalische Besonderheiten des Schweizer Hochdeutschen also der Sprachvariante, mit der Schweizerinnen und Schweizer Hochdeutsch sprechen. Einiges davon klingt in den Ohren von Deutschen überraschend.

Dazu hatten wir eine Liste mit Beispielen erstellt. Sie hat viele Leserinnen und Leser dazu animiert, in der Kommentarspalte oder in E-Mails ihrerseits sprachliche Erlebnisse im Kontakt mit unseren nördlichen Nachbarn zu schildern. Einige davon führen wir hier auf.

Falls Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ebenfalls zu dieser Sammlung beitragen wollen, würde mich das freuen. Schicken Sie eine knappe und prägnante Schilderung Ihres linguistischen Abenteuers an folgende Mailadresse: sandro.benini@tages-anzeiger.ch

Ich werde die Liste ergänzen.

  • Ich bin Bademeister und habe einer deutschen Aushilfe gesagt, sie solle «die Liegewiese noch fötzeln.» Den Gesichtsausdruck werde ich nicht mehr so schnell vergessen.

  • Meine Freundin in Deutschland findet es so lustig, wenn sie in Schweizer Stelleninseraten liest: «Wir sind ein aufgestelltes Team.» Sie stellt sich dann Leute in Reih und Glied aufgestellt im Büro vor.

  • Ein deutscher Freund war einigermassen irritiert, als ihn seine neue Freundin aus der Schweiz zu Beginn der Beziehung fragte sein, ob es ihm etwas ausmache, wenn sie mit ihrem Trainer ins Bett gehen würde. Er wusste nicht, dass der deutsche Trainingsanzug in der Schweiz ein Trainer ist.

  • Auf der Rechnung eines Velohändlers im Kanton Solothurn: «1 Birli ersetzt».

  • Als mein norddeutscher Schwiegervater bei uns zu Besuch war, staunte er nicht schlecht über den vor einem Zebrastreifen auf den Asphaltgemalten Hinweis: «Warte - Luege - Lose!» Er meinte zu mir: «Na gut, warten kann ich ja. Aber warum muss ich lügen - und was für Lose soll es da geben?»

  • In der Metzgerei: «Wo finde ich Senf?» «In den Tauben dort hinten.»

  • Im Meeting: «Wir müssen zügig vorwärts machen, damit wir rechtzeitig hören können.»

  • «Nach dem Mittagessen fahren wir fort.» «Wohin?»

  • Mit einem deutschen Kollegen im Restaurant. Er: «Ich hätte gerne ein Glas Wein.» «Johannisberg oder Fendant?» «Johannisbeer oder Fanta? Ich möchte bitte Wein trinken!»

  • Auf der Morgenvisite. Krankenschwester zum deutschen Assistenzarzt: «Der Urin von Patient X schmeckt komisch heute Morgen».

  • Ein deutscher Kommilitone befand nach seiner Ankunft in der Schweiz, dass die Bevölkerung sehr praktisch veranlagt sei. Sobald zwei oder mehr Personen beisammen stehen, sagt einer, der dazu kommt: «Grüezi mit der Hand». Und er braucht dann die Hand nicht mal zu geben! Praktisch und hygienisch, diese Schweizer.

  • Eine junge Schweizer Assistenzärztin fragt ihren neu angekommenen deutschen Kollegen «Wotsch mit mir tusche?» (Es ging um den Dienst). Daraufhin errötet der Deutsche.

  • Frage am Telefon: «Ist der Franz um den Weg?»

  • Zu einem Kollegen sagte ich: «Wir zügeln bald!» Er: «Und? Wo ist das Pferd?»

  • Aus einem Schulaufsatz: «Wir alle sassen vor dem Fernseher, nur die Mutter hurte am Boden.»

  • Eine Kollegin aus Ostdeutschland erzählte mir, der Arzt habe zu ihr gesagt: «Machen Sie das Maul auf!» Sie habe sich gefühlt wie ein Pferd.

