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Heimatkundliches Archiv MarthalenLokalgeschichte ganz persönlich

Einen historischen Einblick in die Lebenswelten der einheimischen Familien gewährt das Heimatkundliche Archiv Marthalen am Sonntag. Auch die Ferdy-Kübler-Ausstellung im Ortsmuseum ist weiterhin geöffnet.

Das Heimatkundliche Archiv Marthalen wurde von der Ex-Gemeinderätin Inge Stutz (li.) ins Leben gerufen. Mit im Team sind Ernst Wegmann, Monika Bach und drei weitere Mitglieder.
Das Heimatkundliche Archiv Marthalen wurde von der Ex-Gemeinderätin Inge Stutz (li.) ins Leben gerufen. Mit im Team sind Ernst Wegmann, Monika Bach und drei weitere Mitglieder.
Foto: Enzo Lopardo

Erstmals zeigt das neu gegründete Heimatkundliche Archiv Marthalen, was die Bewohner in den vergangenen Monaten alles an Dokumenten, Bildern und Filmen eingeliefert haben. Die ehemalige Kantons- und Gemeinderätin, Lehrerin und Initiantin Inge Stutz ist begeistert von dem Material: «Es ist wunderschön, was alles hereinkommt, und so spannend, wenn man selbst historisch interessiert ist.» Von 14 bis 17 Uhr können Besucher am Sonntag einen Rundgang durch das Gemeindehaus Hirschen absolvieren. Mit eingeschlossen sind der Gewölbekeller, das Archiv im 1. Stock und am Ende das nebenan gelegene Ortsmuseum. Im Foyer werden alte Filmaufnahmen vorgeführt.

Tausende von Fotos wurden dem Heimatkundlichen Archiv Marthalen gespendet.
Tausende von Fotos wurden dem Heimatkundlichen Archiv Marthalen gespendet.
Foto: Enzo Lopardo

Zu sehen sind auf diesen bewegten Bilddokumenten der letzten 40 Jahre vor allem Sänger- und Musikfeste. «Die Leute sollen sich oder ihre Verwandten wiedererkennen», sagt Inge Stutz. Zudem wurden Tausende von Fotos gespendet, aus Nachlässen oder Aufräumaktionen in den privaten Haushalten. «Ich bin erstaunt, was alles noch an neuem und vielfältigem Material hineinkommt», freut sich Inge Stutz über den «prächtigen Fundus». Oft zeigen die Bilder Personen auf Klassenfotos, aber auch bis zu 100 Jahre zurückliegende Feste. Die Riegelhäuser waren schon früher ein beliebtes Fotomotiv – so, wie die mit einem Aufzug begangene Weihe des neuen Kirchturms.

Schönschrift in Kassenbüchern

Allein die alten Handschriften sind einen Blick wert.
Allein die alten Handschriften sind einen Blick wert.
Foto: Enzo Lopardo
Alte Rechnungen sind im Heimatkundlichen Archiv ebenfalls zu sehen.
Alte Rechnungen sind im Heimatkundlichen Archiv ebenfalls zu sehen.
Foto: Enzo Lopardo
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Einen wichtigen Anteil an der Dokumentation hatte auch der verstorbene Lehrer Wipf, der selbst viel über alte Flurnamen forschte und festhielt, wer in welchen Liegenschaften gewohnt hatte. «Er schrieb dicke Bücher darüber, wie man vor 200, 300 Jahren renovierte und was das kostete», erklärt Inge Stutz. Eindrucksvoll seien auch die hundertjährigen Bücher, die in Schönschrift als Kassenbuch des Männerchors geführt wurden oder in denen Bauern die Fruchtfolge festhielten. Alte Militärbüchlein oder Steuerrechnungen, welche die Gemeinde verschickte, gehören ebenfalls zur neu erstellten Sammlung.

Es wurden ganz verschiedene Dokumente und Bücher eingeliefert. Hier ein Eintrag über das Eidgenössische Turnfest in Luzern im Juli 1928.
Es wurden ganz verschiedene Dokumente und Bücher eingeliefert. Hier ein Eintrag über das Eidgenössische Turnfest in Luzern im Juli 1928.
Foto: Enzo Lopardo

Die Digitalisierung, auch der schätzungsweise über 200 Schriftdokumente, hat Hansjörg Weber übernommen. Eine Publikation ist derzeit jedoch nicht geplant. So empfiehlt sich Interessenten der persönliche Besuch der Präsentation, die von nun an einmal im Jahr öffentlich stattfinden soll. Zudem kann der Besuch mit der im vergangenen Jahr eröffneten Ausstellung über die Radsportlegende Ferdy Kübler im Ortsmuseum verknüpft werden. Dort werden Erinnerungsstücke, Velos und audiovisuelle Dokumente anlässlich des 100. Geburtstags des Marthalers gezeigt.

Sonntag, 5. Juli, 14 bis 17 Uhr. Heimatkundliches Archiv im Gemeindehaus Hirschen, Marthalen. Eintritt frei. Keine Maskenpflicht, da begrenzter Einlass. Besucher sollen sich registrieren. / Weitere historische Objekte werden gerne entgegengenommen. Kontakt: Inge Stutz, Tel. 079 338 12 49 oder Reinhard Nägeli, Tel. 052 319 25 45.