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GlosseLob der Maske

Vom Revival alter Kulturtechniken: Flirten und verstecken.

Versteckspiel oder Flirt? Die Maske führt zu einer Wiederentdeckung alter, beinahe vergessener Kulturtechniken.
Versteckspiel oder Flirt? Die Maske führt zu einer Wiederentdeckung alter, beinahe vergessener Kulturtechniken.
Foto: Andrea Zahler 

Jüngst erklärte mir ein Bekannter – er ist wie viele von uns ein Meister darin geworden ist, die allgemeine Verschlechterung der Lebensumstände schönzureden –, dass die Maskierung der Gesichter im öffentlichen Raum trotz allem auch etwas Gutes habe. Ob es mir nicht auch schon aufgefallen sei, sagte er, meine Zustimmung sogleich gewinnend, dass die Augen bei weitem das Interessanteste seien am Menschen? Dass es eigentlich kaum je zu beobachten sei, dass die Augen einen langweilen würden?

Wenn er in eine Bibliothek gehe oder im Supermarkt einen Einkauf tätige, dann begänne er unwillkürlich mit all den fremden Augenpaaren oder mindestens mit den am meisten funkelnden darunter zu flirten. Das ist ein Wort, das wir lange nicht mehr gebraucht haben. Mir scheint jedenfalls, als ob die dazu gehörende Kulturtechnik beinahe schon ausgestorben sei. Bei der plumpen Anmache, wie sie etwa in Fernsehformaten wie «Bachelorette» gang und gäbe ist, will es jedenfalls nicht passen.

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