  • Zu einem Lehrling aus Deutschland wurde gesagt, er soll die Heizung heben, worauf er sie hoch hob. Dann: «Du sollst HEBEN!» Darauf hob er sie noch höher.

  • In Sommerferien auf dem Campingplatz lernte ich ein deutsches Mädchen kennen. Wir spielten zusammen Karten, als meine Mutter plötzlich lachend sagen wollte: «Das isch bschisse.» Sie sagte: «Das ist beschissen, wie Du spielst.» Die grossen Augen des Mädchens werde ich nie vergessen.

  • Was mich immer wieder erheitert sind Schilder an der Lichtsignalanlage: «Fussgänger drücken.» Also ich weiss nicht, ob die umstehenden Personen das schätzen würden.

  • Mein Vater besass ein kleines Geschäft. Als eine deutsche Kundin in den 60ern etwas kaufen wollte, das im hinteren Bereich des Ladens war, forderte er sie auf: «Kommen Sie mal hinderen!» Die Frau war perplex und dachte wohl, mein Vater wolle sie am Kaufen hindern. Es gab immer noch eine Deutschenfeindlichkeit vom Krieg her. Erst als mein Vater ihr mit einer freundlichen Handgeste den Weg wies, entspannte sie sich.

  • Als meine kleine Schwester in Berlin im KDW fragte, ob sie für die eben gekauften Postkarten bitte einen Sack haben könne, würde sie von den Verkäuferinnen so ausgelacht, dass sie beinahe weinen musste.

  • Ein Meeting in einem Grosskonzern, etwa die Hälfte der Teilnehmenden ist aus der Schweiz, die andere aus Deutschland. Ein Deutscher kommt etwas zu spät und entschuldigt sich für seine Verspätung. Darauf einer der Teilnehmer aus der Schweiz: «Hattest du Verkehr?» Perplexer Blick. Ein Berner doppelt nach: «Ist es wieder ein Puff?»

  • Ich bin Deutsche und als ich jetzt zum ersten Mal ein Ticket fürs Tram kaufen wollte ging das so: Verkäufer: «Wollen Sie Halbtax?» Ich: «Nein, ganztags.»

  • In der Kinderkrippe wurde meine Frau von einer Hortnerin gestellt: Unser Junge spreche umgezogen und rede vom Ficken. Und er rechtfertige sich, seine Mutter sage das auch so. Als man das Kind befragte, sagte es, die Hortnerin habe ihn aufgefordert, beim Aufräumen hinzuknien. Das lehne er ab, denn dann würden seine Hosenbeine «duregfigget».

  • Auf einer Café-Terrasse in Norddeutschland an einem prächtigen Sommertag. Schweizer Tourist: «Ich hätte gern ein Zitronenglacé.» Die Bedienung guckt skeptisch. Die Begleiterin des Touristen übersetzt: Eis. Nach kurzer Zeit bringt die Bedienung das vermeintlich Bestellte: ein Zitronenwasser, heiss.

  • In den achtziger Jahren fuhr ich als junge Frau zum ersten mal nach Westberlin. Beim Einkaufen in einer Bäckerei sagte ich: «So einen Berliner bitte!» Die Verkäuferin fühlte sich brüskiert und belehrte mich, dass dieses Gebäck in Deutschland ein Pfannkuchen sei. Auf der Rückfahrt in die Schweiz musste ich in München umsteigen und wollte zum Frühstück an einem Stand im Hbf korrekt einen Pfannkuchen kaufen. Der Verkäufer belehrte mich, dass dies hierzulande ein Krapfn sei.

  • In der Bäckerei in Thun beisst ein kleiner Junge herzhaft in ein frisches Brötchen. «Na, Kleiner, schmeckt’s?», fragt ihn eine deutsche Kundin. Ein erstaunter, fragender Blick des Kleinen: «Wärum? Hesch gfurzet?»

