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BehindertengleichstellungsgesetzKein Ausbau in Girenbad

Der Bund verlangt, dass Bushaltestellen bis Ende 2023 behindertenkonform sind. In Turbenthal gibt es Ausnahmen.

Die Postautolinie 805 nach Girenbad bleibt vorläufig auch unter der Woche bestehen. Garantien gibt es aber nicht.
Die Postautolinie 805 nach Girenbad bleibt vorläufig auch unter der Woche bestehen. Garantien gibt es aber nicht.
Foto: Marc Dahinden

Die Bushaltestelle Girenbad wird vor allem von Ausflüglern genutzt, die zum Beispiel von dort auf den Schauenberg spazieren. Gemäss Behindertengleichstellungsgesetz müsste auch diese Haltestelle bis Ende 2023 behindertengerecht ausgebaut werden. Das Amt für Verkehr des Kantons hat deshalb ein Projekt ausarbeiten lassen. Rund eine Million Franken würden die Bauarbeiten kosten, wie es in einer Mitteilung der Gemeinde Turbenthal heisst. Diese «extrem hohen Kosten» seien nicht zu rechtfertigen, heisst es weiter. Zumal es keine verbindliche Zusage gebe, dass die Linie ins Girenbad «dauerhaft» betrieben werde. Die Fahrgastzahlen seien eher gering, und die Haltestelle werde mit zwei Kursen pro Tag bedient.

Der Gemeinderat teile deshalb die Haltung des Amtes für Verkehr, auf einen Ausbau der Haltestelle zu verzichten.

Die Bushaltestelle Girenbad ist in Turbenthal schon länger ein Politikum. 2013 setzten sich Einwohner dafür ein, dass die Haltestelle weiterhin auch unter der Woche bedient wird. 1400 Unterschriften reichten sie ein, doch genützt hat es vorerst wenig. Die Postauto AG stellte den Betrieb der Linie Turbenthal­–Girenbad unter der Woche für einige Zeit dennoch ein. Seit 2016 fährt der Bus wieder unter der Woche. Der Gasthof und die Gemeinde bezahlen ihn aus eigener Tasche.

Wenig Fahrgäste Richtung Schmidrüti

Auch mehrere Haltestellen Richtung Schmidrüti bleiben so, wie sie sind. Nur sehr wenige Fahrgäste würden diese nutzen, heisst es in der Mitteilung weiter. Zudem befinde sich keine Einrichtung in der Nähe, die von Menschen mit eingeschränkter Mobilität genutzt werde. Der Gemeinderat unterstütze deshalb den Vorschlag des Kantons, auch diese Haltestellen nicht auszubauen.