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Wirtschaft in WinterthurKistler setzt in der Krise auf China

Die Kistler-Gruppe verzeichnete letztes Jahr 22 Prozent weniger Umsatz. Trotzdem gibt man sich vorsichtig optimistisch – vor allem wegen eines Marktes.

Die Kistler Instrumente AG in Wülflingen kämpft mit verschiedenen Krisen – mit Folgen für Bilanz und Personal.
Die Kistler Instrumente AG in Wülflingen kämpft mit verschiedenen Krisen – mit Folgen für Bilanz und Personal.
Foto: Marc Dahinden (Archiv)

22 Prozent weniger Umsatz und 190 gestrichene Stellen – 30 davon in Winterthur: Die Kistler Instrumente AG mit Hauptsitz in Wülflingen hat ein schwieriges Jahr hinter sich, und das nicht nur wegen der Corona-Krise. Das Unternehmen spürt auch die sinkende Nachfrage in der Automobilbranche und die verstärkte Regulierung von Verbrennungsmotoren. Die Automobilbranche macht für Kistler 70 Prozent des Erlöses aus. Auch der starke Franken fällt für den international tätigen Konzern ins Gewicht.

Der nun präsentierte Jahresumsatz ist mit 361 Millionen Franken um 105 Millionen geringer als noch 2019. Dennoch fiel er leicht besser aus als noch von Kistler im letzten Oktober prognostiziert, als der Abbau der fast 200 Stellen verkündet wurde. Damals ging man beim Unternehmen von einem Umsatzeinbruch um 23 Prozent aus. Von den dreissig Stellen in der Schweiz, die bis Ende Januar aufgelöst wurden, sei die Hälfte durch Entlassung, die andere Hälfte durch natürliche Fluktuation abgebaut worden, teilt die Firma mit.

«Verhalten optimistischer» Blick in die Zukunft

Nach dem Krisenjahr sei man nun für die Zukunft «verhalten optimistisch», so CEO Rolf Sonderegger. Anlass zur Hoffnung gebe dabei vor allem der chinesische Markt, auf dem seit dem Frühsommer 2020 eine Erholung spürbar sei. Das asiatische Land habe sich ohnehin zu einem der grössten Märkte für das Unternehmen entwickelt, teilt Kistler mit. Für die mittelfristig prognostizierte Rückkehr zum zweistelligen Wachstum setze man deshalb «insbesondere» auf China. Daneben soll die Gewinnung neuer Kundensegmente, vor allem auch ausserhalb des Automobilsektors, zum erneuten Wachstum beitragen. Man sei zuversichtlich, dass sich damit ein weiterer Stellenabbau vermeiden lasse.