  • Mit einem Freund unterwegs in Deutschland. Wir wussten, dass man dort häufig bestellt, indem man sagt: «Ich kriege dieses oder jenes.» Mein Freund in einer Bar zur Angestellten hinter dem Tresen: «Ich kriege eine Stange.»

  • Auf die Anmerkung, dem Schriftsatz seien diverse Beilagen angefügt, erfolgte die Frage eines deutschen Kollegen: «Erbsen oder Möhren?» Nachdem geklärt werden konnte, dass Beilagen in Deutschland «Anlagen» heissen, bemerkte ein Schweizer Kollege, man lege dort gleich einen ganzen Park bei.

  • Meine Kollegin kam aus Norddeutschland, um hier in der Pflege zu arbeiten. Als ein Patient seine «Finken» verlangte, dachte sie, er sei verwirrt und suche Vögel.

  • Als ich auf dem Campingplatz im Tessin verkündete, ich hätte ein Sackmesser dabei, verzogen sich die deutschen Gäste auf der Stelle, jedenfalls die männlichen.

  • «Gehen Sie voraus, ich komme gleich nach, sobald ich den Böllen fertig geschnetzelt habe.»

  • Meine Grossmutter mit dem Schlüssel in der Hand zu ihren deutschen Gästen beim Verlassen des Hauses: «Geht nur, ich beschliesse dann schon!»

  • Ein deutscher Freund zu Besuch: «Lungenliga? Bei uns gibts nur Bundesliga.»

  • Ein deutscher Freund findet es immer höchst amüsant, wenn jemand von einer strengen Wanderung erzählt. Er guckt dann böse, streckt den Zeigefinger in die Luft und sagt: «Meimei, ich bin die strenge Wanderung. Und weil du mich unterschätzt hast, bestrafe ich dich anstrengend.»

  • Als ich zu Beginn meiner Schweizer Zeit in einem Meeting sass und der erste sagte, dass wir zunächst eine Auslegeordnung benötigen, war ich ziemlich verblüfft. Ich fragte mich, ob jetzt jemand den Boden neu verlegen möchte.

  • Ein Garagist sagt zu seinem Kunden: «Wir haben Ihren Wagen noch kostenlos oben aben gewaschen.»

  • Mein Chef: «Ich erkläre es dir gleich. Male ein Rundumeli.» Ich hatte keine Ahnung, dass er mich bat, einen Kreis zu zeichnen. Derselbe Chef bat mich einmal, ihm einen Gummi zu besorgen. Ich: «Das geht jetzt wirklich zu weit!»

  • In einem Berliner Jazz-Club, ein kleiner Berner mit Wollmütze, kratzendem CH und rollendem R: «Also gestern war ich auch hier, da war es bumsvoll!»

  • Beim Metzger: «Voressen? Sind das Fleischreste für den Hund?»

  • Zimmersuche in einem Hamburger Hotel. Der Portier schildert die Vorzüge eines besonders schönen Zimmers. Ich: «Das tönt gut!» Darauf der Portier: «Ach, der Herr ist aus der Schweiz.»

  • In Berlin versuchte ich mich telefonisch mit jemandem zu verabreden, den ich nicht kannte. Aber wie erkennt man sich am vereinbarten Ort? Eingedenk meines damals auffälligsten Merkmals platze ich heraus: «Ich habe einen Rossschwanz!» Drei Sekunden Stille am anderen Ende der Leitung. Dann: «Sie haben einen was??»

  • Meine Enkelin beim Spielen mit meinem deutschen Mann: «Du musst mir den Ball nicht so fest zurühren.»

  • Wir wollten mal mit einer deutschen Kollegin eins ziehen gehen. Sie stellte sich das riesig spannend vor.

  • Eine Krankenschwester aus Ostdeutschland war ganz entsetzt, als eine ihrer Schweizer Kolleginnen eine Patientin fagte, warum sie blaue Flecken habe: «Woher haben Sie diese Möse?»

