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Landluft-KolumneMasken machen Freunde

Wer mit Zug und Bus übers Land fährt, ist maskiert, zwar in der Unterzahl, aber beliebt.

Landluft-Kolumne
Landluft-Kolumne
Comic: Ruedi Widmer

In den öffentlichen Verkehrsmitteln kann es eng werden. In Zeiten von Corona zu eng. Darum empfiehlt der Bund, zu Stosszeiten eine Schutzmaske über Mund und Nase zu tragen. Doch wer derzeit in Zug und Bus übers Land reist, merkt schnell: Kaum einer hält sich an diese Empfehlung, auch wenn sich laut Umfragen viele eine Maskenpflicht wünschten.

Dabei könnte es so schön sein. Denn Maskenträgerinnen und -träger sind weniger einsam. Und gerade im Lockdown haben sich ja viele etwas Gesellschaft gewünscht. Und wenn es nur der nervige Sitznachbar aus der S-Bahn wäre, der endlich den elend langen Tag ohne Programm durchbricht. Dann hätte man sich über ihn aufregen können, so ganz alltäglich. Hauptsache, raus aus der seltsamen Isolation.

Seit einigen Wochen sind wir wieder mehr unter den Leuten. Und wer sich derzeit mit Maske im Zug zeigt, bekommt schnell Gesellschaft – häufig auch von anderen Maskierten. Denn mit Maske setzt man ein Statement: «Ich übernehme Verantwortung, gebe Sicherheit, kümmere mich um das Wohl aller und kämpfe gegen das Wohl der Viren.» Sympathisch eigentlich.

Und wer dann noch Modebewusstsein ausstrahlen will, verzichtet auf das wässrige Türkis der Wegwerfmasken und lässt sich waschbare Exemplare im Lieblingsdesign anfertigen. So könnten sich ganz neue Beziehungen entwickeln. Fussballfans zum Beispiel würden sich schnell erkennen, wenn sie das Logo ihres Clubs auf der Maske tragen. Zack, hätten sie ein Gesprächsthema. Gleich ginge es den Hundebesitzern, die ein Foto ihrer Lieblingsrasse auf der Maske tragen. Unendlich wären da die Möglichkeiten! Und am Ende hätten wir alle mehr Freunde – Maske sei Dank.