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Lachse sollen zurück in den Zürichsee

Mit einem ehrgeizigen Programm will der Bund den Lachs in heimische Gewässer zurückbringen – und das innerhalb der nächsten 15 Jahre. Auch der Zürichsee soll dereinst wieder Lachse beherbergen. Das Vorhaben ist mit Unsicherheiten verbunden und bei Zürichseefischern umstritten.

Der Lachs gilt in der Schweiz als ausgestorben. Nun setzt sich der Bund für seine Wiederansiedlung an – auch im Zürichsee.
Der Lachs gilt in der Schweiz als ausgestorben. Nun setzt sich der Bund für seine Wiederansiedlung an – auch im Zürichsee.
Michel Roggo

Der Zürichsee und andere Alpenrandseen gehörten einst zur Kernregion des Lachses. Nun soll der Fisch, der in der Schweiz als ausgestorben gilt, wieder in Schweizer Gewässern angesiedelt werden. Zu diesem Zweck hat der Bund ein Programm ini­tiiert, das vorsieht, gezüchtete Junglachse an geeigneten Stellen im Gewässer einzusetzen. So sollen sich selbsterhaltende Lachspopulationen bilden.

Bis 2030 soll die erste Hürde genommen werden. Ziel ist, dass bis dahin im Raum Basel vermehrt Lachse den Rhein hochschwimmen und sich fortpflanzen, wie die NZZ berichtete. Danach soll die Ansiedlung schrittweise in anderen Gewässern fortgesetzt werden, dereinst auch im Zürichsee.

Wie lange es dauert, bis der Lachs hiesigen Fischern wieder an die Angel geht, ist noch schwer ab­zuschätzen. Einen fixen Zeitplan für die Ansiedlung gibt es nicht, und das Vorhaben ist mit vielen Unsicherheiten behaftet. Berufsfischer am Zürichsee rechnen nicht damit, dass sie in naher ­Zukunft von der Ansiedlung des Lachses profitieren können. Eini­ge befürchten, dass wegen der Massnahmen zur Förderung von Lachsen bereits heimische Fische auf der Strecke bleiben.

Keine Erfolgsgarantie

Dass es 2030 tatsächlich die ersten «Rückkehrer» gibt und mit der Zeit auch selbstreprodu­zierende Lachspopulationen geschaffen werden können, kann niemand garantieren. Es reicht nicht aus, Junglachse an einer ­beliebigen Stelle einzusetzen. Damit die Lachse überleben und sich fortpflanzen können, muss die Qualität der Gewässer stimmen. Im Moment fehlt es in weiten Teilen der Schweiz noch an natur­nahen Lebensräumen, die von Lachsen bewohnt werden können. Daher sieht das Lachsprogramm Massnahmen zur Re­naturierung vor.

Es ist auch nicht gesagt, dass Junglachse, nachdem sie ihrer natürlichen Wanderbewegung folgend ins Meer geschwommen sind, in die Schweiz zurückkommen. Denn junge Lachse schwimmen ins Salzwasser und zum Laichen wieder in ihr Herkunfts­gewässer zurück. Die Wanderung der Schweizer Lachse ginge über den Rhein in die Nordsee – und wieder zurück. Diese Reise legt jeder Lachs einmal in seinem ­Leben zurück. Doch die Wasserkraftwerke und andere Hindernisse erschweren die Rückkehrin Schweizer Gewässer. Damit Lachse und andere Fische un­beschadet an den Turbinen der Kraftwerke vorbeikommen, müssen solche Stellen mit geeigneten Fischpässen ausgestattet werden.

Nach und nach sollen an allen Kraftwerken Fischpässe an­gebracht und saniert werden. Im Alleingang kann die Durchlässigkeit für Lachse nicht erreicht werden. So ist es etwa notwendig, dass drei Kraftwerke im Elsass Fischaufstiegsanlagen installieren, damit die Lachse Basel erreichen können.

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