  • Mit deutschen Freunden spielte ich das Spiel «Tabu», in dem es darum geht, Begriffe zu erraten, ohne gewisse Stoppwörter zu verwenden, die eben tabu sind. Ich musste den Ausdruck Hausmeister umschreiben und sagte: «Wir in der Schweiz sagen Abwart dazu.» Die Münchner Freundin: «Bushaltestelle!»

  • Als ich mit Freunden in einer Bar an einem Schweizer See ein Pils bestellte, schaute die Bedienung mich fassungslos an und erklärte , dass jetzt doch keine Saison dafür und die Küche ohnehin geschlossen sei. Und Pilze stünden sowieso nicht auf der Speisekarte.

  • Schweizer Fernseh-Fussballkommentator: «Da war das Schienbein abeinander.»

  • Derselbe Kommentator: «Ein Auswechselspieler macht sich parat.»

  • Ich bestellte in einer Berliner Bäckerei ein «Eingeklemmtes». Die Verkäuferin schaute mich an, als wäre ich pervers.

  • Ein Freund verlangt in einem Berliner Warenhaus ein «Leibchen». Erfolglos. Er musste sein Unterhemd weiter tragen.

  • Als meine Berliner Freundin vor 25 Jahren ihre erste Arbeitsstelle in einem Spital in Zürich antrat, getraute sie sich nicht nachzufragen, was gemeint sei, als ein Arbeitskollege sie einlud, gemeinsam «in den Ausgang zu gehen.»

  • Kann passieren: «Der Nachbar im ersten Stock war dabei, seine Terrasse innen und auch aussen frisch zu streichen. Aber da bekam er das Übergewicht und ist heruntergefallen.»

  • Man bitte beim Einkauf in Deutschland ja nicht um einen «Sack», besser wäre eine Tasche. Habe ungläubige Blicke geerntet.

  • Ein Wurstverkäufer im Stadion des FC St. Gallen bemüht sich, mit deutschen Kunden Hochdeutsch zu sprechen: «Ich gebe Ihnen grad das Aussengeld.»

  • Manche Schilder wirken aus deutscher Sicht erheiternd. Klassiker: «Fehlbare werden gebüsst.»

  • Mein deutscher Mann in der Bäckerei: «Ich krieg eines dieser Brötchen». Darauf die Verkäuferin: «Hier sagt man ‘Ich hätte gern!’»

  • Einer meiner ehemaligen deutschen Arbeitskollegen sinnierte über die Begriffe «Besammlung» oder «wir besammeln uns», etwa auf Einladungen. Er fragte sich, ob das wohl «sich sammeln» heisst und ob wir Schweizer vor einem Anlass immer erst in uns gehen oder meditieren.

  • Im Berufsleben ist es auch schön, wenn für etwas «ein Gefäss gefunden» wird (z.B. ein Veranstaltungsformat), und wenn Projekte «aufgegleist» werden und dann hoffentlich «zum Fliegen kommen». Alles Bilder und Redewendungen, die ich erst in der Schweiz gelernt habe.

  • Schild in einem Restaurant: «Heute stuhlen wir heraus.» Mein deutscher Kollege: «Haben die kein Klo?»

  • Mein deutscher Besuch bestellt bei der Serviertochter im schummerigen Dancing «‘n Pils». Es kommt eine bunte Alu-Dose, sie schenkt am Tisch ein. Er nimmt einen Schluck, verzieht das Gesicht und herrscht sie böse an: «Das ist doch kein Pils!» Sie nickt bekräftigend, hält ihm wortlos wegen der lauten Musik die Dose hin und zeigt auf die Aufschrift. Ein flotter Markenname für ein alkoholfreies Mischgetränk, der durchaus wie «Pilz» tönt. Wenn er das gewollt hätte, hätte er «‘n Radler, bitte» gesagt. Was er dann wohl bekommen hätte?

