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Kolumne Katja FrühLiebes Pflegepersonal

Wie bedankt man sich bei Leuten, die einem das Leben retten?

Ganz am Anfang der Pandemie habe ich mal ein Märchen geschrieben, das von der Zeit danach handelte. In meiner Vorstellung habt ihr in schönen Villen gewohnt, Austern geschlürft und Trüffel gegessen. Denn man hatte erkannt: Ihr seid systemrelevant. Am systemrelevantesten von allen.

Meine Schwester, die auch in der Pflege arbeitet, war ganz begeistert, als ihr klar wurde, dass sie systemrelevant ist. Früher war sie nur Schauspielerin, hat viel mehr verdient und war auch recht bekannt, aber systemrelevant ist natürlich noch mal was ganz anderes.

So wie in meinem Märchen ist es nicht gekommen, und kommt es wahrscheinlich auch nicht. Das tut mir von Herzen leid für euch. Aber in diesem Jahr haben wir ja gelernt, dass Geld nicht alles ist. Gesundheit ist viel wichtiger. Um die zu erhalten, haben wir euch. Das muss doch ein sehr befriedigendes Gefühl sein, und heute weiss man ja, dass ein Job, der einem Erfüllung gibt, viel glücklicher macht als ein hoch bezahlter. Ihr hättet ja nach euren Zwölfstundenschichten auch gar keine Zeit, das viele Geld auszugeben, und seid wahrscheinlich sowieso nicht so verschwenderisch veranlagt wie zum Beispiel wir Künstler, die irgendwie nie zufrieden sind. Vor allem dann, wenn der Applaus ausfällt, den ihr ja immerhin bekommen habt.

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