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Zahl der Gefängnisplätze wird verdoppelt89 Millionen für neues, grösseres Gefängnis

Die Bezirksanlage Winterthur, in der Kantonspolizei, Staatsanwaltschaft und Gefängnis untergebracht sind, kann umgebaut und erweitert werden. Der Kantonsrat hat am Montag einen Kredit von 89 Millionen Franken genehmigt.

Der Kantonsrat hat am Montag das Geld für Um- und Neubau der Bezirksanlage Winterthur genehmigt. Kritik gab es an den hohen Kosten und der Gestaltung des Gartens.
Der Kantonsrat hat am Montag das Geld für Um- und Neubau der Bezirksanlage Winterthur genehmigt. Kritik gab es an den hohen Kosten und der Gestaltung des Gartens.
Visualisierung: Kanton Zürich

Die 89-Millionen-Ausgabe für das neue Gefängnis an der Hermann-Götz-Strasse in Winterthur unterstand der Ausgabenbremse, musste in der Abstimmung im Kantonsrat also mindestens 91 Stimmen erreichen. Mit 170 Stimmen wurde dies aber problemlos erreicht. Gegenstimmen gab es keine.

Geplant ist ein siebenstöckiger Neubau entlang der Bahngeleise. Dieser soll 92 Gefängnisplätze bieten und an das bestehende Verwaltungsgebäude angehängt werden. Neu können künftig auch vorläufig verhaftete Personen in Winterthur einvernommen werden. Bisher wurden diese nach Zürich verlegt.

Von aussen wird vom Gefängnis nicht viel zu sehen sein. Hinter den unvergitterten Fensterfronten, die man auf der Visualisierung sieht, wird die Staatsanwaltschaft und neu auch die Jugendanwaltschaft ihre Büros haben. Der Gefängnistrakt ist innenliegend und punktuell mit Schleusen mit dem Büroteil verbunden. Zwei Lichthöfe ermöglichen den Insassen den Hofgang.

Der heutige Büroteil B wird renoviert, auf der Parzelle A entsteht der Neubau mit 92 Gefängnisplätzen. Der heutige Trakt entlang der Hermann-Götz-Strasse wird abgerissen und vorläufig zum Park umgestaltet.
Der heutige Büroteil B wird renoviert, auf der Parzelle A entsteht der Neubau mit 92 Gefängnisplätzen. Der heutige Trakt entlang der Hermann-Götz-Strasse wird abgerissen und vorläufig zum Park umgestaltet.

Das alte Gefängnis mit seinen 48 Betten wird abgebrochen, sobald der Neubau in Betrieb ist. Eine Renovation wäre wegen des schlechten baulichen Zustands offenbar zu teuer geworden. Am bisherigen Platz soll ein öffentlich zugänglicher, begrünter Platz entstehen, der aber auch als Reserve für einen möglichen weiteren Ausbau der Anlage dient.

Kritik an der Gartengestaltung

Das Projekt kostet insgesamt 113,2 Millionen Franken. Der Regierungsrat bewilligte 22,3 Millionen bereits zu einem früheren Zeitpunkt als gebundene Ausgabe. Der Kantonsrat hatte deshalb nur noch über 89 Millionen zu entscheiden.

Die Vorlage war unbestritten. Die EDU kritisierte zwar die hohen Kosten, stimmte aber dennoch zu. Die SP monierte wiederum, dass die Gartengestaltung beim neuen, öffentlichen Platz zu wünschen übrig lasse. Das werde die Gartenstadt Winterthur nicht bereichern. Auch die SP stimmte dem Kredit schliesslich zu.

Klappt alles plangemäss, startet der Bau Ende 2020 und könnte Anfang 2023 bezugsfertig sein.

So präsentiert sich die Situation heute: Mit dem Gefängnistrakt an der Hermann Götz-Strasse. Dieser wird bald abgerissen.
So präsentiert sich die Situation heute: Mit dem Gefängnistrakt an der Hermann Götz-Strasse. Dieser wird bald abgerissen.
Printscreen: Google Maps

SDA