  • Schweizer: «Ok, ich gebe Ihnen heute Nachmittag ein Telefon.» Antwort einer Deutschen: «Danke, hab schon eins.»

  • Meine deutsche Frau ist Ärztin. Ein Patient schilderte ihr seinen Unfall: «Ich bin beim Posten umgefallen». Ihr Eintrag im Bericht lautete: «Patient ist in der Post gestürzt.»

  • An Perversität ist der Begriff «Fotzelschnitte» für ein deutsches Ohr kaum zu überbieten. Dass es dabei um Essen geht, irritiert abermals. Der Deutsche nennt das Ding «armer Ritter», worunter sich der gemeine Schweizer nichts vorstellen kann.

  • Ich bin im Büro und schreibe einen Text. Ich frage meine Kolleginnen, heisst es nun der oder das Spital?
    Spontan ruft die deutsche Kollegin, es heisse «das Krankenhaus».

  • Meine Tochter sagt zur deutschen Besucherin: «Ach, geh doch aufs untere Klo, da schmeckts besser.»

  • Besprechung eines komplexen deutsch-schweizerischen IT Projekts mit mehreren Zwischenschritten. Der Schweizerische Projektleiter zeigt hocherfreut auf das letzte Slide: «Das hier wäre dann die Endlösung.» Betretenes Schweigen bei den deutschen Mitarbeitenden. «Äh ja, aber wir nennen das nicht so.»

  • An unsrem Essenstisch muss mein deutscher Ehemann jeweils schmunzeln, wenn ich frage: «Wer macht den Salat noch fertig?»

  • Bei einem Zwischenhalt an einer deutschen Raststätte: bittet eine Schweizerin um einen «Münzen-Tee». Die Antwort: «Welche Währung darf es sein?»

  • Eine Schweizer Mutter zu einer kürzlich zugezogenen deutschen Mutter: «Diesen Sommer schicke ich meine beiden Kinder ins Lager.» Antwort: «Wie, bitte?»

  • Mein Arbeitskollege wunderte sich früher über seine Nachbarin wenn sie ihren Sohn rief: «Peter, hei ko!» Er kannte nur den Sohn Peter, ein Bruder Heiko war ihm unbekannt.

  • Schweizer Arbeitskollegin: «Ich gehe posten.» Deutscher Arbeitskollege: «Gibst du meine Briefe auch gleich mit auf?»

  • Ich hatte in der Schweiz eine Rede zu halten und fragte wie üblich zu Beginn (in Schweizer Hochdeutsch): «Verstehen alle Mundart, oder soll ich Hochdeutsch sprechen?» Ein Deutscher im Publikum antwortete: «Ich verstehe Sie sehr gut, Sie können ruhig weiter Dialekt sprechen.»

  • Ständerlampe? Nein, keine Genitalbeleuchtung , sondern eine Stehleuchte.

  • Als Kind wurde ich von einer deutschen Familie gefragt, was es denn heute zum Abendessen gibt. Meine Antwort: «geschwollene Kartoffeln».

  • «Wie heissen Sie schon wieder?»

  • Ein deutscher Freund wunderte sich sehr, als er auf einer Wiese ein Plakat mit der Aufschrift sah: «Kantonales Knabenschiessen.»

  • Seit dem ich in der Schweiz bin, höre ich häufig die Formulierung «schnell warten». Kann man das schnelle Warten trainieren? Gibt es Menschen, die von Natur aus schneller warten können als andere? Verbraucht man beim schnellen Warten mehr Kalorien als beim langsamen? Kann man eventuell auch schneller schlafen?

  • Beim Nachtessen bestellte mein Bekannter aus Deutschland eine Zuger Kirschtorte. Als sie serviert wurde gab es grosse Augen und er fragte mich: «Wo sind denn die Kirschen?»

  • Als frisch zugezogener Deutscher habe ich mich innert Sekunden an der Migros-Kasse unbeliebt gemacht: «Wänd Sie äs Säckli ha?» - «Äh, bitte?» «WOLLEN-SIE-EINEN-SACK?» – «Nein danke, eine Tüte würde reichen.»

