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Coronavirus in ÖsterreichKurz kündigt eine deutliche Lockerung der Beschränkungen an

Nach Ostern soll in Österreich in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen.

«Wir haben in Österreich schneller und restriktiver reagiert»: Kanzler Sebastian Kurz.
«Wir haben in Österreich schneller und restriktiver reagiert»: Kanzler Sebastian Kurz.
Foto: Thomas Kronsteiner (Getty Images)

Als erstes europäisches Land hat Österreich einen detaillierten Plan vorgelegt zur schrittweisen Lockerung der Anti-Corona-Massnahmen. Die ersten kleineren Geschäfte sollen demnach unmittelbar nach Ostern wieder öffnen. Begleitet wird dies von strengen Auflagen wie einer Ausweitung der Maskenpflicht. Die seit Mitte März geltenden Ausgangsbeschränkungen werden bis Ende April verlängert.

Kanzler Sebastian Kurz begründete die Lockerungen mit einer positiven Entwicklung der Corona-Fallzahlen. «Wir haben in Österreich schneller und restriktiver reagiert als in anderen Ländern, deshalb haben wir jetzt die Möglichkeit, schneller aus dieser Krise herauszukommen», sagte er. Er warnte zugleich, dass jederzeit wieder «die Notbremse gezogen» werden könne.

12’000 positiv Getestete

Die von der Regierung präsentierten Zahlen zeigen, dass in Österreich seit mehreren Tagen bereits jeweils mehr Genesene als Neuinfizierte verzeichnet werden. Aktuell gibt es etwas mehr als 12’000 positiv Getestete. Hatte die tägliche Steigerungsrate der Infektionen in der Spitze Mitte März noch bei mehr als 40 Prozent gelegen, so ist sie nun auf unter 2 Prozent gesunken. Die Zahl der Infizierten verdoppelt sich demnach derzeit nur noch alle 16,5 Tage. «Das ist vergleichsweise der stärkste Rückgang innerhalb der Europäischen Union», sagte der grüne Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Der «erste Kraftakt» sei gelungen, doch dies sei noch nicht mehr als ein «Etappenerfolg».

Im Einzelnen sehen die österreichischen Pläne vor, ab dem 14. April kleinere Läden mit weniger als 400 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie Bau- und Gartenmärkte zu öffnen. Ab dem 1. Mai sollen alle anderen Geschäfte, Einkaufszentren und Coiffeure dazukommen. Hotels und Gastronomie dürfen frühestens Mitte Mai den Betrieb aufnehmen. Bis zunächst Mitte Mai bleiben die Schulen geschlossen, die Maturaprüfungen sollen aber nach jetzigem Stand stattfinden. Alle Veranstaltungen sind bis mindestens Ende Juni untersagt.

Nutzung von Handydaten

Kurz sprach von einem «ambitionierten Plan», der in eine «neue Normalität» führen solle. Um sicherzustellen, dass die Lockerungen nicht zu einem erneuten Anstieg der Infektionen führen, seien weitreichende Begleitmassnahmen nötig. So soll die seit diesem Montag für Läden geltende Pflicht zum Tragen einfacher Schutzmasken ab Ostermontag auch auf öffentliche Verkehrsmittel ausgedehnt werden. An Arbeitsplätzen sollen dies Arbeitgeber und Arbeitnehmer untereinander aushandeln. Bislang allerdings gibt es der Tragepflicht zum Trotz auch in Österreich Engpässe bei der Beschaffung einer ausreichenden Anzahl von Masken.

Kurz kündigte zudem weitere Massnahmen zum «Containment», also zur Eindämmung der Virusausbreitung, an. Notwendig seien dabei eine Ausweitung der Tests, die Isolierung von Infizierten und Verdachtsfällen sowie das «Tracking», also die Nutzung von Handydaten. Wie dies genau aussehen soll und ob die Nutzung entsprechender Apps freiwillig bleiben soll, führte er nicht aus.

45 Kommentare
    Alain Mohler

    Man kann es drehen und wenden wie man will, BK Kurz hat vieles richtig gemacht. Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache und ja unser BR hat Fehler gemacht. Zu regieren in Zeiten wo das Geld nur so fliesst, die Wirtschaft brummt und man sich um Nebensächlichkeiten kümmern kann, das kann jeder. Wir haben ein Milizsystem und genau so wurde der BR zusammengestellt (nach allen anderen Kriterien nur nicht nach Qualifikation) und genau das haben wir jetzt.