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Corona-Krise zwingt zu AbsageLesereihe «lauschig» wird auf 2021 verschoben

Nur die Kurzlesungen an den Musikfestwochen im August sollen stattfinden.

Lesung mit Dorothee Elmiger, Peter Stamm und Moderatorin Corina Freudiger (von links) im Park der Villa Jakobsbrunnen, Juni 2015.
Lesung mit Dorothee Elmiger, Peter Stamm und Moderatorin Corina Freudiger (von links) im Park der Villa Jakobsbrunnen, Juni 2015.
Foto: Heinz Diener

In diesen Tagen hätte das Programm der erfolgreichen Lesereihe «lauschig» bekannt gegeben werden sollen. Stattdessen teilen die Veranstalter mit, das Festival werde um ein Jahr verschoben. Lediglich die Kurzlesungen an den Musikfestwochen im August sollen stattfinden – sofern Grossveranstaltungen bis dahin wieder erlaubt sind. Geplant ist ferner eine Lesung im Rahmen der Winterthurer Kulturnacht am 26. September.

Noch hat der Bundesrat nicht entschieden, wie es mit Grossveranstaltungen weitergehen soll. Die Unsicherheit wirkt sich aber schon jetzt auf Anlässe aus, die erst in zwei oder drei Monaten geplant sind. Nun trifft es also auch die Lesereihe «lauschig», die Ende Mai hätte starten sollen.

An sich liessen sich die Lesungen, die in der Regel ja im Freien stattfinden, gut mit Abstandsregeln vereinbaren. Aber eben: Zurzeit sind sie verboten, und wer trotzdem weiterplant, setzt sich dem Risiko einer Absage aus, die mit einem finanziellen Verlust verbunden wäre.

Unberechenbar ist zudem die Lage an den Grenzen. Für das Festival reisen regelmässig Autorinnen und Autoren aus Deutschland und Österreich an, in der Ausgabe 2018 etwa Ronja von Rönne und Raoul Schrott. Zurzeit muss mit Einreisebeschränkungen weiterhin gerechnet werden.

Verschiebung sichert Fortbestand

Der gemeinnützige Verein, der die Reihe organisiert, geht aufgrund der unsicheren Lage auch davon aus, dass weniger Tickets verkauft würden. Die Verschiebung um ein Jahr sichere den Fortbestand der Reihe, heisst es in der Medienmitteilung.

Schliesslich habe beim Entscheid auch die Sorge um die Gesundheit der Besucherinnen und Besucher sowie der Helferinnen und Helfer eine Rolle gespielt. Das Programm der Kurzlesungen im Rahmen der Musikfestwochen soll Ende Mai bekannt gegeben werden. Bis dahin sollte klar sein, ob das Musikfestival in der Altstadt, das vom 5. bis zum 16. August geplant ist, überhaupt stattfinden kann.

Weil die Einnahmen ausbleiben, ist auch der Verein «lauschig» froh, wenn er von seinen Fans unterstützt wird, mittels Gönnerbeiträgen ab 50 Franken pro Jahr, mit Spenden oder mit Beiträgen über die Website keinkauf.ch, einer Initiative von Winterthurer Kulturveranstaltern. Die von der Kulturmanagerin Ramona Früh initiierte Reihe «lauschig» gibt es seit 2015. Die Lesungen in den Gärten und Parks der Stadt stossen auf grossen Anklang. Im Winterhalbjahr arbeitet «lauschig» zudem mit der Reihe Sofalesungen zusammen.