  • Ich war mit einem Freund aus Deutschland in einem sommerlichen Café, er bestellte «ein Glas». «Ein Glas was?», fragte die Serviererin. «Was haben Sie denn für Sorten?», wollte mein Freund wissen. Angesichts der allseitigen Ratlosigkeit wandte er sich an mich, ob man in der Schweiz nicht «Glas» sage für ein Eis?

  • Eine deutsche Freundin dachte, viele Schweizer Mädchen heissen Sila. Diesen Namen hörte sie oft auf dem Spielplatz. Es dauerte, bis sie begriff, was damit gemeint war: «Si lah, dasch nöd dini Schufle!»

  • Ein deutscher Autofahrer fragte meinen Kollegen nach einer Adresse. Mein Kollege: «Na, da müssen Sie kehren.» Der Autofahrer schaute ihn verwundert an, warum er denn jetzt den Boden aufwischen soll.

  • Unser Führerausweis bringt die Deutschen auch zum Schmunzeln.

  • Als ich in die Schweiz kam, hörte ich im Radio von einem «Selbstunfall». Der Fahrer «trug den Führerausweis auf sich.» Ich stellte mir für einen Moment einen toten Nazi auf dem Rücken liegend vor, mit dem Ausweis auf der Brust.

  • Mein 8-jähriger Sohn erklärte unserer deutschen Freundin, dass sie sich setzen soll: «Du musst dich hinhuren.»

  • Mein Berliner Freund und ich waren noch nicht so lange ein Paar, als ich einmal auf ein öffentliches Klo gehen musste, das leider in keinem Top-Zustand war. Als ich erleichtert wieder an die frische Luft trat, sagte ich angeekelt: «Hier schmeckts aber komisch!» Der fassungslose Gesichtsausdruck meines Freundes war göttlich. Ich habe mir dann schnell angewöhnt, «riechen» zu verwenden.

  • Auf meine Bitte in einem Restaurant in Frankfurt: «Kann ich bezahlen?» Kriegte ich als Antwort: «Ich hoffe doch!»

  • Ich sage zu einem deutschen Bekannten: «Morgen muss ich das Auto in die Garage bringen.» Er antwortet: «Aber Du hast doch selber eine Garage.»

  • Als mir ein Schweizer Freund sagte, er müsse «den Windelständer noch verräumen» war ich ziemlich irritiert.

  • Das Verkehrsschild «Anstösser gestattet» sorgt bei Deutschen auch immer wieder für Heiterkeit.

  • Als ich meiner Münchner Cousine davon erzählte, dass ich «das Velo habe stossen müssen», reagierte sie sehr belustigt. In Deutschland werden Fahrräder geschoben. Das Verbum «stossen» ist dort für eine sexuelle Handlung reserviert.

  • Bin bei St. Moritz einer Gruppe von deutschen Bikern begegnet. Einer fragte mich, wie man zum Lej Nair komme. Ich habe in die entsprechende Richtung gewiesen und noch gesagt, sie müssten auf diesem Weg ihr Fahrrad stossen. Ratlosigkeit in der Gruppe. Dann hat einer gesagt: «Er meint schieben.»

  • Unser Lieferwagen-Fahrer hat sich zur Pflicht gemacht, vor der Wegfahrt den Kunden anzurufen und die voraussichtliche Ankunftszeit bekannt zu geben. Fahrer: « Ich werde um die Mittagszeit bei euch sein.» Kunde: «Um 12 Uhr haben wir Mittagspause.» Fahrer: «Ja, ja, gehen sie ruhig zum Essen, ich komme nicht vor den Eisen.»

  • Eine Gruppe aus Deutschen und Schweizerinnen kochte anlässlich eines Workshops gemeinsam ein Mittagessen: Eine Schweizerin fragte einen Deutschen: «Wo ist der Peterli?» Da auch ein Peter zur Gruppe gehörte, bekam sie zur Antwort «Der ist schnell einkaufen gegangen!» Etwas später fragte sich eine andere Schweizerin, warum die Deutschen in lautes Gelächter ausbrachen, als sie fragte: «Ist das Gemüse schon gerüstet?»

  • Bestellen Sie in Deutschland mal Hahnenwasser.

  • Fragt mich eine neu eingezogene deutsche Nachbarin, was ich gern für Sport treibe. Als ich antworte: «Go seckle» fragst sie mich, wohin ich denn jeweils segle.

  • Wir waren zum Mittagessen eingeladen, am Kurfürstendamm in Berlin wollte uns ein Kellner in ein Restaurant locken. Mein Kollege antwortete höflich: « Nein danke, wir bekommen schon etwas über.»

  • Kollege fragt deutsche Arbeitskollegen nach einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft: «Und, wie fandet ihr eure Nati?» Konsterniertes Schweigen.

  • Im Büro sagte die Schweizer Arbeitskollegin, dass sie nach Feierabend zu Hause mal endlich ihr Puff aufräumen müsse. Die deutsche Kollegin schaute sie erstaunt an und fragte total verwundert: «Was hast du zu Hause?»

  • Ich habe mal vor einem Konzert bei einem befreundeten deutschen Chor gefragt, ob ich ihnen beim Stuhlen helfen kann. Die haben mich ziemlich komisch angeschaut.

  • Eine Freundin aus Bayern war zu Besuch, es war ein mörderheisser Sommer. Wir gehen in ein entschieden nicht klimatisiertes Plattengeschäft, in dem gefühlte 40° C herrschen. Meine Freundin sagt zu dem Verkäufer: «Boh ey, ist das heiss bei euch, wie haltet ihr das denn hier drin aus?» Verkäufer: «Glacé!» Sie: «Klasse? Was soll denn daran klasse sein, da kriegt man doch einen Hitzschlag!»

  • «Heimlieferung» kommt schräg an, wenn man den Begriff in deutschen Möbelhäusern verwendet. «Was, Sie wohnen im Heim?»

  • In Berlin fragt die Bedienung nach dem leer getrunkenen ersten Bier: «Möchten Sie noch ein Bier?» Ich: «Danke, ich bin bedient!» Nur bedeutet das in Berlin etwas komplett anderes als in der Schweiz.

  • Ich habe mal als Schweizerin in einem Maklerbüro ennet dem Bodensee ein «Häuschen mit Umschwung» gesucht. Die Leute haben sich schiefgelacht, nachdem ich erklärt hatte, dass es um das Grundstück ging.

  • Ganz entsetzt war eine deutsche Kollegin, als eine Schweizerin meinte: «Das ist aber ein huere Puff hier.» «Äh, wie bitte?»

  • Im Kaufhaus fragt ich nach «Schuhbändel». Doofes Gucken der Verkäuferin, ich musste auf den Schuh deuten . «Ach so, Schnürsenkel».

  • Wir hatten Besuch aus dem Ausland. Und bestellten auch irgendwann Mal eine Stange Bier. Der spezielle Ausdruck blieb haften, aber nicht ganz richtig. Beim nächsten Mal bestellte unser Besuch einen Balken Bier.

  • Ich war mit meiner Frau für einige Tage bei meiner deutschen Cousine. Meine Cousine fragte sie: «Wenn dir kalt ist, habe ich etwas für deine Füsse». Darauf meine Frau: «Kein Problem, ich habe meine Finken bei mir.» «Was?» fragte meine Cousine. «Du hast Vögel mitgenommen?»

  • Der Schweizer Professor verlangt in einer deutschen Metzgerei Plätzchen. Grosses Erstaunen, weil die Deutschen unter diesem Wort Guetzli verstehen.

287 Kommentare
    Köbi

    Um 6 Uhr ist es im Winter schon Stockdunkel. Stock was?